17-Jährige nimmt plötzlich heftig zu – die Fehldiagnose ihres Arztes kostet sie fast das Leben

Das Ultraschallbild einer Zyste am Eierstock. Wären bei Charlie McGregor frühzeitig ähnliche Kontrollbilder gemacht worden, wäre der Britin womöglich eine lange Leidensgeschichte erspart geblieben.
Das Ultraschallbild einer Zyste am Eierstock. Wären bei Charlie McGregor frühzeitig ähnliche Kontrollbilder gemacht worden, wäre der Britin womöglich eine lange Leidensgeschichte erspart geblieben.
Foto: imago stock&people
  • Als Charlie McGregor mit 17 plötzlich immer dicker wurde, riet ihr der Arzt zu einer Diät und mehr Bewegung
  • Der Rat des Arztes half nichts
  • Die Britin entkam später nur knapp dem Tod.

Berlin.  „Ich hätte nie gedacht, dass ich mal diese Fotos teilen würde“, schreibt Charlie McGregor zu einem ihrer jüngsten Facebook-Posts. Zwei Bilder von ihrem Bauch hat die junge Frau geteilt, auf einem ist der Bauchumfang deutlich größer als auf dem anderen.

Ihre Botschaft zu diesen Bildern: „Bitte achtet immer auch auf die kleinsten Dinge und lasst euch untersuchen, wenn ihr auch nur ein wenig beunruhigt seid.“

Die heute 18-Jährige weiß, wovon sie redet. Denn weil sie einmal zu spät auf ihr Gefühl gehört hat, musste sie eine lange Leidensgeschichte hinter sich bringen, wie sie schreibt.

Hausarzt riet zu Diät und mehr Bewegung

Angefangen habe alles vor eineinhalb Jahren. Die damals 17-jährige Charlie wunderte sich, dass sie plötzlich deutlich an Gewicht zunahm. Vier Kleidergrößen legte der Teenager zu. Doch ließ sie sich zunächst von ihrem Hausarzt beruhigen.

Sie solle eine Diät machen und sich mehr bewegen, so der Ratschlag. Eine fatale Fehleinschätzung, die Charlie beinahe mit dem Leben bezahlt hätte.

Denn der Bauch wurde nicht kleiner. Es kamen sogar Schmerzen hinzu – so schlimme, dass sie sich teilweise nicht mehr habe bewegen können, erzählte sie unter anderem „The Sun“.

Eines Nachts seien die Schmerzen so unerträglich gewesen, dass sie ins Krankenhaus gefahren sei. Dort blieb den Ärzten nicht mehr viel Zeit.

Tumor hatte laut Charlie die Größe eines Rugby-Balls

Charlie kam direkt in den OP – sechs Stunden lang wurde sie operiert. Ein Tumor wurde ihr aus dem Bauchraum entfernt, der „die Größe eines Rugby-Balls“ hatte, schreibt Charlie bei Facebook. „Und ich hatte keine Ahnung davon, bis ich die Schmerzen in der Nacht bekommen habe.“

Für Charlie begann eine lange Leidenszeit. Der Tumor stellte sich als Eierstockkrebs heraus. Mit ihren Eierstöcken ging die Chance verloren, Kinder zu kriegen. Es folgten eine weitere Operation, um den Bauchraum in Ordnung zu bringen, danach noch mehrere Chemotherapien.

Junge Frau ist heute komplett krebsfrei

Eine Tortur, die allerdings ein Happy End hatte: Heute lebt die Engländerin komplett krebsfrei, kann endlich wieder mit Freunden rausgehen, die sie während ihrer Krankheit darum so beneidet hatte, und sie hat auch wieder ihre Ausbildung zur Frisörin aufgenommen, die sie wegen ihres Krebsleidens hatte abbrechen müssen.

„Als ich erfahren habe, dass es keine Anzeichen mehr für den Krebs gibt, war es so, als hätte ich mein Leben wiederbekommen“, erzählte Charlie „The Sun“.

Jetzt will sie anderen Frauen mit ihrer Geschichte helfen, sie dazu ermutigen, sich bei Veränderungen genau untersuchen zu lassen. „Man kann sich nie zu sicher sein“, sagt Charlie.

• Das sagen Experten zum Eierstockkrebs:

Auch die Deutsche Krebsgesellschaft warnt davor, dass ein Ovarialkarzinom, wie es bei Charlie gewachsen ist, deswegen tückisch sein kann, weil man zunächst keine Symptome ausmachen könne.

Bei folgenden Anzeichen allerdings rät die Organisation, lieber einen Frauenarzt aufzusuchen:

• Zunahme des Bauchumfangs, auch ohne Gewichtszunahme

• Unbestimmte Verdauungsbeschwerden/Völlegefühl, Blähungen

• Verbunden oft mit einer allgemeinen Müdigkeit und Erschöpfung

• Blutungen außerhalb der Monatsregel oder nach den Wechseljahren

Die Gesellschaft weist ausdrücklich darauf hin, dass diese Symptome auch harmlos sein können, aber sich eine rechtzeitige Untersuchung immer lohnt. Denn, so heißt es bei der Deutschen Krebsgesellschaft, „entdeckt man den Krebs frühzeitig, bestehen insbesondere beim Ovarialkarzinom gute Behandlungsmöglichkeiten und Heilungsaussichten.“

 
 

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