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Nach Reise in Zika-Gebiete: Kinderwunsch verschieben

Nach Reise in Zika-Gebiete: Kinderwunsch verschieben

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Reisende sollten sich vor tagaktiven Mücken (im Bild Aedes aegypti) schützen - sie können unter anderem das Zika-Virus übertragen Foto: dpa
Paare, die in ein Zika-Gebiet gereist sind, sollten nicht sofort an ihrem Kinderwunsch arbeiten – oder zumindest zuvor einem Bluttest machen.

Berlin. 

Paare mit Kinderwunsch sollten nach einer Reise in ein Zika-Gebiet abwarten und diesen Wunsch mindestens um sechs Monate verschieben, lautet die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Denn: «Das Virus kann sich über Wochen bis Monate im Körper befinden, auf das Ungeborene übertragen werden und bei ihnen zu Missbildungen führen», erklärt Wolf Groth vom Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin. Derzeit seien einige Zika-Fälle im Nordwesten Indiens bekannt – in den Gebieten Rajasthan und Gujarat.

Wollen Paare nicht so lange warten, können sie einen Bluttest machen – eventuell auch beide Partner. «Denn das Zika-Virus ist auch durch Geschlechtsverkehr übertragbar», sagt Groth. Der Test kostet laut Groth etwa 80 Euro pro Person. Das Ergebnis sollte man dann mit einem Tropenmediziner besprechen.

Impfung nur gegen Gelbfieber möglich

Einen Impfstoff gegen Zika gebe es bislang nicht – anders ist das bei Gelbfieber, einem ähnlichen Virus. Eine vorherige Impfung gegen Gelbfieber sollten Paare laut Groth beim Bluttest erwähnen, da sie zu Einschränkungen in der Diagnostik führen könnte. (dpa)