Das aktuelle Wetter NRW 19°C
Benzin

Spritpreisrekord – 2012 war das teuerste Jahr an der Tankstelle

28.12.2012 | 08:43 Uhr
Spritpreisrekord – 2012 war das teuerste Jahr an der Tankstelle
Mit Ausnahme des Jahres 2009 kannte der Spritpreis seit 1998 nur eine Richtung: aufwärts. Foto: Michael Reichel/dpa

München.   Niemals war Benzin und Diesel teurer als im ausklingenden Jahr. Das meldet der Autoclub ADAC. Grund ist der hohe Rohölpreis gewesen, aber auch das Gewinnstreben der Mineralölkonzerne. Sie konnten ihre Gewinne laut Hamburger Energie-Informationsdienst weiter ausbauen.

Die Autofahrer haben nach Angaben des ADAC in diesem Jahr so viel für Sprit bezahlen müssen wie noch nie. „Das jetzt zu Ende gehende Jahr ist das mit Abstand teuerste Tankjahr aller Zeiten“, sagte Meyer in München. Dazu beigetragen hätten die hohen Rohölnotierungen, die die Spritpreise schon im März und April auf bis dahin nicht gekannte Rekordmarken getrieben hätten.

„Aber es waren auch die Mineralölkonzerne, die insbesondere im August und September 2012 mit ihrem Gewinnstreben dafür gesorgt haben, dass Benzin und Diesel so teuer waren nie zuvor“, fügte der ADAC-Präsident hinzu. Im September erreichte Super E10 Höchstpreise von mehr als 1,70 Euro pro Liter. Diesel kostete zwischenzeitlich rund 1,55 Euro.

Die Autofahrer können seiner Meinung zufolge etwas gegen die hohen Preise tun. Wenn sie „überteuerte Anbieter auf dem Kraftstoffmarkt meiden und konsequent günstigere Tankstellen ansteuern, dann würde sich das auf das gesamte Preisniveau positiv auswirken“, sagte Meyer.

Mineralölkonzerne konnten Gewinne ausbauen

Bis auf das Jahr 2009, als die Kraftstoffpreise wegen der Wirtschaftskrise niedriger waren als im Jahr zuvor, sei Benzin seit 1998 jedes Jahr im Schnitt teurer geworden, sagte Meyer.

Spritpreise
In Siegen tankt man günstiger

Die Preisunterschiede beim Kraftstoff an Deutschlands Tankstellen können sich derzeit auf bis zu neun Cent belaufen. In Trier zahlen laut ADAC Autofahrer derzeit 1,62 Euro je Liter Super E10. In Siegen ist der Sprit bundesweit am günstigsten.

Nach Berechnungen des Hamburger Energie-Informationsdienstes EID konnten die Konzerne in diesem Jahr zudem ihre Gewinnmargen ausbauen. Sie verdienten mit Verarbeitung und Vertrieb 10 bis 15 Euro je Tonne. Das wäre für die gesamte deutsche Mineralölindustrie ein Vorsteuergewinn von 1,0 bis 1,5 Milliarden Euro und damit laut EID das beste Ergebnis seit 2008. Das hört sich viel an, ist aber nicht besonders üppig verglichen mit den Gewinnen beim Aufsuchen und der Förderung von Öl oder in der deutschen Chemieindustrie. Pro Liter Benzin beträgt der Gewinn ein bis zwei Cent.

Das Auf und Ab der Tankstellenpreise hat einen extrem hektischen Rhythmus erreicht, der sich kaum noch steigern kann. Noch vor zehn Jahren gab es lediglich an 73 Tagen Preiserhöhungen, also ein bis zwei Mal pro Woche. Die Branche erklärt das mit einem intensiven Wettbewerb, Kritiker sprechen von einer Verwirrungstaktik der Mineralölkonzerne zur Gewinnmaximierung. Von vielen Autofahrern werden die häufigen Preisveränderungen als Ärgernis empfunden.

Preismeldestelle startet vielleicht im Sommer

Gegenwärtig bereitet das Bundeskartellamt den Aufbau einer Preismeldestelle vor, die eventuell im Sommer oder im Herbst ihre Arbeit aufnehmen wird. Völlig offen ist, ob diese Meldestelle, die alle Autofahrer mit aktuellen und korrekten quasi amtlichen Preisdaten versorgen soll, den Preiswettbewerb eher dämpft oder nochmals anheizt. Dazu liegen keine Erfahrungen vor.

Benzinpreis
Warum Tanken eigentlich nicht teurer geworden ist

Bei Autofahrern mag es sich an der Tankstelle anders anfühlen. Aber für die Benzinrechnung müssen Arbeitnehmer heute nicht länger arbeiten als früher. Lohnzuwachs und Verbrauchsminderung gleichen die Preissteigerung aus – noch.

„Wir sehen durch die Markttransparenzstelle auf jeden Fall Vorteile für den Verbraucher“, sagte Andreas Hölzel vom ADAC in München. Durch informierte Verbraucher könne sich der Wettbewerb auf dem Benzinmarkt verbessern und damit auch das Preisniveau insgesamt im Zaum gehalten werden. (dapd/dpa)


Kommentare
28.12.2012
18:40
Spitzendummheit
von wohlzufrieden | #8

Sehe ich mir die so genannten "Umfragewerte" von Frau Merkel an, würde ich sagen: "2012 war das bisher dümmste Jahr." Ich bin mir aber völlig sicher, das bei der fortlaufenden Verdummung durch die Medien diesbezüglich jedes neue Jahr ein Rekordbrecher wird...

1 Antwort
@ wohlunzufrieden
von cui.bono | #8-1

Zitat von Ihnen

"2012 war das bisher dümmste Jahr"Ich bin mir aber völlig sicher, das bei der fortlaufenden Verdummung durch die Medien diesbezüglich jedes neue Jahr ein Rekordbrecher wird..."

Das stimmt zu 100%. Man merkt es an Ihren Kommentaren. Nur werden die stündlich dümmer und nicht jährlich!

28.12.2012
11:50
Spritpreisrekord – 2012 war das teuerste Jahr an der Tankstelle
von buerger99 | #7

Es ist politisch gewollt ! In Frankreich hat der Staat auf 3cent verzichtet und alle Ölmultis haben sich ebenfalls verpflichtet um 3cent den Preis zu senken. Somit sind in Frankreich die Spritpreise auf politischen Druck um 6cent gesenkt worden!
Zudem gibt es in Frankreich immer noch Normal Benzin zu kaufen, in Deutschland gar nicht mehr.
So lange die Politik einer der größten Preistreiber ist, der Industrie Persilscheine ausstellt und ewig neue Steuern und Abgaben erfindet wird sich daran auch nichts ändern.
Über 80% des Spritpreises kassiert der Staat, aber nirgend wo in Europa verdienen die Ölmultis so wenig am Sprit. Es ist eine politisch gewollte Scheindiskussion.
Warum hat die WAZ nicht auf der 1. Seite berichtet :
Frankreich Spritpreise 6cent runter ? und Deutschland ?

28.12.2012
11:14
Nachrichten = Neuigkeiten!
von leserschwert | #6

Ist wohl mal wieder nachrichtenarme Zeit...

Wo ist der Nachrichtenwert? Die Tatsache, dass sich mal wieder irgendjemand ne Pressemeldung zum Thema "Spritpreise" aus dem Kreuz geleiert hat, kanns ja nicht sein.

Der ADAC würde schließlich auch bei Spritpreisen von 50 ct "Wucher" und "Abzocke" brüllen.

28.12.2012
10:49
Spritpreise
von klabautermann77 | #5

Und die Grünen schauen gequält auf das Bild:

Noch immer das Ziel nicht erreicht - der Spritpreis noch immer zu niedrig.
Sie arbeiten aber noch daran.

28.12.2012
10:24
Und immer wieder grüßt das Murmeltier!
von cui.bono | #4

Wenn dann den Redakteuren gegen Ende des Jahres nichts mehr einfällt gibt es immer die ganz beliebten Schlagzeilen die man jedes Jahr unbesehen wiederverwerten kann.

1. Spritpreisrekord
2. Umtauschaktion
3. Böller-Einkauf
4. Das neue Jahr kommt

und weitere sehr überraschende Neuigkeiten.

Das ist doch wirklich ein Grund mehr sich die WAZ zu kaufen! :-)

28.12.2012
10:07
Spritpreisrekord – 2012 war das teuerste Jahr an der Tankstelle
von TVtotal | #3

Ölmultis und Finanzminister hatten ihre helle Freude...nächstes Jahr soll der Sprit ja billiger werden wegen der Preismeldepflicht...wer daran glaubt, außer Politiker, der glaubt auch das es Elefanten sind die in unseren Bäumen sitzen!

28.12.2012
09:28
Spritpreisrekord – 2012 war das teuerste Jahr an der Tankstelle
von waddeldaddel | #2

Ich meinte ende Dezember 2013

28.12.2012
09:26
Spritpreisrekord – 2012 war das teuerste Jahr an der Tankstelle
von waddeldaddel | #1

Ich weiss jetzt schon wie die Schlagzeile ende Dezember lautet,
Spritpreisrekord- 2013 war das teuerste Jahr an der Tankstelle.

Aus dem Ressort
Metro rutscht wegen laufender Sparprogramme in rote Zahlen
Metro
Der Einzelhandels-Riese Metro veröffentlichte am Donnerstag seine neuesten Geschäftszahlen. Gleich in mehreren Sparten rutschte das MDax-Unternehmen in die roten Zahlen. Der Umsatz nahm leicht ab.
Fünf Argumente für eine Lohnerhöhung - und fünf dagegen
Tariferhöhungen
Bundesbank-Chef Jens Weidmann fordert dreiprozentige Lohnerhöhungen. Auch die Europäische Zentralbank spricht sich für einen kräftigen Schluck aus der Pulle für Arbeitnehmer aus. Die Top-Banker wollen den Konsum ankurbeln. Je fünf Argumente für und gegen kräftige Aufschläge.
Warum Benzin auch in den Ferien relativ günstig ist
Benzinpreise
Krisen in der Welt, Ferien in Deutschland – aber die Spritpreise bleiben stabil. Experten haben eine Erklärung dafür und verweisen unter anderem auf die USA. „Früher hieß es immer: Wenn die Ferien losgehen, steigen die Benzinpreise. Das stimmt so nicht mehr“, heißt es beim ADAC.
Keine Einigung mit Hedgefonds - Argentinien vor Staatspleite
Staatspleite
Das Tischtuch ist wohl zerschnitten: Argentinien und die Hedgefonds haben sich nicht geeinigt. Das Land steht vor der Staatspleite, sieht sich aber moralisch im Recht. Von "Zahlungsausfall" könne nicht die Rede sein, denn schließlich zahle Argentinien seine Schulden.
Umfrage
Die Bundesregierung erwägt, Arzttermine zentral zu vergeben , um lange Wartezeiten zu verhindern. Eine gute Idee?

Die Bundesregierung erwägt, Arzttermine zentral zu vergeben , um lange Wartezeiten zu verhindern. Eine gute Idee?