Das aktuelle Wetter NRW 16°C
Opel

Opel-Mutter GM bekräftigt Werks-Schließungen in Europa

02.08.2012 | 21:21 Uhr
Opel-Mutter GM bekräftigt Werks-Schließungen in Europa
Opel-Aufsichtsratschef Stephen Girsky fordert eine schnellere Sanierung von Opel.Foto: Getty Images

Detroit/Rüsselsheim.  Der Autokonzern Opel kommt nicht zur Ruhe. Nachdem die Konzernmutter GM nun europaweit im zweiten Quartal 361 Millionen Euro Verluste machte, fordert Opel-Aufsichtsratschef nun eine schnellere Sanierung. Unterdessen bekräftigt GM, dass in Europa Werke geschlossen werden sollen.

Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) verhandelt nach eigenen Angaben mit den Gewerkschaften über die Schließung von einem oder mehreren Standorten in Europa. Beim deutschen Autobauer Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall sollten "dauerhaft" Produktionskapazitäten abgebaut werden, sagte GM-Sprecher James Cain der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag. Auf die Frage, ob dies die Schließung einer oder mehrerer Werke in Europa bedeute, antwortete er: "Ja, darüber wird derzeit verhandelt." Zuvor hatte GM-Chef Dan Akerson gesagt, bis zum Herbst eine "umfassende Einigung" mit der IG Metall über die Zukunft von Opel erreichen zu wollen.

GM dringt bei seiner angeschlagenen Europa-Tochter Opel auf schnellere Sanierungserfolge. "Wir sind nicht schnell genug gewesen", erklärte Opel-Aufsichtsratschef Stephen Girsky, der auch Strategiechef des Detroiter Mutterkonzerns ist, am Donnerstag. Opel hatte Vorstandschef Karl-Friedrich Stracke vor Kurzem überraschend von seinem Posten entbunden. Als Grund dafür wurde vermutet, dass GM die Sanierung nicht schnell genug voranschreitet. Opel leidet besonders stark unter dem Verkaufsrückgang in den Krisenstaaten Südeuropas und schreibt tiefrote Zahlen.

Weltweiter Einbruch des Gewinns

Von April bis Juni häufte GM in seinem Europageschäft unter Führung von Opel einen Betriebsverlust von 361 Millionen Dollar an. Vor einem Jahr hatte noch ein operativer Gewinn von gut 100 Millionen Dollar in den Büchern gestanden. Die Verluste summierten sich bis Ende Juni auf fast 620 Millionen Dollar (502 Millionen Euro). Arbeitnehmer fürchten, dass der US-Konzern nun noch stärker auf Werksschließungen in Europa dringen wird, um die Verluste einzudämmen. Girsky äußerte sich dazu nicht. Er bekräftigte, GM halte an seinem Sanierungsplan für Opel fest. Den hatte der Aufsichtsrat erst jüngst - damals noch im Beisein von Stracke - verabschiedet. Teile des Plans seien Kostensenkungen, Absatzsteigerungen, höhere Gewinnmargen und Bürokratieabbau, erklärte Girsky.

Weltweit brach der GM-Gewinn um eine Milliarde Dollar auf 1,5 Milliarden Euro ein. Beobachter hatten allerdings mit einem noch stärkeren Rückgang gerechnet. Der Umsatz sank um rund 2 Milliarden Dollar auf 37,6 Milliarden Dollar. "Wir müssen mehr tun, um den Gegenwind auszugleichen", sagte Vorstandsvorsitzender Dan Akerson. Opel hatte in den letzten Jahren Milliardenverluste angehäuft und steht vor einer neuen Sanierungsrunde mit Arbeitsplatzverlusten. Die Opel-Produktion fiel im zweiten Quartal um 30 Prozent auf nur noch 230.000 Fahrzeuge. (rtr/dapd/afp)


Kommentare
03.08.2012
12:31
Opel-Mutter GM bekräftigt Werks-Schließungen in Europa
von astor97 | #4

so wie ich mir kein Nokia-Handy kaufe, so kaufe ich mir auch keinen Opel ach und nach Amerika fliege ich auch nicht..... schönen Tag noch

03.08.2012
05:44
Opel-Mutter GM bekräftigt Werks-Schließungen in Europa
von silverstone | #3

Opel fährt man ebend nicht.....man fährt Chevy lol

02.08.2012
23:09
GM setzt längst auf Chevrolet als Billigheimer...
von FreieMeinung79 | #2

so enfach ist das

02.08.2012
16:43
Sanierung ? wie in USA üblich ?
von KFR001 | #1

... Bankrott erklären , alle entlassen, Schulden vom Staat bezahlen lassen und die willigen zum halben Lohn wieder einstellen ? Viel Spass !

Aus dem Ressort
Mehr als 300 Millionen Euro Strafe für "Wurstkartell"
Wurst
Wegen angeblicher Preisabsprachen will das Bundeskartellamt in der kommenden Woche Bußgelder in Millionenhöhe verhängen. Am härtesten trifft es laut einem Medienbericht wohl den Unternehmer Clemens Tönnies und die Bell-Gruppe, zu der die deutschen Wursthersteller Abraham, Hoppe und Zimbo gehören.
Oberhausener Händler wollen Decathlon-Filiale verhindern
Wirtschaft
Das ehemalige Stahlwerksgelände am Oberhausener Centro steht seit Jahren leer. Nun plant der Sportartikelhändler Decathlon dort eine Filiale. Die anderen Fachhändler der Stadt wollen dies mit allen Mitteln verhindern. Sie sehen den lokalen Handel und Arbeitsplätze gefährdet.
Die Wirtschaft leidet unter den maroden Brücken
Infrastruktur
„Es muss deutlich mehr gegen die marode Verkehrsinfrastruktur getan werden!“ Das fordern Burkhard Landers und Stefan Dietzfelbinger von der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer im Gespräch mit NRZ-Chefredakteur Manfred Lachniet.
Was René Benko für die Warenhauskette Karstadt plant
Karstadt
Der Österreicher René Benko ist ein entscheidender Akteur, wenn es um die Zukunft der Essener Warenhauskette Karstadt geht. Er setzt vor allem auf Einkaufszentren in Innenstädten. Ganz gleich, ob es mit Karstadt aufwärts oder abwärts geht – Benko ist am Zug.
Netzagentur-Chef gibt Briefporto-Erhöhung wenig Chancen
Dienstleistungen
Der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, erwartet von der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) eine dämpfende Wirkung auf den Strompreisanstieg. Eine Erhöhung des Briefportos sieht er hingegen eher nicht.
Umfrage
Türkische Bürger, die zu ihrem Ehepartner nach Deutschland ziehen wollen, müssen nach einem EuGH-Urteil keine Sprachtests absolvieren. Eine richtige Entscheidung?

Türkische Bürger, die zu ihrem Ehepartner nach Deutschland ziehen wollen, müssen nach einem EuGH-Urteil keine Sprachtests absolvieren. Eine richtige Entscheidung?