Revier-Raffinerien kommen unter das Dach der BP

Die Raffinerie der Ruhr Oel GmbH in Gelsenkirchen-Scholven soll eine hundertprozentige BP-Tochter werden.
Die Raffinerie der Ruhr Oel GmbH in Gelsenkirchen-Scholven soll eine hundertprozentige BP-Tochter werden.
Foto: www.blossey.eu

Gelsenkirchen/Mülheim.. Die beiden Ruhrgebiets-Raffinerien Gelsenkirchen-Scholven und DHC Solvent Chemie in Mülheim sollen zum Jahresende vollständig unter das Dach des Mineralölkonzerns BP kommen. Das teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Die beiden Standorte gehören bislang zur Ruhr Oel GmbH – ein Joint Venture, an dem BP und der russische Konzern Rosneft jeweils die Hälfte halten. Diese Partnerschaft wollen beide Seiten nun auflösen. Auf dem St. Petersburger Wirtschaftsforum haben BP und Rosneft eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet.

Gelsenkirchen und Mülheim betroffen

Danach will Rosneft seine Anteile an den ebenfalls zu Ruhr Oel gehörenden Raffinerien Bayernoil, Miro und PCK sowie der Transalpinen Pipeline verdoppeln. Im Gegenzug soll BP jeweils 100 Prozent an den Raffinerien in Gelsenkirchen (1700 Mitarbeiter) und Mülheim (70) halten. BP erweitere damit ihre Rohölverarbeitungskapazität in Deutschland um sechs Prozent auf 18,2 Millionen Tonnen jährlich, teilte der Konzern mit. Nach Angaben einer Sprecherin will die BP ihren 19,75-Prozent-Anteil an Rosneft behalten.

Michael Schmidt, Vorstandsvorsitzender der BP Europa mit Sitz in Bochum, begrüßte die angestrebte Neuordnung: „Die vollständige Übernahme des Raffinerie- und Pe­trochemiekomplexes Gelsenkirchen erlaubt es uns, unser Raffinerie- und Petrochemiegeschäft im Zen­trum Europas neu zu fokussieren, es weiter zu vereinfachen und effizienter zu gestalten.“ Die Auswirkungen auf die Standorte in Gelsenkirchen und Mülheim sind noch unklar. Die Zustimmung der Betriebsräte und Behörden steht noch aus.