Per Fingerabdruck zum Konto bei der Deutschen Bank

Ralf Stothmann von der Deutschen Bank in Essen präsentiert die Fingerabdruck-Erkennung.
Ralf Stothmann von der Deutschen Bank in Essen präsentiert die Fingerabdruck-Erkennung.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Deutsche Bank und Commerzbank investieren in ihre Online-Banking-Angebote. Dazu gehören "Photo-TAN" und Fingerabdruck. Sicherheit und Komfort im Vordergrund.

Essen.. Die beiden größten deutschen Geldinstitute wollen ihre Onlinebanking-Angebote sicherer und komfortabler machen. Marktführer Deutsche Bank führt den digitalen Zugang zum Konto per Fingerabdruck ein. Die Commerzbank als Nummer zwei verspricht ihren Kunden ab Januar eine „Sicherheitsgarantie“.

Der Trend zur Geldüberweisung per Computer oder Smartphone ist ungebrochen. „Neun von zehn Transaktionen im einfachen Bankgeschäft erfolgen inzwischen mobil“, sagt Ralf Strothmann, Leiter des Marktgebiets Essen-Nord/Oberhausen der Deutschen Bank. „Die Kunden wollen aber absolut sicher sein.“

Die Deutsche Bank ist deshalb mit einer neuen Technik an den Start gegangen. Der Fingerabdruck, der bekanntermaßen einmalig sein soll, legitimiert künftig den Zugang zum eigenen Konto und ersetzt die persönliche Identifikationsnummer PIN. Das neue Fingerabdruck-Verfahren können zunächst nur Nutzer eines iPhone ab Version 5s in Anspruch nehmen. Eine Ausweitung für Smartphones anderer Hersteller soll folgen, so die Deutsche Bank.

200 Millionen für digitale Offensive

Aber auch Kunden, die nicht mit einem Apple-Gerät telefonieren, sollen ihre Bankgeschäfte sicherer erledigen können. Statt der Transaktionsnummer (TAN), die Verbraucher bislang als Listen oder per SMS zur Verfügung gestellt kamen, setzt die Deutsche Bank nun auf die Photo-TAN. Bei jeder mobilen Transaktion wird eine Grafik erzeugt, die Kunden mit Hilfe einer kostenlosen App oder einem externen Lesegerät scannen können. „Die Photo-TAN ist an das eigene Handy gekoppelt“, betont Marktgebietsleiter Strothmann. Das mache die Technik sicherer. „Strategie 2015+“ nennt die Deutsche Bank ihre 200 Millionen Euro teure digitale Offensive.

Die Photo-TAN will auch die Commerzbank anbieten. „Als erste große Filialbank führen wir ab 2. Januar 2015 eine Sicherheitsgarantie für Kunden ein, die für ihre Online-Geschäfte Foto-TAN oder mobile TAN nutzen“, sagte Privatkundenvorstand Martin Zielke. „Das heißt: Die Commerzbank übernimmt in Problemfällen die vollständige Haftung und erstattet die komplette Schadenssumme – vorausgesetzt, der Kunde ist sorgfältig mit seinen Daten umgegangen.“ Bisher galt eine Selbstbeteiligung der Kunden von 150 Euro.

Online-Haushaltsbuch

„Die Zukunft des Banking ist digital, aber auch noch persönlich“, sagte Zielke. „Ich kann mir eine Flächenbank ohne Filialen nicht vorstellen. Aber noch weniger kann ich mir eine Flächenbank vorstellen, ohne ein zeitgemäßes mobiles und digitales Angebot.“

Wie andere Institute auch will die Commerzbank es 2015 für immer mehr Produkte ermöglichen, sich für deren Abschluss online am heimischen Rechner zu legitimieren – statt wie bislang etwa in der nächsten Postfiliale. Im ersten Quartal des neuen Jahres soll den Kunden zudem ein digitales Haushaltsbuch zur Verfügung gestellt werden. Auch das bietet die Deutsche Bank bereits an. Mit einem Klick stellt der „Finanz-Planer“ in Diagrammen Einnahmen und Ausgaben dar.

Die Banken reagieren mit ihren Angeboten auch auf den weltweiten Smartphone-Boom. Bis 2020 soll ihre Zahl auf vier Billionen hochschnellen, reczhnen Experten. In Deutschland sind 55 Millionen Menschen täglich im Internet unterwegs.