Aluminiumspezialist HAI investiert 20 Millionen Euro am Standort Soest

Die österreichische Unternehmensgruppe Hammerer Aluminium Industries (HAI) investiert in den Jahren 2016 und 2017 insgesamt rund 20 Millionen Euro am Standort Soest, dem früheren Honsel-Werk. CEO Rob van Gils (links) und der Technische Geschäftsführer Dr. Markus Schober beim symbolischen Spatenstich für eine Strangpressanlage am Standort Soest. Eine Investition in Höhe von 12 bis 12,5 Millionen Euro. Ende 2017 soll die Anlage betriebsbereit sein, etwa 50 neue Arbeitsplätze sollen entstehen.
Die österreichische Unternehmensgruppe Hammerer Aluminium Industries (HAI) investiert in den Jahren 2016 und 2017 insgesamt rund 20 Millionen Euro am Standort Soest, dem früheren Honsel-Werk. CEO Rob van Gils (links) und der Technische Geschäftsführer Dr. Markus Schober beim symbolischen Spatenstich für eine Strangpressanlage am Standort Soest. Eine Investition in Höhe von 12 bis 12,5 Millionen Euro. Ende 2017 soll die Anlage betriebsbereit sein, etwa 50 neue Arbeitsplätze sollen entstehen.
Foto: HELMECKE, Jens
Was wir bereits wissen
Soest. Die österreichische Unternehmensgruppe Hammerer Aluminium Industries (HAI) investiert in den Jahren 2016 und 2017 insgesamt rund 20 Millionen Euro am Standort Soest, dem früheren Honsel-Werk mit derzeit 260 Beschäftigten.

Soest..  Die österreichische Unternehmensgruppe Hammerer Aluminium Industries (HAI) investiert in diesem und dem kommenden Jahr insgesamt rund 20 Millionen Euro am Standort Soest. Gestern gab die Unternehmensleitung den Startschuss für den Bau einer Alu-Strangpresslinie zur Herstellung von Bauelementen.

Mit dieser Investition bekommt das Werk Soest neben der Automobilleichtbauproduktion ein zweites, festes Standbein. „Wir wollen zeigen, dass auch in Hochlohnländern Erfolg möglich ist“, sagte der Vorstandsvorsitzende Rob van Gils. HAI hat zwar auch ein Werk in Rumänien. Im Gießereibetrieb in Südosteuropa werden allerdings lediglich Vorprodukte hergestellt. „Dort hätten wir beim Know-how bei Null anfangen müssen“, sagt van Gils, und umgekehrt habe HAI in Soest „gute Leute, ein gutes Team. Darauf setzen wir.“

Das Know-how der Belegschaft spricht für den Standort Soest

Trotz höherer Löhne rechne sich Soest – und trotz hoher Energiekosten. Hier sei Soest im Vergleichsranking sogar auf dem letzten Platz gelandet - „wegen eurer netten Umlage“, wie der Chef des Unternehmens einwirft. Auch dies störte HAI am Ende nicht. Neben der Belegschaft, die Qualität garantiere, habe die Nähe zu wichtigen Kunden in NRW eine Rolle gespielt. Und dies nicht unbedingt wegen geringerer Transportkosten, sondern als Signal. Zum einen sind es Kunden aus dem Automobilbereich, mit der neuen Anlage sollen aber auch namhafte Hersteller aus dem Bausegment wie Schüco, zur Fuchs-Gruppe in Meinerzhagen gehörend, beliefert werden.

Eine Grundauslastung der neuen Strangpressanlage, die jährlich 16 000 Tonnen Produkte erzeugen kann, ist garantiert. Hintergrund: Die Presse, die in Soest aufgestellt wird, ist nicht neu, sondern lediglich neuwertig. HAI hat sie dem Metallbauunternehmen Schletter abgekauft. Spezialisiert auf Unterkonstruktionen für Photovoltaikanlagen, wollte sich das mittelständische Unternehmen aus Süddeutschland mit einer eigenen Strangpressanlage vor wenigen Jahren unabhängiger machen, hat sich dabei aber im insbesondere von Asiaten hart umkämpften Solarmarkt möglicherweise übernommen. Zusammen mit der Anlage hat HAI mit Schletter nun einen Liefervertrag über drei Jahre vereinbart. 10 000 Tonnen Material pro Jahr werden demnach an Schletter geliefert, zunächst noch von Österreich aus, bis die Anlage in Soest tatsächlich läuft.

Dieser Herausforderung wird sich der Technische Geschäftsführer Markus Schober widmen. Aktuell ist der Chef-Ingenieur mindestens alle 14 Tage in Soest. Wenn die Halle steht und die Presse aufgestellt werden wird, dürfte sich eventuell ein Zimmer am Hellweg lohnen. Der Aufbau einer solchen Anlage, die am Ende mit Bestückung, Vorerwärmung, Auslauf und weiteren Komponenten den 200 Meter langen Hallenneubau weitgehend füllen wird, ist kein Kinderspiel. Auf Knopfdruck funktioniert es jedenfalls nicht. Ingenieurkunst ist gefragt, HAI hat damit Erfahrung.

Hammerer Aluminium Industries, offensichtlich liquide, ist also weiter auf einem Expansionskurs, den Konkurrenten genau beobachten dürften. Der „Schnapp“ bei Schletter ist nur ein Mosaikstein, der dem ein oder anderen in der Branche durchaus Respekt abnötigen dürfte. Gut für die Zukunft am Standort Soest, Westfalen und vor allem die Belegschaft dort.