123,5 Millionen für RRX-Fahrzeuge

Insgesamt sollen nach Fertigstellung sechs RRX-Linien zwischen dem Rheinland und Westfalen verkehren. In Südwestfalen oder im Ennepe-Ruhr-Kreis gibt es keinen Haltepunkt.
Insgesamt sollen nach Fertigstellung sechs RRX-Linien zwischen dem Rheinland und Westfalen verkehren. In Südwestfalen oder im Ennepe-Ruhr-Kreis gibt es keinen Haltepunkt.
Foto: Quelle MBWSV/Grafik Manuela Nossutta
Was wir bereits wissen
Westfalen trägt über seine Zweckverbände das Verkehrsprojekt für die Rhein-Ruhr „solidarisch mit“.

Hagen/Siegen..  Wenn am Donnerstagvormittag im Gartensaal des Düsseldorfer Verkehrsministeriums der Grundsatzvertrag für den Betrieb des Rhein-Ruhr-Express’ (RRX), das größte Schieneninfrastrukturprojekt in NRW seit Jahrzehnten, unterzeichnet wird, setzt auch ein Vertreter des Zweckverbands Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) seine Unterschrift unter das Vertragswerk – und geht damit auch finanzielle Verpflichtungen ein. 900 Millionen Euro kostet alleine die Beschaffung der 80 bis 85 Fahrzeuge. Der NWL ist daran mit 21,5 Prozent beteiligt. Macht 123,5 Millionen Euro. Für eine Zugschnellverbindung, die gar nicht in Südwestfalen verkehrt; nicht mal Hagen, als Tor ins oder aus dem Sauerland, oder den Ennepe-Ruhr-Kreis anfährt.

Finanziert wird der NWL-Anteil von 123,5 Mio. Euro über Kredite. Die Zweckverbände können sich, wie Gemeinden, Städte und Kreise, Geld über Kommunalkredite zu günstigen Zinsen leihen. Deshalb lautet die Einschätzung aus dem NWL: Für die finanzielle Beteiligung am RRX werde „nichts in Südwestfalen geopfert“. Vielmehr hat die Verbandsversammlung, die vorgestern tagte, eine positive Einstellung zum dem Vorzeigeprojekt: Der RRX sei eine „Gesamtaufwertung für Nordrhein-Westfalen“ – und damit auch für die Regionen, die nicht unmittelbar an die geplanten insgesamt sechs RRX-Linien angeschlossen seien. Das „Zukunftsprojekt“ werde daher „solidarisch mitgetragen“.

44 Monate bis zur Zulassung

Außerdem verweisen Insider darauf, dass der NWL „maßgeblich dazu beigetragen habe“, dass die Außenstrecken Münster, Paderborn und Kassel (Hessen) an den zentralen Korridor Köln-Düsseldorf-Essen-Dortmund und später Hamm angebunden werden.

Von Hagen aus soll der bisherige Regionalexpress RE 4 (Dortmund-Hagen-Wuppertal) die Fahrgäste als Zubringerlinie an die RRX-Knotenpunkte heranführen.

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Die Beschaffung der Fahrzeuge, die die NRW-Verkehrsverbünde an den künftigen Betreiber des RRX quasi verpachten, steht zu Beginn der Aktivitäten, weil „bei der Neuzulassung von Fahrzeugen ein Zeitrahmen von mindestens 44 Monaten bis zur Betriebsaufnahme“ eingeplant werden müsse. Ab Dezember 2016 soll der RRX seinen Betrieb auf einer ersten Linie starten, so die bisherige Planung.