Dschungelcamp sollte laut Medienethiker auf Helmut Berger verzichten
11.01.2013 | 15:01 Uhr 2013-01-11T15:01:46+0100
Essen. Darf RTL mit dem kranken Ex-Weltstar Helmut Berger im Dschungelcamp Quote machen? Nein, sagt Medien-Ethiker Christian Schicha: RTL müsse Berger vor sich selber schützen - aus moralischen, menschlichen und medizinischen Gründen. RTL sagt: Alle Kandidaten werden psychologisch und ärztlich überwacht.
Wie weit darf man für die Quote gehen? RTL testet die Grenzen wie kein zweiter Fernsehsender in Deutschland. Dieter Bohlen darf vor „DSDS“-Millionenpublikum junge Leute in menschenverachtender Weise niedermachen, „Bauer sucht Frau“ macht einsame Landwirte lächerlich. Alles juristisch einwandfrei, so lange ein rechtlich mündiger Mensch den entsprechenden Vertrag unterschrieben hat.
Das hat offenbar auch Helmut Berger getan. Der Schauspieler - früher ein Weltstar, heute gezeichnet von der Alkoholsucht - soll mit Ausfällen im RTL-Dschungelcamp für Quote sorgen. „Unverantwortlich“ findet das Medien-Ethiker Christian Schicha – und fordert den Kölner Sender auf, Bergers Menschenwürde zu wahren: „Ich plädiere dafür, das Format ohne Berger fortzuführen.“
RTL muss Helmut Berger "vor sich selber schützen"
Dass Stil-Katastrophen zum Konzept des RTL-Dschungelcamps gehören, ist Professor Schicha von der privaten Mediadesign Hochschule in Düsseldorf klar: „Das ist das Prinzip der Sendung“, ehemalige Promis, die sich daneben benähmen , und Konflikte unter den Teilnehmern brächten nun mal die entsprechende Aufmerksamkeit.
Bisher, meint Schicha, hätten in der Regel auch die Kandidaten von der Sendung profitiert, etwa durch einen kurzfristigen Aufmerksamkeitsschub - und damit alle Beteiligten gewonnen.
Das Dschungelcamp geht 2013 bei RTL in die siebte Runde. Wieder blamieren sich C-Promis bei eckligen Prüfungen vor einem Millionenpublikum. Infos, Storys und Hintergründe zu "Ich bin ein Star, holt mich hier raus!" lesen Sie auf unserer Spezialseite.
Der Fall Helmut Berger liegt für den Kommuni-kationswissenschaftler anders: „Berger ist offensichtlich ein schwer kranker Mann. Man muss ihn vor sich selber schützen.“ Schon bei der Abreise nach Australien war der Schauspieler am Flughafen betrunken aufgefallen .
Der Gewinn für RTL bei der Verpflichtung des 68-Jährigen sei offensichtlich: „Es ist klar: Wenn der auftritt, geht was daneben .“ Dennoch habe der Sender die Pflicht, einen Riegel vorzuschieben – aus moralischen, menschlichen und medizinischen Gründen. Und sogar aus Selbstschutz: Dass Berger in seinem Zustand als Dschungelcamper verpflichtet wurde, sei auch „rufschädigend für RTL“.
RTL: Alle Kandidaten werden psychologisch und ärztlich überwacht
Das sieht man in Köln selbstverständlich anders. Und auch, dass Berger vor sich selbst geschützt werden muss. „Helmut Berger geht freiwillig ins Dschungelcamp und kennt die dortigen Herausforderungen und Bedingungen genau“, erklärt RTL-Sprecher Konstantin von Stechow auf Anfrage: „Er hat ausdrücklich erklärt, sich dieser Aufgabe stellen zu wollen.“ Alle Kandidaten würden „permanent psychologisch und ärztlich überwacht“, so der Sprecher – weitere Fragen zum Thema will RTL vorerst nicht beantworten.

19:22
ich bin dafür das das Fernsehn auf das Dschungelcamp verzichten sollte!
BITTE
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19:19
"""Was ist denn bloß aus dem Land der Dichter und Denker geworden..""""
So, #6 RANRW , nachgeholt!
Danke für das erinnern!
"g"
Neeeiiinnnnn......lol
18:17
Wird bestimmt ganz lustig heut abend.
Dieses Jahr hat anscheinend noch gar kein Forist die ebenso unsägliche wie schon fast unvermeidliche Litanei " Was ist denn bloß aus dem Land der Dichter und Denker geworden..." angestimmt. Brrrr.....bei diesen lächerlichen Phrasen gruselt es mich immer fast so wie bei dem eigentlich noch schlimmeren "Herr, wirf Hirn vom Himmel"......
18:06
Für mich ist es Bild-Zeitungs-Niveau, daß Themen wie "Dschungelcamp" zur Startseite
und Aufmacher der WAZ gehören.
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17:43
Na dann bin ich ja beruhigt das ihr wohl nicht über das jungelcamp berichten werdet.
17:26
hätte mal besser RTL kritisiert, als ihr noch Teile der RTL group gehörten:-) Jetzt kann man sagen, das ein grosser Medienkonzern (WAZ) einen anderen grossen Medienkonzern (Bertelsmann) kritisiert. Da werden dann ominöse "Medien -Ethiker", von denen niemand wusste, das es sie gibt, hervorgekramt, um den anderen Medienkonzern zu schaden.
Aber eigentlich macht die WAZ ja nur Werbung für das Dschungel Camp.
17:18
Vor Allem wird hier wieder klar gemacht, dass der Einzelne entmündigt wird. Wenn sich Herr Berger lächerlich machen möchte, soll er das tun. Wer es nicht anschauen will, kann einen anderen Sender wählen. Ansonsten gebe ich "Eduard79" völlig recht. Gut dass wir in Deutschland keine Medienzensur haben.
17:11
Eins ist für mich klar:
Wer sich derzeit in den Medien "moralapostelnd" oder pseudo-kritisch zum Dschungelcamp äußert, der will nur eines: Aufmerksamkeit. Genauso, wie die Kandidaten, die drin sitzen. Nur halt scheinheiliger.
Als "Medien-Ethiker" weiß man natürlich, wann ein günstiger Zeitpunkt ist, um Gehör zu finden.