Bildsprache lernen
26.06.2009 | 09:00 Uhr 2009-06-26T09:00:00+0200
Die Ludwig Galerie im Schloss Oberhausen zeigt ab Samstag „Baselitz, Lüpertz, Penck & Co: Zeichnerische Positionen aus der Sammlung Ludwig”.
Georg Baselitz hat die Kunstwelt nicht gleich auf den Kopf gestellt. Anfangs hatten seine Helden, die „Neuen Typen” und die „Großen Freunde” noch Bodenhaftung. Dann kippen sie um. Liegen auf der Seite, das Motiv tritt in den Hintergrund, die Struktur der Zeichnung fällt auf. Schließlich steht der „Wald auf dem Kopf”: Es ist das erste Motiv, das Baselitz um 180 Grad dreht – der Gegenstand spielt keine Rolle mehr. Diese Entwicklung ist jetzt in der Ludwig Galerie nachzuvollziehen: „Baselitz, Lüpertz, Penck & Co” heißt die Ausstellung mit „Zeichnerischen Positionen aus der Sammlung Ludwig”, die am Samstag, 27. Juni, im Schloss Oberhausen eröffnet wird.
Künstlerische Freiheit
„Die Umkehrung des Motivs im Bilde gab mir die Freiheit, mich mit malerischen Problemen auseinander zu setzen”, hat Baselitz mal erklärt. Und was man aus seinen Zeichnungen ablesen kann, können Besucher nicht nur selbst sehen, sie können es auch lesen – in vielen Texten neben den Kunstwerken, einen eigenen Katalog zur Ausstellung gibt es nicht.
Die Entwicklung dieser deutschen Maler, von Baselitz, Markus Lüpertz und von A.R. Penck, die in den vergangenen Jahrzehnten die bildende Kunst auch international geprägt haben, will Galerie-Direktorin Christine Vogt, die die Schau zusammengestellt hat, sichtbar machen. Sie will zeigen, wie Lüpertz seine „Stil-Bilder” entwickelt und wie A.R. Penck an nichts weniger als einer allgemeinen Bildsprache arbeitet.
Rund 180 Exponate hat Vogt aus der Sammlung Ludwig geliehen. Etwa 60 hängen im Kleinen Schloss, bis 6. September das Heim für „& Co”. Dort ist die Beleuchtung besonders schwierig: Mehr als 50 Lux dürfen aus konservatorischen Gründen nicht auf die Arbeiten auf Papier fallen, und der Raum hat immerhin eine Wand aus Glas.
Außerdem hat er nochmal viele Seh-Angebote: Während Kuratorin Vogt im Hauptgebäude die zeichnerische Entwicklung der drei Malerstars darstellen will, soll im Kleinen Schloss klar werden, wie breit die Sammlung Ludwig angelegt ist – mit Arbeiten aus West- und Osteuropa, aus Asien und Kuba.
Kunsttour von Oberhausen nach Duisburg
Die Schau wird am Samstag, 27. Juni, im Rahmen der „Extraschicht” eröffnet. Im Begleitprogramm bietet die Ludwig Galerie an der Konrad-Adenauer-Allee 46 am Samstag, 25. Juli, von 14 bis 18 Uhr eine „Kunsttour Baselitz, Lüpertz und Penck” an. Auf dem Programm: die grafischen Meisterwerke in der Ludwig Galerie und nach einer Fahrt im Busshuttle Meisterwerke der Malerei im Museum Küppersmühle im Duisburger Innenhafen. Die Tour kostet 29,50 Euro, Anmeldung unter 0208 - 412 49 28. Am Sonntag, 26. Juli, führt Galerie-Direktorin Christine Vogt, die die Ausstellung kuratiert hat, um 16 Uhr durch die Schau.
Die Ludwig Galerie ist dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Eintritt: 6,50 Euro, ermäßigt 3,50 Euro, die Familienkarte gibt es für 10,50 Euro. Jeden Sonntag gibt es um 11.30 Uhr eine öffentliche Führung. Weitere Führungen können unter 0208 - 412 49 13 vereinbart werden.
Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Ludwig Forum für Internationale Kunst in Aachen, das zum derzeit in Nordrhein-Westfalen laufenden „Jahr der Grafik” Kunst aus Nordamerika zeigt.

21:25
selten so gelacht.