Kliniken für psychisch kranke Täter in Lünen und Haltern
23.10.2012 | 11:33 Uhr 2012-10-23T11:33:04+0200
Lünen/Haltern. Das NRW-Gesundheitsministerium hat die fünf neuen Forensik-Standorte bekannt gegeben. In Lünen, Haltern, Hörstel, Reichshof und Wuppertal werden neue Plätze für psychisch kranke und suchtkranke Straftäter geschaffen. In der Vergangenheit gab es meist vor Ort erbitterten Widerstand gegen derartige Bauvorhaben.
NRW errichtet bis 2020 fünf neue forensische Kliniken zur Behandlung psychisch kranker und suchtkranker Straftäter. Weil die Zahl der Patienten im Maßregelvollzug in den letzten zehn Jahren von 1800 auf 3000 angestiegen ist , beschloss das Landeskabinett den Bau von 750 Plätzen. Neue Einrichtungen für jeweils 150 psychisch kranke Straftäter entstehen in Lünen (Areal Viktoria I/II), Haltern (Auguste Victoria), Hörstel (ehemaliger Militärflughafen), Reichshof und Wuppertal.
Ausbrüche hatten Ängste und massive Proteste in der Bevölkerung ausgelöst
Um erbitterte Widerstände an Standorten zu begrenzen, will sich NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) vor Ort der Diskussion stellen. „Wir stehen unter Druck und müssen möglichst schnell ausbauen“, sagte Steffens. Nachdem 125 Kommunen angeschrieben wurden , gab es aber nur sechs Standortvorschläge – darunter das RAG-Gelände in Lünen. Die ersten neuen Einrichtungen sollen in maximal fünf Jahren verfügbar sein. Derzeit verfügt NRW über 2400 Plätze an den 14 Standorten Bedburg-Hau, Düren, Essen, Köln, Langenfeld, Viersen, Dortmund, Lippstadt-Eickelborn, Marsberg, Haldern, Rheine, Herne, Duisburg und Münster.
Die forensischen Kliniken werden immer voller. Vor allem, weil Patienten immer schlechtere Chancen auf Entlassung haben. In NRW gibt es 2432 Plätze – demgegenüber stehen aber 2766 Patienten, die untergebracht werden müssen. Kostensteigerung um 150 Prozent.
Der Landesbeauftragte für den Maßregelvollzug, Uwe Dönisch-Seidel, betonte, dass es in neuen Forensik-Kliniken in NRW in den letzten zehn Jahren keinen Ausbruch gegeben habe. Auch die Zahl der Entweichungen – etwa bei zu später Rückkehr aus dem Urlaub oder vom Freigang – sei erheblich zurückgegangen. In der Vergangenheit hatten Ausbrüche und Geiselnahmen durch Patienten Ängste und massive Proteste in der Bevölkerung ausgelöst. „Klar ist: Der beste Schutz vor kranken Straftätern ist die Therapie“, warb Steffens für Verständnis.
Die neuen Einrichtungen werden videoüberwacht, verfügen über Sicherheitsschleusen und mehr als fünf Meter hohe Mauern oder Zäune. Patienten im Maßregelvollzug sind aufgrund ihrer Krankheit nicht oder vermindert schuldfähig. Jeder zweite Patient ist mindestens sechs Jahre in der Forensik. Die Delikte: 26 Prozent Körperverletzung, 16 Prozent Tötung und 20 Prozent Sexualdelikte.
Patienten sollen möglichst nicht von ihrer Familie getrennt werden
Dönisch-Seidel schätzt die Kosten für den Bau der fünf neuen Kliniken auf 240 Millionen Euro. Erst 2011 war der Ausbau in Herne und Münster abgeschlossen worden. Seitdem steigen die Zahlen weiter. „Wir wollen den Ausbau Schritt für Schritt umsetzen und müssen den Bedarf ständig prüfen“, sagte Steffens. Die fünf Kliniken entstehen dort, wo der Bedarf nach einer wohnortnahen Unterbringung am größten ist. Patienten sollen möglichst nicht von ihrer Familie und ihren Betreuern getrennt werden, um eine spätere Wiedereingliederung nach der Therapie zu erleichtern.
Die Landesregierung hat eine kostenlose Telefon-Hotline eingerichtet, um Bürgerfragen zu beantworten:
Tel. 0800 137 7 137 (montags bis freitags 8 bis 18 Uhr). Darüber hinaus gibt es Informationen im Internet:
Zudem wird es an den neuen Forensik-Standorten Planungsbeiräte geben, in denen Bürger frühzeitig Anregungen für die Bauplanung und Organisation einbringen können.
16:19
Erbitterte Widerstand kostet sehr wohl sehr viel. Erbitterter Widerstand ist sehr viel mehr als Lippenbekenntnis. Gandhi musste auch ins Gefängnis, obwohl er gewaltlos war. Man riskiert schon sehr viel, wenn man Straßensperren errichtet, Politiker mit faulen Eiern bewirft, sich an Bäumen ankettet, Pkws demoliert, Baustellen lahmlegt, sich als menschliches Schutzschild gibt, die Grundsteuer nicht mehr zahlt, die Psychiater bis nach Hause verfolgt.
... und gleich zweimal gepostet, weil Du selbst so begeistert von Deinem Beitrag bist?
22:48
Erbitterte Widerstände - na klar, es kostet ja nicht viel, sich gegen alles und jedes zu "wehren", "Wut" zu zeigen etc. Klar braucht es
Forensik, aber bitte woanders, nicht hier. Von den lokalen Politikern kann man auch gar nichts anderes erwarten, denn die befürchten ja, wenn sie zustimmen, nicht wiedergewählt zu werden. Ganz logisch, dass die ausgewählten Plätze völlig ungeeignet sind, ist doch selbstverständlich.
Die lokalen Politiker tun überhaupt nichts. Dieter God gab zu, dass ihm die Entscheidung seit 2 Monaten bekannt ist. Warum war er untätig?
Erbitterte Widerstand kostet sehr wohl sehr viel. Erbitterter Widerstand ist sehr viel mehr als Lippenbekenntnis. Gandhi musste auch ins Gefängnis, obwohl er gewaltlos war. Man riskiert schon sehr viel, wenn man Straßensperren errichtet, Politiker mit faulen Eiern bewirft, sich an Bäumen ankettet, Pkws demoliert, Baustellen lahmlegt, sich als menschliches Schutzschild gibt, die Grundsteuer nicht mehr zahlt, die Psychiater bis nach Hause verfolgt.
14:44
Die sollen so viele Einrichtungen bauen, wie sie wollen.
Aber dann soll man doch bitte die Ausbruchssicherheit garantieren und was am wichtigsten ist.
"Kontrollierter" Freigang in der unmittelbaren Umgebung wo sich potentielle Opfer aufhalten, darf es nicht geben.
Wenn man mit einer solchen Einrichtung damit rechnen muss, daß da mal wieder eine "psychisch" Kranker unterwegs ist, weil es mal wieder einen "wasserdichtes" Psychologen Gutachten gab, will ich so eine Einrichtung auch nicht in meiner Nachbarschaft.
Ich will auch keine Windkraftanlage in der NAchbarschaft haben, wo ich mit rechnen muss, daß mir der Rotor um die Ohren fliegt, soviel zu dem erbrachten Vergleich.
14:25
Wenn keiner eine solche Einrichtung haben will, ist es doch ganz einfach....
Lasst die Menschen in Freiheit und warten wir mal auf den Aufschrei der Bevölkerung.
#B.Schmitz
Dann gehören kranke Menschen auch nicht in Krankenhaus sondern auf den Friedhof oder?
13:05
Straftäter gehören nicht in eine Klinik sondern ins Gefängnis.
Im Knast sitzen verurteilte Straftäter eine in der Regel befristete Strafe ab.
Ist die verbüßt, kommen sie auf freien Fuß.
Der Aufenthalt in einer solchen Klinik ist prinzipiell unbefristet.
Was ist Ihnen also lieber?
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12:36
... die geistige Kurzsichtigkeit der Menschen.
Alles ist sinnvoll, nur nicht vor der eigenen Haustür. Ob Umweltanlagen oder Forensik ist da egal. Aber wehe, ein Täter muss freigelassen werden, weil kein Plstz da ist, dann ist das Geschrei auch wieder groß.
Die Argumente sind immer die gleichen. Es könnte ja so ein straftäter ausbrechen, und die unschuldigen Kinderlein rauben usw.
Dabei wird nur vergessen, dass diese Straftäter ja irgendwo herkommen müssen. Es gibt nicht die isolierte Insel als Geburtsstätte der psychisch Kranken, sondern das kann auch der nette Nachbar sein, der plötzlich über die Tochter des Nachbarn herfällt, oder seine Frau aus Eifersucht verhackstückt.
Forensische Kliniken möglichst weit von sich weg zu wissen, bedeutet also keine Sicherheit. Sie sind aber für viele das Synonym für Gefahr.
Die Angst der Bürger ist ja wohl auch berechtigt
wann ist noch gleich der letzte Straftäter in NRW stiften gegangen??
ach ja, das war ja erst heute morgen
nicht der erst und auch nicht der letzte in diesem Jahr
11:49
"Allerdings hatten nur wenige Kommunen Baugrundstücke angeboten, obwohl sie die Notwendigkeit zur Schaffung neuer Plätze erkannt hatten."
Das kann ich nachvollziehen. Jeder weis, das solche Einrichtungen notwendig sind, aber keiner will eine Klinik für Straftäter in seiner Nähe haben.
Ich wär von dem Gedanken auch nicht grade begeistert.