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XL-Mitarbeiter - XS-Bezahlung

30.07.2009 | 18:33 Uhr
XL-Mitarbeiter - XS-Bezahlung

Die Mitarbeiterinnen fühlen sich hilflos ausgeliefert. Der Drogerie-Discounter Schlecker stellt sich am Markt neu auf und schließt daher Filialen. Allein in Hagen waren es seit Oktober 2008 fünf an der Zahl, die sechste folgt dem Vernehmen nach Ende August am Remberg.

Für die Mitarbeiterinnen gibt es da meist keine wirtschaftlich attraktive Zukunft. „Das Unternehmen kündigt im Zuge der Schließung und bietet den Mitarbeiterinnen dann Stellen in anderen Märkten an”, umreißt Monika Grothe von der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di die Strategie.

Die neuen Stellen freilich orientieren sich dann nicht mehr an den tariflichen Bestimmungen. „Statt mindestens 7,36 € gibt es dann zwischen 6,50 € und 7,50 €, kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie weniger Urlaub”, so Grothe. „Außerdem werden den Kolleginnen Märkte angeboten, die so weit entfernt sind, dass sie die Fahrtkosten kaum aufbringen können.”

Zurzeit sind schon einige Gütetermine vor dem Arbeitsgericht anhängig. „Eigentlich sollten die Kollegen auf Wiedereinstellung klagen, doch sie müssen froh sein, wenn sie eine Abfindung bekommen”, so Grothe. „Die vorausgegangenen Abmahnungen beziehen sich häufig auf Tatbestände wie 'nicht aktives Verkaufen'”, berichtet Betriebsratsvorsitzende Elvira Herrmann.

Auch den weiterbeschäftigten Mitarbeitern drohen finanzielle Einschnitte. „Seit Januar gibt es keine bezahlten Überstunden mehr”, beklagt Nicole Filippelli, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende. „Die Kolleginnen rechnen aber mit dem Geld.” Betroffen sind laut Grothe vor allem Teilzeitbeschäftigte, Geringverdienende und viele Alleinerziehende, denen jeder Cent willkommen ist.

Seit Mittwoch ist die Filiale an der Bahnhofstraße geschlossen. Dort soll ein Schlecker XL entstehen. Diese Märkte sind rechtlich gesehen zwar Teil einer eigenen Firma, die jedoch zur Schlecker-Familie gehört. Mit diesem Konzept möchte das Unternehmen den Konkurrenten Paroli bieten. Größere, hellere Filialen mit einem erweiterten Sortiment sind das Rezept.

Die Mitarbeiter sehen weiteres Ungemach herannahen. „Die Kollegen würden gerne in ihren Stammfilialen bleiben, aber XL ist ja eine eigene Firma und dann wird es schwierig”, sagt Betriebsratsvorsitzende Elvira Herrmann. Das Personal für die XL-Märkte wird durch die Meniar Personalservice GmbH gestellt. „Der Geschäftsführer von Meniar, Alois Over, ist alter Schlecker-Mitarbeiter und das ganze Unternehmen gehört auch zur Firmengruppe”, sagt Monika Grothe.

Das allerdings bestreitet das Unternehmen. Zu den Schließungen in Hagen wollte sich die Bezirksverwaltung in Dortmund nicht äußern. „Rufen Sie mal in der Zentrale in Ehingen an, aber die sagen sowieso nichts”, hieß es vielsagend. Eine Antwort vom Hauptsitz in Ehingen gab es bis Redaktionsschluss in der Tat nicht.

Björn Josten

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Kommentare
12.01.2010
11:20
XL-Mitarbeiter - XS-Bezahlung
von G.D. | #22

Es stimmt nachdenklich, dass der Personalchef von Schlecker Ehingen, dieses Vorgehen akzeptiert. Es stimmt nachdenklich, dass private Arbeitsvermittler dieses Vorgehen durch (Massen) Rekrutierungen von Arbeitskräften unterstützen, obwohl ihnen klar ist, was Firma Schlecker damit bezweckt.

24.09.2009
22:47
XL-Mitarbeiter - XS-Bezahlung
von KeinKarnevalsprinz | #21

Da legt sich der @Karnevalsprinz aber sehr ins Zeug für Schlecker und verteidigt diese menschen verachtenden Handlungen auch noch. Es gibt dafür zwei Möglichkeiten: A: Der schmucke Prinz führt selber eine Zeitarbeitsfirma (und weiss wie man Menschen ausbeutet), oder er glaubt seinen Schwachsinn selber, den er geschrieben hat.

Die Antwort überlasse ich euch ;-)

17.09.2009
10:11
XL-Mitarbeiter - XS-Bezahlung
von lohjonn | #20

Nach den Presseveröffentlichungen zum Umgang der Schlecker-Stiftung mit ihren Mitarbeitern habe ich einen Schlecker-Boykott begonnen. Nebenbei habe ich festgestellt, dass Schlecker-Filialen gar nicht so billig sind, wie immer verbreitet wird: Viele Artikel sind
bei Rossmann + DM tatsächlich billiger!

16.09.2009
23:23
XL-Mitarbeiter - XS-Bezahlung
von timo | #19

Sie leiden doch alle an Realitätsverlust!

Ja das denke ich auch , sonst würden die hier beschriebenen Umstände wohl gar nicht aufkommen!

weil die wenigsten frei denken können und wollen und zum sklaven der freien marktwirschaft mutieren damit die aktienkurse steigen und ,.....

hilfe Folge-MASSENENTLASSUNGEN

wie lächerlich !!!!!!!!!!!!!!!!

11.09.2009
18:32
XL-Mitarbeiter - XS-Bezahlung
von Zuzanna | #18

@ felgenralle 81
Na ja wenn Sie es so toll finden bewerben Sie sich bei Schlecker XL! Nach einer Zeit reden Sie ganz anders !!!

31.08.2009
17:45
XL-Mitarbeiter - XS-Bezahlung
von felgenralle 81 | #17

Sie leiden doch alle an Realitätsverlust. Den einzigen Fehler den Schlecker begangen hat, ist der, das er keine leistungsbezogene Bezahlung eingeführt hat. Schaut man sich die Gehälter von einigen Mitarbeitern an (vor allem bei denen, die die Arbeit scheuen und wirklich nur das nötigste tun und zum Teil ein sehr hohen Krankenstand aufweisen), dann liegt es je wohl nahe, das Schlecker irgendwann handeln muss. Zudem sollte doch mal jedem bewusst sein das die Zeiten vorbei sind, in denen umsatzstarke Filialen für die kleinen verlustbringenden Filialen aufkommen können (siehe Karstadt AG).
Seien Sie doch froh das der Umbruch jetzt einsetzt, ehe es zu spät ist und das gesamte Unternehmen(mit seinem antiken Konzept) an die Wand fährt. Das Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze verlieren (vor allem gute) ist zutiefst traurig aber so ist die freie Marktwirtschaft. Und zum Thema Gehälter. Seid nicht immer so fixiert auf Schlecker sondern schaut auch mal nach links und rechts. Die Handhabe des Unternehmens wird auch in anderen Firmen betrieben(zum größten Teil noch viel schlimmer)- nur diskutiert keiner drüber! Fragt die ehemaligen Mitarbeiter, die dem Arbeitsmarkt wieder zur Verfügung stehen! Ich glaube Schlecker ist das Unternehmen, bei dem wirklich keiner von Sklaventreiberei reden sollte. Die Mitarbeiter sind einfach nur verwöhnt meiner Meinung nach und das zum Tell auch seitens der Gewerkschaft. Natürlich ist es schön zu wissen, das Verdi sich für bestimmte Rahmenbedingungen einsetzt(Sicherheit am Arbeitsplatz) aber ist es wirklich notwendig jederzeit für Lohnerhöhungen zu streiken( die meinerseits nur mit verlängerten Wochenenden etc in Verbindung stehen). Es tut mir leid aber anders habe ich es bisher nicht in Erfahrung bringen können. Die Löhne sind gut- verdammt gut!
Ich erwarte keine Zuspruch in diesem Forum, aber vielleicht einen Anstoß, zum Nachdenken, bevor man zum Boykott der Schlecker Märkte aufruft. Denn der Boykott hat meiner Meinung nach nur eins zur Folge-MASSENENTLASSUNGEN und damit keinen Schlecker mehr und vor allem keine Beitragszahler für Verdi, die wohl keiner von uns beabsichtigt.

02.08.2009
18:57
XL-Mitarbeiter - XS-Bezahlung
von Der Poet | #16

@15 Karnevalsprinz
Sie sind ein Schlauberger. Als Beschäftigter im Öffentlichen Dienste kann man sich dumme Sprüche erlauben. Ihnen fehlen alle Vorausetzungen um die Arbeit bei Schlecker beurteilen zu können.

02.08.2009
15:11
XL-Mitarbeiter - XS-Bezahlung
von karnevalsprinz | #15

@11 tante erna
Ich habe ein n im Namen von Frau Herrmann vergessen, welch Katastrophe, daraus leiten Sie die inhaltliche Qualität meines Kommentars ab? Trainieren Sie besser erst einmal die deutsche Groß- und Kleinschreibung resp. Rechtschreibung (=> nichteinmal), bevor Sie auf dieser Ebene Kritik zu üben versuchen.
Ich bleibe bei meiner Meinung: Der Betriebsrat hat die Interessen der Arbeitnehmer zu vertreten, ob mit oder ohne Gewerkschaft im Rücken. Wenn er das nicht hinreichend umsetzt, wie es im hier vorliegenden Fall offensichtlich der Fall ist, muss er sich die Frage gefallen lassen, was ihn daran hindert, sich für seine Klientel einzusetzen. Nur deshalb haben Betriebsräte ja ihre arbeitsrechtliche Sonderstellung, die sie im Ernstfall dann aber auch nutzen sollten, um die erforderliche Konfrontation mit dem Arbeitgeber einzugehen. Die duckmäuserischen Kommentare von Frau Herrmann sind mir diesbezüglich unverständlich!

01.08.2009
22:18
XL-Mitarbeiter - XS-Bezahlung
von moduli | #14

Wir haben uns als Familie entschieden, nicht mehr bei Schlecker einzukaufen.
Wenn die Umsätze zurückgehen, wird man auch die Manager früher oder später für diese unselige Aktion an die Wand nageln.
Ich erinnere an Shell, die ihre alte Ölplattform im Meer versenken wollten. Da hat es der Konsument auch durch Boykott geschafft, diesen Alptraum zu stoppen.

01.08.2009
15:55
XL-Mitarbeiter - XS-Bezahlung
von knoetterkopp | #13

Kritik am Betriebsrat ist nicht berechtigt. bei den bei Schlecker herschenden Zuständen gehört schon eine Menge Mut dazu sich für die Belange der Beschäftigten einzusetzen. Das Pech des Betriebsrates ist , das er nicht auf große Unterstützung von V.erdi hoffen kann. Da fehlt leider qualifiziertes Personal und vor allem Durchsetzungsvermögen.

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