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Stellen Sie ihre Fragen zu Niere, Blase & Co.

23.10.2015 | 08:10 Uhr
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Gelsenkirchen.  Von Harnwegsinfekt bis Hodenhochstand: Beim WAZ-Medizinforum mit Bergmannsheil und Kinderklinik geht es um urologische Erkrankungen bei Kindern.

Es hat sich sehr viel getan bei den Erkenntnissen rund um urologische Erkrankungen bei Kindern. Dass dies nur relativ wenig bekannt ist, hat sicher damit zu tun, dass man „darüber“ nicht gern spricht. Dabei kann schnelles, richtiges Handeln dramatische Folgen verhindern. Abhilfe in Form von Aufklärung will nun das WAZ-Medizinforum mit der Kinder- und Jugendklinik am Bergmannsheil schaffen. Am Mittwoch, 18. November, geht es dabei in Buer um Diagnostik und Therapie von verschiedensten urologischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Vom Harnwegsinfekt über Rückfluss aus der Blase in den Harnleiter bis hin zur Vorhautverengung oder gar Hodenverdrehung reichen die Beispiele.

Angeborene Fehlbildungen

Dr. Gerrit Lautner, der Ärztliche Direktor der Kinder- und Jugendklinik, Privat-Dozent Dr. Stephan Miller, Chefarzt der Klinik für Urologie am Bergmannsheil Buer sowie Privat-Dozent Dr. Jörg Stattaus, Chefarzt der Klinik für Radiologie dort werden – in zwei Teilen – Hintergründe und Therapie von angeborenen Fehlbildungen und Fehlfunktionen im urologischen Bereich sowie von akuten Notfällen erklären. Den Anfang machen Fehlbildungen, die in der Regel beim Kinderarzt entdeckt werden und dann im Krankenhaus geplant behandelt werden können. Bei der recht weit verbreiteten Phimose, der Vorhautverengung, ist nach heutigem Kenntnisstand erst nach Vollendung des dritten Lebensjahres ein operativer Eingriff angeraten. Bis dahin hat sich bei 90 Prozent der Betroffenen die Verengung gegeben. Auch danach wird vor einer Operation – solange es keine Komplikationen gibt – zunächst eine Salbenbehandlung empfohlen. Erst wenn das nicht geholfen hat, wird operiert. Die Operationsmöglichkeiten und wie die Vorhaut danach aussehen soll bespricht der Chirurg mit den Eltern.

Auch beim Hodenhochstand haben sich die Empfehlungen verändert. Bis Ende des ersten Lebensjahres sollten beide Hoden am untersten Punkt angekommen sein. Sonst besteht Handlungsbedarf. „Andernfalls hat der Junge 20 Jahre später ein fünf- bis zehnfach erhöhtes Krebsrisiko,“ warnt Miller. Auch Kinderlosigkeit kann eine Spätfolge sein. Früher wurde man erst später aktiv. Vor einem Eingriff gibt es meist auch hier einen medikamentösen Therapieversuch.

Handeln bei akuten Notfällen

Besondere Bedürfnisse bei radiologischer Diagnostik kleiner Kinder erklärt Dr. Jörg Stattaus. Ob beim Hodenhochstand oder bei Überprüfung der Nierenfunktion: für längere Untersuchungen wie im MRT oder bei Szintigrammen brauchen kleine Kinder in der Regel eine Kurznarkose, weil Stillhalten über eine Stunde wichtig ist.

Der zweite Teil des Abends ist akuten Notfällen gewidmet. Etwa eitrigen, fiebrigen Nierenentzündungen, bei denen schnelles Handeln wichtig ist. „Aber selbst ein Harnwegsinfekt bei Kindern sollte nachuntersucht werden, um wiederkehrende Infektionen und damit Spätschäden zu verhindern“, warnt Dr. Miller. „Leider kommen zunehmend schon Kinder und Jugendliche mit Nierensteinen zu uns, ab zehn Jahren sogar. Weil sie zu wenig getrunken haben, oder zuviel und zu süß gegessen haben. Oder sich zu wenig bewegt haben. Und das ist sehr, sehr schmerzhaft“, ergänzt Dr. Gerrit Lautner. Auch das wird ein Thema sein, ebenso wie der hohe Zeitdruck bei einer Hodenverdrehung. „Wenn ein Kind über Schmerzen an den Hoden klagt: Sofort zum Arzt, nicht erst Eis drauf packen!“ rät Dr. Miller. Ist die Blutzufuhr zu lange unterbrochen, droht der Hoden abzusterben.

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2015-10-23 08:10
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