Warenhauskonzern Karstadt will Zentrale in Essen verlassen

1969 wurde die Karstadt-Zentrale in Essen-Bredeney in Betrieb genommen. Inzwischen ist sie in die Jahre gekommen - und zu groß für die Zahl der Mitarbeiter, die hier noch geblieben sind.
1969 wurde die Karstadt-Zentrale in Essen-Bredeney in Betrieb genommen. Inzwischen ist sie in die Jahre gekommen - und zu groß für die Zahl der Mitarbeiter, die hier noch geblieben sind.
Foto: Lars Heidrich/Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Warenhauskonzern Karstadt sucht eine neue Zentrale und schließt nicht aus, Essen zu verlassen. Konzern-Spitze plant „modernen Zentralstandort“.

Essen.. Der angeschlagene Warenhauskonzern Karstadt sucht eine neue Firmenzentrale und schließt nicht aus, seinen bisherigen Sitz Essen zu verlassen. Das geht aus einer Mitteilung an alle Mitarbeiter hervor, die die Karstadt-Spitze am Dienstagnachmittag verschickte.

In der internen Mitteilung, die der WAZ vorliegt, heißt es, dass der im Jahr 1969 in Betrieb genommene Verwaltungskomplex im Essener Stadtteil Bredeney nicht mehr zeitgemäß sei. „Das Gebäude des Karstadt Service Center (Theodor Althoff-Straße 2) entspricht weder funktional noch technisch den Anforderungen eines modernen Arbeitgebers und Unternehmens“, heißt es in dem Schreiben.

Umzug in den nächsten zwölf bis 18 Monaten geplant

Kaufhauskonzern Die Konzern-Führung plant deshalb, einen „modernen Zentralstandort“ zu entwickeln, der „speziell auf die Bedürfnisse von Karstadt zugeschnitten ist“. Nach WAZ-Informationen ist ein Umzug in den nächsten zwölf bis 18 Monaten geplant. Wo die neue Zentrale entstehen soll, ist offenbar völlig offen. In der Mitteilung an die Belegschaft heißt es dazu, bei der Standortsuche wolle man den „Bedürfnissen der Mitarbeiter und Besucher von der Erreichbarkeit her“ Rechnung tragen. Dazu wurde analysiert, von wo die Karstadt-Beschäftigten täglich zur Arbeit fahren.

Wie aus dem Unternehmensumfeld verlautete, fühlt sich Karstadt offenbar nicht mehr an den Traditionsstandort Essen gebunden. „Wir suchen ergebnisoffen“, heißt es. Die Zentrale in Bredeney, die Ende der 60-er Jahre für den damals größten deutschen Handelskonzern gebaut wurde, ist längst zu groß geworden. Von Essen aus steuerte Karstadt in den vergangenen Jahrzehnten eine Fülle von Tochterunternehmen wie Neckermann, Quelle, Kepa, Hertie und andere, die inzwischen vom Markt verschwunden sind oder nicht mehr zum Konzern gehören. Die dritte Etage des Gebäudes steht komplett leer.

Über 300 Stellen in der Zentrale sollen abgebaut werden

Karstadt Im Zuge der Sanierung des Unternehmens, das rote Zahlen schreibt, sollen über 300 Stellen in der Zentrale abgebaut werden. Zudem will der Eigentümer des Gebäudes, nach WAZ-Informationen ist das der Karstadt-Pensionssicherungsfonds, den Komplex verkaufen.

Von den Umzugsplänen zeigte sich der Karstadt-Betriebsrat am Dienstag völlig überrascht. Der Warenhauskonzern steckt derzeit mitten im Umbau. Filialen wie die in Bottrop und Recklinghausen werden geschlossen.