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Verzögerung bei Arbeiten – weiterhin Tempo 60 im A40-Tunnel in Essen

Verzögerung bei Arbeiten – weiter nur Tempo 60 im A40-Tunnel

Mehrfach wurde das Ende der Arbeiten an der Sicherheitstechnik im A40-Tunnel in Essen angekündigt – und mehrfach verschoben. Neuer Termin angepeilt.

Essen. 

Die Arbeiten am A40-Ruhrschnellwegtunnel dauern weiter an. Im vergangenen September hieß es, Ende 2014 solle die neue Leit- und Sicherheitstechnik im und um den Tunnel endgültig stehen. Davor war der Abschluss schon einmal für Ende 2013 angekündigt worden. Nun peilt der Landesbetrieb „Straßen NRW“ das zweite Quartal 2015 dafür an.

Viele Leser ärgern sich übers Tempo-60-Limit im Tunnel, das während der Arbeiten an der Sicherheitstechnik gilt. Sie schreiben vom „ewigen Rumdoktern am City-Tunnel“ oder fragen: „Der Tunnel ist immer noch nicht fertig. Warum ist da Tempo 60?“

Zusammenspiel der Sicherheitstechnik wird getestet

Für Außenstehende hat es den Anschein, dass sich nichts im A40-Tunnel tut – sieht man dort doch keine Baustellen oder Arbeiter. Aber hinter den Kulissen wird auf Hochtouren gearbeitet: Aktuell werde noch das Zusammenspiel der einzelnen Elemente der neuen Sicherheitstechnik getestet, erklärt Guido Cherchi von der Projektgruppe Tunnel bei „Straßen NRW“. Beleuchtung, elektronische Anzeigen zur Verkehrssteuerung, Videoerfassung und Tunnelsperranlage – alle müssen genau aufeinander abgestimmt sein, um im Notfall, etwa bei einem Brand in dem 1005 Meter langen Tunnel, Menschenleben retten zu können. Erst wenn die Sicherheitstechnik einwandfrei funktioniert, gilt wieder Tempo 80.

„Dieser Tunnel ist etwas besonderes“, sagt Cherchi und erklärt, warum die Arbeiten so schwierig sind: Die Streckenbeeinflussungsanlage – damit sind die elektronischen Tafel, die den Verkehr auf der Autobahn regeln, gemeint – sei circa 20 Jahre alt. Diese „alte“ Technik musste mit der neuen Sicherheitstechnik im Tunnel verbunden werden. Das sei nicht einfach, denn in den letzten 20 Jahren habe sich „computertechnisch viel getan“.

Circa zehn Millionen Euro kostet die Technik

Warum ist es wichtig, dass die Streckenbeeinflussungsanlage und die Sicherheitstechnik im Tunnel gekoppelt sind? Brennt es beispielsweise im Tunnel, muss verhindert werden, dass Autofahrer in die Röhre fahren. In einem solchen Fall zeigen die Tafel entlang der Autobahn vor dem Tunnel an, dass die Fahrer langsamer fahren sollen. Je näher man der Röhre kommt, umso geringer ist die erlaubte Geschwindigkeit. Schließlich warnt ein rundes, hell aufleuchtendes Schild mit weißem Innenfeld und rotem Kranz (Verbot für alle Fahrzeuge, Zeichen 250 Straßenverkehrsordnung), dass man nicht in den Tunnel fahren darf. Schranken, die bei der Umrüstung ebenfalls neu installiert wurden, riegeln den Tunnel ab. Von diesen Schranken gibt es insgesamt fünf Stück – auch an den Zufahrten und der Abfahrt Zentrum in Richtung Duisburg.

Die neue Sicherheitstechnik im Ruhrschnellwegtunnel kostet laut Cherchi rund zehn Millionen Euro. Straßen NRW setze damit europaweit geltende Richtlinien um, die nach schweren Tunnel-Unglücken in der Schweiz und in Österreich gelten.

Seit Ende 2009 arbeitet Straßen NRW am Technikpaket des A40-Tunnels – zunächst wurde die Lüftungsanlage saniert. Während der Umrüstung stieß man wiederholt auf Probleme und Herausforderungen. So dienten „Straßen NRW“ als Grundlage Pläne aus den 1970er Jahren: Dass diese nicht mehr stimmten, stellten die Arbeiter fest, als sie gruben und Leitungen plötzlich endeten.