Das aktuelle Wetter Essen 2°C
Kommentar

Stadt Essen hat in der Frage der A 40-Blitzer das Ziel verfehlt

29.12.2012 | 18:00 Uhr
Stadt Essen hat in der Frage der A 40-Blitzer das Ziel verfehlt
Radaranlage zur Geschwindigkeitsüberwachung Radarfalle A40 zwischen AS Kray und AS Gelsenkirchen.Foto: Oliver Müller

Essen.   NRZ-Redakteur Jörg Maibaum zur Abschaltung der A 40-Blitzer und wieso die Stadt in dieser Frage ihr Ziel verfehlt hat. Im aktuellen Fall hat man sich sogar recht schnell und ohne Not in einen Argumentationsengpass gestolpert, aus dem nur noch schwer herauszukommen ist.

Der erzieherische Effekt der Kameraüberwachung auf der A 40 hat sein Ziel nie erreicht, war der Stadt aber immer als Vorwand gut genug, wenn es darum ging, Vorwürfe einer Wegelagerei auf Kosten der Autofahrer vom Tisch zu wischen. Doch Lügen und all deren Verwandte haben bekanntlich kurze Beine, mit denen man nicht allzu weit kommt.

Im aktuellen Fall hat man sich sogar recht schnell und ohne Not in einen Argumentationsengpass gestolpert, aus dem nur noch schwer herauszukommen ist. Denn das erklärte Ziel einer größeren Verkehrssicherheit wurde so weit verfehlt, wie die Behörden sich durch ihren Zickzackkurs zwischen Geld eintreiben und Reden schwingen selbst die Glaubwürdigkeit genommen haben, was die eigentlichen Gründe der Radarüberwachung angeht.

Nun, nach Auswertung der Auslösezahlen, wird man mutmaßlich feststellen müssen, dass die Geschwindigkeitsverstöße einerseits unverändert zahlreich sind, es andererseits aber seltener gekracht hat – was aber vermutlich einzig und allein dem Ausbau der Autobahn zu verdanken ist. Folgen die Verantwortlichen nun ihrer eigenen Denke, existiert somit kein Unfallschwerpunkt mehr. Ergo hat es sich ausgeblitzt.

Mehr Rückgrat beweisen

Blitzgescheit ist allerdings anders. Denn genau das gegenteilige Handeln wäre von Amts wegen angesagt, angesichts Hunderter nachgewiesener Geschwindigkeitssünden Tag für Tag: Wer über Gebühr gegen Verkehrsregeln verstößt und dabei erwischt wird, wie er mit seinem Leichtsinn Unbeteiligte gefährdet, muss spürbar ausgebremst werden. Nur Konsequenz kann einen Deut mehr Sicherheit bringen.

Dafür sollten Stadt und Landesbehörden durchaus bereit sein, mehr Rückgrat zu beweisen: Auch damit sie vor den Anschuldigungen einer Wegelagerei ausgerechnet derer, die zur Kasse gebeten werden, nicht buckeln müssen.

Jörg Maibaum



Kommentare
08.03.2013
22:55
Stadt Essen hat in der Frage der A 40-Blitzer das Ziel verfehlt
von Stadewaeldchen | #3

Hab ich was verpasst? gelten Geschwindigkeitsbegrenzungen neuerdings nur an "Unfallschwerpunkten"? Hab ich in der Fahrschule anders gelernt...

08.03.2013
11:56
Stadt Essen hat in der Frage der A 40-Blitzer das Ziel verfehlt
von Entschuldigung | #2

Kommentar weit weg von § 1 der Straßenverkehrsordung.
Leute, es ist doch nicht nur so, dass diese Raser evtl das Leben anderer und ihrs gefährden.
Jeder Raser betreibt Körperverletzung gegen die Anwohner!
Aber das sieht die Autofahrerlobby nicht, sie stecken voll in ihrer verkappten, gefährlichen Ideologie "freie Fahrt-für freie Bürger"
Dieser Spruch taugt nur für den 0-Tarif beim ÖPNV

29.12.2012
23:17
Das Ziel verfehlt
von eimerweise | #1

Blitzgescheit ist noch einmal ganz anders. Denn das Verstoßen gegen Verkehrsregeln findet hauptsächlich nicht bei Geschwindigkeitsgeboten statt.
Wer "mit seinem Leichtsinn Unbeteiligte gefährdet", mißachtet die Vorfahrt anderer, biegt verbotenerweise ab, wendet bei durchgezogener Linie, benutzt den Fahrtrichtungsanzeiger nicht, fährt unter Medikamenteneinfluss und sonstigen Wahrnehmungsstörungen, mißachtet das Rechtsfahrgebot auf Autobahnen, behindert und gefährdet andere Verkehrsteilnehmer absichtlich und ist rücksichtslos gegen Schwächere im Verkehr.

DAS ist der tägliche Wahnsinn, und hier gibt es die meisten Opfer im Verkehr. Und speziell diese o.g. Kandidaten fordern gern härtere Maßnahmen gegen das Übertreten von (wie auch diesem Fall nachgewiesen falschen, weil zu niedrig angesetzten) Geschwindigkeitsgeboten. Und dies nicht weil sie Menschen schützen wollen, sondern weil sie für die Teilnahme am Strassenverkehr recht untauglich sind.

Aus dem Ressort
Essen Motor Show zeigt PS-Protze und Kurioses in Chrom
Auto-Messe
Ab Samstag gibt die Messe wieder Gas: Dann öffnet die Essen Motor Show. Für Autoliebhaber gibt in diesem Jahr ausgefallene Designstudien, aufgemotzte und historische Fahrzeuge sowie Sonderschauen zu Formel I und Jaguar. Ein Überblick darüber, was man nicht verpassen sollte.
Schleier-Verbot an Grundschule - viel Zuspruch für Rektorin
Integration
Das Niqab-Verbot an einer Essener Grundschule schlägt hohe Wellen. 96 Prozent der Schüler stammen aus Einwandererfamilien, die Schule gilt als Musterbeispiel für eine erfolgreiche Integrationspolitik. Doch Toleranz hat auch hier Grenzen. Die resolute Rektorin erfährt viel Zustimmung.
Unbekannte stehlen RWE-Fans neues Riesengraffiti
Rot-Weiss Essen
Über 37 Meter Plane hinweg erstreckte sich der Schriftzug: "Westtribüne Rot-Weiss Essen" hatte ein Graffiti-Künstler im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Westtribüne aufgesprüht, dazu Essener Wahrzeichen. Am Sonntag hatten die RWE-Fans das Graffiti angebracht. Seit Freitagmorgen ist es verschwunden.
Eine schwierige Dreierbeziehung
Nahverkehr
Totgesagte leben länger. Und das trotz der jüngst ernüchternden Analyse über die Via, die bisher nicht das Kunststück fertig gebracht hat, die drei Verkehrsunternehmen Evag, DVG und MVG kuschelig unter eine Bettdecke zu bekommen. Dreierbeziehungen können ganz schön nerven.
NRZ sammelt Geschenke für das „Spatzennest“
Spendenaktion
Die kleinen Kinder in der Notaufnahme „Spatzennest“ in Altenessen brauchen erneut die Unterstützung unserer Leserinnen und Leser. Die alljährliche NRZ-Spendenaktion zu Weihnachten startet zum 1. Advent
Umfrage
Die Verbraucherzentrale Essen hat den Energieversorger RWE aufgefordert, den Stromtarif in der Grundversorgung rasch zu senken. Es gebe angesichts der Preisentwicklung am Strommarkt keinen Grund, eine Preissenkung hinauszuzögern. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, Ihren Stromanbieter zu wechseln?

Die Verbraucherzentrale Essen hat den Energieversorger RWE aufgefordert, den Stromtarif in der Grundversorgung rasch zu senken. Es gebe angesichts der Preisentwicklung am Strommarkt keinen Grund, eine Preissenkung hinauszuzögern. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, Ihren Stromanbieter zu wechseln?