Stadion-Neubau bringt Stadttochter GVE in Zahlungsschwierigkeiten

GVE-Geschäftsführer Andreas Hillebrand während der Bauarbeiten im Stadion Essen. Das Projekt bringt die städtische Immobilientochter nun in finanzielle Probleme.
GVE-Geschäftsführer Andreas Hillebrand während der Bauarbeiten im Stadion Essen. Das Projekt bringt die städtische Immobilientochter nun in finanzielle Probleme.
Foto: WAZ FotoPool
Die städtische Immobiliengesellschaft GVE der Stadt Essen ist finanziell in Schieflage geraten und steht womöglich vor dem Aus. Der Neubau des Stadions an der Hafenstraße soll ihr zum Verhängnis geworden sein.

Essen.. Dicke Luft bei der Grundstücksverwaltung Essen (GVE): Die städtische Immobiliengesellschaft, die unter anderem das Stadion Essen und das Folkwang Museum verwaltet, steht nach WAZ-Informationen vor dem finanziellen Aus. Der Stuhl von Geschäftsführer Andreas Hillebrand wackelt.

Die städtische Beteiligungsverwaltung sieht jedenfalls erhebliche Liquiditätsprobleme bei der Immobilien-Gesellschaft, hatte sich diese doch mit 8,6 Millionen Euro im Cash-Pool der Stadt bedient. Stadttöchter können den Topf nutzen, um kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Wofür die GVE so dringend frisches Geld brauchte, bleibt unklar. Zum Verhängnis geworden sein soll ihr der Bau des Stadion Essen. Dessen Kosten sollen sich auf 59 Millionen Euro summieren.

Fakt ist: Der Jahresabschluss 2013 wurde bis heute nicht genehmigt. Eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft soll die finanzielle Situation der GVE durchleuchten. Hinter den Kulissen wird bereits über eine Abwicklung der Gesellschaft spekuliert – zugunsten einer städtischen Immobilienholding unter Federführung des Allbau.