Schüler an Gesamtschule Borbeck lösen das Klo-Aufsichts-Problem selbst
26.12.2012 | 06:00 Uhr 2012-12-26T06:00:00+0100
Essen. Die Gesamtschule Borbeck hat eine eigene Lösung für ein Dauer-Problem gefunden: mangelndes Aufsichtspersonal. Die Schüler passen jetzt einfach selbst auf. Zum Beispiel, wenn das Klo nachher nicht mehr so aussieht wie vorher. Denn die meisten Schulen haben vor allem ein Klo-Aufsichts-Problem.
Sie ermahnen ihre Mitschüler auch, sich nachher die Hände zu waschen. Dabei gehört das gar nicht zu ihren Aufgaben als Toiletten-Aufsicht , aber sie tun es trotzdem: „Weil Hygiene schließlich wichtig ist“, sagt Jan (14) aus der Klasse 8d.
Es ist 12.40 Uhr, zweite große Pause, Jan hat Klo-Dienst zusammen mit Noah (13), sie sitzen im Vorraum der Jungs-Toilette für die Jahrgänge sieben und acht. Sie sitzen an einem Tisch, wie richtige Aufsichtspersonen, „und manchmal kommt es schon vor, dass wir was melden müssen“, sagt Noah
Mitschüler zur Rede stellen
Zum Beispiel, wenn das Klo nachher nicht mehr so aussieht wie vorher, „dann stellen wir denjenigen zur Rede, und wir melden das.“ Und dass man die Hinterlassenschaften der Mitschüler wegmachen muss? „Klar ist das eklig“, sagt Noah, „kommt aber zum Glück nur sehr selten vor.“
Weil die Elternschaft des Geschwister-Scholl-Gymnasiums die Restfinanzierung für die Toilettenfrau nicht mehr übernehmen wollte, habe die Schulleitung die Dame Ende November schweren Herzens entlassen müssen, sagt Schulleiter Michael Strobel. Seitdem sei es um die Aufenthaltsqualität nicht mehr zum...
Die meisten Schulen haben ein Klo-Aufsichts-Problem . Erwachsene sind schwer zu finden oder müssen bezahlt werden vom Förderverein. Wenn eine Aufsicht da ist, dann bleiben die Klos vor allem heile und meistens sogar sauber. An der Gesamtschule Borbeck richtete man vor Jahren die Schüler-Aufsicht ein – zumindest am Standort Hansemannstraße, dorthin gehen die Jahrgänge fünf bis acht.
„Der Dienst beruht auf Freiwilligkeit“
„Der Dienst beruht auf Freiwilligkeit“, betont Schulleiterin Karin Büschenfeld. Zu Beginn eines Schulhalbjahres werde in den Klassen abgefragt, wer für die nächsten Monate einmal pro Woche Klo-Dienst in einer Pause übernehmen kann. „Wer Klo-Dienst macht, muss keinen Pick-Dienst mehr machen“, erklärt Schüler Jan.
„Pick-Dienst“, das bedeutet für die jungen Jahrgänge: Mensa aufräumen nach den Mahlzeiten. Für die älteren Jahrgänge: Schulhof saubermachen. „Gerade im Winter“, meint Noah, „ist Klo-Dienst eigentlich recht beliebt. Schließlich muss man dann nicht raus in die Kälte.“
In eine Liste eintragen
Wer Klo-Dienst hat, darf fünf Minuten früher die Klasse verlassen – er muss ja die Schlüssel vom Hausmeister holen. Die Klos sind nämlich, wie an fast allen Schulen, während der Stunden zu. Wer während des Unterrichts mal muss, holt sich den Schlüssel und trägt seinen Namen in eine Liste ein. Damit eventuelle Vorfälle später zurückverfolgt werden können.
Unfallrisiken auf Schulhöfen in Essen wurden seitens der städtischen Immobilienwirtschaft über Jahre ignoriert. Die fadenscheinige Ausrede der Verwaltung: es gebe kein Geld für Reparaturen. Es ist wahrlich ein Armutszeugnis.
„Das Aufsichts-System mit Schülern hat sich bewährt, ist aber auch nicht komplett problemfrei“, räumt Theo Reidick ein, der Vize-Leiter der Schule. Manchmal vergessen Schüler ihren Dienst, oder es findet sich im Krankheitsfall nicht so schnell eine Vertretung. Fest steht aber: Die Klos sind zwar alt, aber heil und sauber. Die Schule hat vor Jahren mal vorsichtig angefragt, ob man vielleicht neue Klobrillen bekäme - Kostenpunkt: 400 Euro. Die Stadt lehnte das ab. Neue Klobrillen zahlt die Schule mittlerweile selbst. Aus Spendengeldern.

14:46
Also bei uns auf der Schule war das "normal", dass Jugendliche ab einer bestimmten Altersklasse den Klodienst übernommen haben. Und das war in den 80ern. Nix neues also.
17:22
Wo sehen Sie das Engagement, wenn die Bengels lieber den coolen Türsteher (siehe Bild) vor dem Klo machen, als draußen Müll auf dem kalten Schulhof aufzusammeln, oder die Mensa zu putzen?
Das sieht weniger nach bewunderungswürdigem sozialem Engagement aus, sondern die profane Entscheidung der Jugendlichen für das kleinere Übel.
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Im Text steht es doch! Die Schüler sitzen normalerweise an einem Tisch. Das Foto wurde doch nur gestellt. Nix gemerkt Merker?
Ich finde es übrigens durchaus sinnvoll und lobenswert, dass die Schüler solch ein Engagement zeigen!
16:41
Ich bin begeistert, welch gute Themen "derwesten" zu Weihnachten findet.
Ich wünsche allen ein frohes und ruhiges Weihnachtsfest.
15:59
Die Politik setzt Prioritäten. Da wird mit viel Presse auf Ökostrom umgestellt und gleichzeitig ist kein Geld für Klobrillen da.
Ich muss ja nicht jede Entscheidung verstehen.
Einen Ordnungsdienst gab es auch bei uns auf der Schule (80er). Aus meiner Sicht ist das auch sehr sinnvoll. Die Pausenaufsicht (Lehrer) passte natürlich auf, dass keiner Sachen auf den Schulhof entsorgte. Aber das kam durch vor.
15:41
Hut ab vor diesen Mitschülern, endlich Mal der Richtige Weg!
Da können sie mal den Toilettenschwe.nen, die bestimmt zu Hause ähnlich Leben zeigen, wie man mit Öffentlichen Örtlichkeiten umgeht! Ich bin Dankbar für diese Jugendlichen, die sich für den Rest der Versch.essenen Gesellschaft engagieren!
15:14
Auch nicht übel, Türsteher am Schulklo, Zwangsdienst in Mensa und auf dem Schulhof.
Seit es Sozialnoten gibt, scheinen die Schulen die aus Kostengründen wegrationalisierten Hausmeister ja hervorragend ersetzen zu können. Mal sehen, wann die Schüler eine halbe Stunde eher kommen müssen, um auf dem Schulhof Schnee zu schippen.
14:51
Bedauerlich ist es schon wenn andere sich da hin setzen müssen, da wurde entweder im Elternhaus was versäumt, wie mag bei den Zuhause wohl das Klo aussehen.
Zu #7
Zu meiner Zeit gab es auch Ordnungsdienste an der Schule und das hat niemanden geschadet außer dem wurde nicht so viel Achtlos hingeworfen da jeder wusste wie viel Arbeit es war es sauber zu machen.
Wenn man sich die Klos in öffentlichen sonstigen Bereichen anschaut, sind die Toiletten/Badezimmer wohl mindestens in jedem 2. deutschen Haushalt völlig verdreckt und bedürfen einer Aufsichtsperson resp. Putzfrau. Daher ist das Versäumnis auch kein Wunder. Nur wer bringt es den Erwachsenen bei? Warum sieht es auf Damentoiletten prinzipiell schlimmer aus, als auf Herrentoiletten? Warum pinkeln Männer auch in privaten Toiletten im Stehen? (Was übrigens lt. Knigge die pure Unhöflichkeit darstellt.) Fragen über Fragen....
14:28
Pick- oder sonstige Dienste gab es zu meiner Schulzeit nicht. Man konnte wunderbar in den Pausen vom Unterricht entspannen, und evtl. Aufsichten, ob auf dem Hof oder im Klo, wurden von Lehrern erledigt. Ach ja, gereinigt wurde der Hof natürlich auch, aber nicht von Schülern oder Lehrern.
Komisch, was in Schulen heute üblich zu sein scheint.
Sach ma,
kommst du aus dem Osten ...?
14:16
Die Stadt lehnte das ab. Neue Klobrillen
DAS sollte doch das Mindeste sein , was die Stadt noch bezahlen könnte
13:49
Na bitte , so geht`s auch und den Kindern, die von Hause aus nicht mitbekommen haben , wie westfälische Schultoiletten zu benutzen sind und wie die anschliessende Hygiene, wie Händewaschen usw. zu handhaben ist, können das hier noch lernen und Daheim weitergeben, eben SCHULTOILETTEN.
und zu Hause
fällt man wieder in den unhygienischen Trott ?
Schade, dass man das von zu Hause nicht mehr "mitbekommt" ;
wahrscheinlich - seltenst - nur ; ABER schön das es doch geht !