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Friedensangebot am Essener Hauptbahnhof

30.08.2010 | 07:29 Uhr
Friedensangebot am Essener Hauptbahnhof

Essen.Seit drei Jahren ringen Bahn und Stadt um Neubauten. In dieser Woche kommen nachgebesserte Pläne auf den Tisch. Gegen zwei Projekte gibt es Bedenken, unter anderem, weil ein neues Hochhaus den Bahnhof verstecken würde.

Bau Hachestraße
Nur mit Tunnel

Streitpunkt beim Neubau an der Ecke Hachestraße: Die Stadt will, dass die Bahn den westlichen Bahnhofstunnel zur Hachestraße durchstreckt. Er würde münden auf der Fläche des früheren McDonald’s-Schnellimbiss. Deshalb hat die Stadt es als unfreundlichen Akt bewertet, dass die Bahn die Fläche nach dem McDonald’s-Umzug in den Hauptbahnhof sofort neu vermietet hat.

Rechts und links vom neuen Hauptbahnhof plant die Bahn AG weitere Neubauten, darunter ein Doppel-Hochhaus an der Stelle des Aurelis-Hochhauses. Seit 2007 dauert die Debatte um diese Pläne. Für diese Woche hat die Bahn ein Friedensangebot angekündigt, das den Bedingungen und Bedenken der Stadt Rechnung tragen soll.

Grünes Licht bekommen hat die Bahn bereits für den Neubau eines Parkhauses mit acht Geschossen und rund 530 Plätzen. Zwei weitere Projekte sind derzeit umstritten zwischen Stadt und Bahn: der Hochhaus-Neubau gegenüber dem Haus der Technik und der Neubau eines sechsgeschossigen Bürogebäudes gegenüber der Hauptpost.

Gegenüber dem Haus der Technik will die Bahn AG das angeschmuddelte Aurelis-Hochhaus abreißen und durch zwei versetzt angeordnete Gebäudescheiben mit 16 und 17 Geschossen ersetzen. Die Verbindung zum neuen Hauptbahnhof sollen zwei parallel angelegte sechsstöckige Gebäude bilden, in denen die Bahn bis zu 4000 Quadratmeter zusätzliche Verkaufsfläche für den Einzelhandel schaffen will. Zum Vergleich: Der neue Bahnhof umfasst 5700 Quadratmeter Verkaufsfläche.

„Der Hauptbahnhof muss als solcher erkennbar sein“

Gegen diesen Bau gibt es grundsätzliche Bedenken: „Der Hauptbahnhof muss als solcher erkennbar sein. Er darf nicht hinter dem neuen Hochhaus verschwinden“, formulierte der Planungsausschuss im Mai 2009. Planungsamtschef Thomas Franke hat der Bahn aber auch ganz praktische Probleme aufgezeigt: Der Platz vor dem Bahnhof soll sowohl als Anlieferungsweg für Lidl und andere Einzelhändler dienen, dazu als Zuweg zu den neuen Gebäuden und als Taxi- und Parkfläche. „Damit wird der Platz überfrachtet“, sagt Franke, „die Ein- und Ausfahrt wird zum Nadelöhr.“

Außerdem haben die Politiker die Hoffnung noch nicht aufgegeben, die Straßenbahnlinie 109 vom Krupp-Quartier bis zur Steeler Straße doch noch bauen zu können. Das strikte „Nein“ des ehemaligen Landesverkehrsministers Oliver Wittke zu einer Landesförderung wurde unter seinem Nachfolger Lutz Lienenkämper schon zu einem „Vielleicht“. Jetzt sucht die Stadt das Gespräch über die City-Straßenbahn mit dem neuen Minister Harry K. Voigtsberger (SPD). Die Weichen für die 109 hat sie am Beitz-Boulevard schon mal gelegt. Für alle Fälle.

Sollte die 109 aber jemals durch Hache- und Hollestraße rollen, wäre das Bahn-Hochhaus an der jetzt geplanten Stelle im Wortsinn im Weg. Deshalb müsse die Bahn sich und ihr Hochhaus ebenfalls im Wortsinn zurücknehmen, bekamen die Bahn-Vertreter im Juni zu hören.

Zweimal hat die Bahn AG bereits auf Kritik und Bedenken von Politikern und Stadtplanern reagiert und ihre Planungen nachgebessert sowie die Zustimmung des Hochhaus-Eigentümers eingeholt. Diese Woche werden die Berliner Bahnhofsplaner einen weiteren Entwurf vorlegen, der die Verkehrsfragen am Bahnhofsvorplatz im Sinne der Stadt lösen soll. Das kündigte Bahn-Sprecher Udo Kampschulte auf WAZ-Anfrage an und setzte hinzu: „Es wäre schön, wenn die Dinge jetzt in Bewegung kämen.“ „Endlich“ hat er nicht gesagt.

Kai Süselbeck

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Kommentare
31.08.2010
11:00
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von iltedesco | #22

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31.08.2010
10:59
Friedensangebot am Hauptbahnhof
von iltedesco | #21

@1: auch ich verstehe die geplante Trassenführung wie Sie, und kann diese nicht in Einklang mit dem hier Geschilderten bringen. Könnte derwesten zur Aufklärung beitragen?

31.08.2010
10:59
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von iltedesco | #20

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30.08.2010
16:28
Friedensangebot am Hauptbahnhof
von Leckerchen | #19

Is doch ne tolle Idee. Nochmals 4000 Quadratmeter Verkaufsfläche!!!
Momentan haben wir ein Shopping-Center mit eigenem Gleisanschluß.

Haben wir dann etwa ein Shopping-Center mit der Möglichkeit, ein Bundesbahn-Gleis zu erreichen?

30.08.2010
16:05
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von Wolfgang Gruber | #18

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30.08.2010
16:05
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von Wolfgang Gruber | #17

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30.08.2010
16:04
Friedensangebot am Hauptbahnhof
von Wolfgang Gruber | #16

Also: Die Linie 109 zum Hauptbahnhof und weiter wäre schon eine feine Sache, weil damit das Umsteigen auf die Busse bei der Hollestraße oder am Wasserturm (von/nach Steele) unterbleiben könnte. Insofern müssen die Voraussetzung für dieses Straßenbahnprojekt gegeben sein. Es gäbe dann ja auch die Möglichkeit einer Ringline von Bergeborbeck über den Beitz-Boulevard, den Hauptbahnhof, Hollestraße, die jetzige Betriebsstrecke zum Betriebshof Mitte bis nach Altenessen. Naja, vielleicht erleben wir es ja noch

30.08.2010
16:04
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von Wolfgang Gruber | #15

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30.08.2010
13:12
Friedensangebot am Hauptbahnhof
von tadaaa | #14

die stadt sollte froh sein, dass die bahn investieren will. kann nur besser werden. das alte aurelis hochhaus ist doch der schandfleck am hbf...

30.08.2010
11:18
Friedensangebot am Hauptbahnhof
von Essener | #13

Den Bahnhof verstecken ist eine der besten Ideen, die ich in letzter Zeit hier gelesen habe. Also bauen!

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