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Kriminelle Flüchtlinge abschieben: Essener Serge Menga will mit Klartext in den Landtag

Serge Menga möchte als parteiloser Kandidat in den Landtag einziehen. Das hat bislang noch niemand geschafft.
Serge Menga möchte als parteiloser Kandidat in den Landtag einziehen. Das hat bislang noch niemand geschafft.
Foto: derwesten.de
  • Serge Menga ist seit seinem Wutposting bei Facebook deutschlandweit bekannt
  • Jetzt will er in die Politik
  • Im Mai kandidiert er für den Landtag - ohne eine Partei
  • Er verspricht: So einen Wahlkampf gab es noch nie

Essen. Serge Menga war schon vieles in seinem Leben. Als Elfjähriger ein Flüchtling aus dem Kongo. Mit 14 ein schwarzes Ziehkind in einer deutschen Familie. Später Mechatroniker, Dj, Fitness-Coach, Lastwagenfahrer.

Wenige Tage nach der Silvesternacht 2015/16 dann: gefeierter Social-Media-Star. Er hatte Anfang Januar vor einem Jahr ein Video bei Facebook gepostet, in dem er sich über das Verhalten der nordafrikanischen Flüchtlinge am Kölner Hauptbahnhof beschwerte.

Menga konnte nicht mehr wegschauen

Er forderte sie auf: „Packt einfach eure Klamotten und geht wieder nach Hause. Dorthin, wo gebombt und misshandelt wird.“ Millionenfach wurde das Video geklickt. Der Ex-Flüchtling sprach aus, was viele gedacht haben.

Jetzt will der Essener für den Landtag kandidieren. Ganz ohne Partei. Als Einzelkämpfer gegen die etablierte Politik. Und mit einem Wahlkampf „den man in Essen noch nicht gesehen hat", sagt Menga.

Ein großes Ziel und ein schwieriger Weg.

Angefangen, ihn zu gehen, hat Menga schon vor Jahren. Ohne es zu wissen: „Ich war schon immer sehr politisch interessiert. Doch habe ich nie gedacht: Da ist jetzt meine Meinung gefragt. Das änderte sich, als ich die Bilder von den Tausenden Flüchtlingen sah, die sich von Afrika auf den Weg nach Europa machten. Da konnte ich nicht mehr tatenlos zusehen."

Videos werden tausendfach geklickt

Seitdem spricht Menga in seinem Facebook-Blog über die Missstände in der Heimat seines kongolesischen Vaters, aber auch über die in seiner Wahlheimat Essen und über Politik im Allgemeinen. Sein Publikum: überschaubar. Bis zur Wutrede über die Silvesternacht.

Seitdem teilen Tausende seine Kommentare und Videos.

Menga glaubt zu erkennen: Die Leute glauben ihm, wenn er etwas sagt. „Ich habe das als Ruf verstanden: Die Menschen brauchen jemanden, der sich auch mal traut, Klartext bei den Themen Integration und Flüchtlinge zu sprechen."

Aus dem Flüchtling wird ein „Whistleblower“

Schließlich habe er das selbst durchlebt. Er sieht sich als Whistleblower, der auch mal unangenehme Dinge sagt. Menga weiß nun: Ich will in die Politik.

Und das geht schneller als gedacht. Im letzten Frühjahr: Empfang beim Essener Oberbürgermeister Kufen. Danach direkt nach Berlin, Sigmar Gabriel die Hände schütteln. Die Sozialdemokraten reißen sich um den Vorzeige-Migrant.

Doch der merkt schnell: „Die Parteien wollten nur die Welle des Hypes mitnehmen, aber nicht konstruktiv mit meinen Ideen arbeiten." Menga beschließt: Ich kandidiere einfach unabhängig.

Wahlkampf: David gegen Goliath

Januar 2017, die Landtagswahlen in NRW sind nicht mehr fern. Menga hat die letzten Monate dazu genutzt, Unterstützer für seine Kandidatur zu gewinnen. 100 Unterschriften von Menschen aus seinem Wahlkreis braucht er, um bei der Wahl antreten zu können.

100 Menschen aus den Stadtteilen Essen-Innenstadt, Altendorf, Frohn- und Holsterhausen, Fulerum, Haarzopf und Margaretenhöhe. Die hat er zusammen. Als Parteiloser Kandidat wäre er ein Novum im Düsseldorfer Landtag. Das hat bislang noch niemand geschafft.

Dafür gilt es, Britta Altenkamp zu schlagen. Die SPD-Politikerin ist die letzten Jahre souverän in den Landtag eingezogen. Ein übermächtiger Gegner? Nicht für Menga: „Ich sehe die anderen Politiker nicht als Konkurrenz an. Es ist wie bei David gegen Goliath. Nur ich mache Politik für die Bevölkerung."

„Flüchtlingen zu helfen, heißt nicht, nicht auch Deutschen helfen zu können"

Im Wahlkampf will er omnipräsent sein. „Jede Frau und jeder Mann soll mein Gesicht und meinen Namen kennen." Er will voll auf Bürgernähe setzen: öffentliche Diskussionsrunden, Meetings, Hausbesuche, viele Hände schütteln. Diesmal ist er dann der Politiker.

Damit das möglich ist, hat er ein Team von 15 Leuten, das ihn unterstützt. Finanziert wird das alles aus Spenden von normalen Wählern. „Ich nehme kein Geld von Banken oder großen Konzernen an. Damit würde ich mich abhängig machen."

Und für welche Politik steht er? „Für mich gilt Deutschland zuerst. Dort, wo ich lebe, muss das Leben funktionieren. Ich will keine Unterschiede machen: Flüchtlingen zu helfen, heißt nicht, nicht auch Deutschen helfen zu können."

Kriminelle Flüchtlinge müssen raus aus Deutschland

Menga will zudem konsequenter gegen kriminelle Flüchtlinge vorgehen: „Man muss aufhören, sich einzureden, dass man jeden Menschen in Deutschland integrieren kann. ,Wir schaffen das', ist nicht realistisch." Wer eine schwere Straftat begeht, müsse den Heimweg antreten.

Damit will er Zustände wie in Frankreich oder Belgien verhindern: „Dort gibt es einen offenen Konflikt zwischen der heimischen Bevölkerung und den Migranten. Das darf in Deutschland nicht passieren."

Ideen, an denen bereits große Parteien mit ihrem gesamten Politikapparat gescheitert sind. Dennnoch glaubt Menga, auch als Einzelperson etwas ändern zu können: „Meine Kandidatur ist ein Aufruf an die Bürger. Wollt ihr die Zukunft mitgestalten, müsst ihr alle mitmachen. Und ich mache es vor."

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