Essener Oktoberfest soll zum Flughafen umziehen

Nach dem Urteil des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen ist eine Lösung fürs Oktoberfest in Essen gefunden: Das Flughafengelände.
Nach dem Urteil des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen ist eine Lösung fürs Oktoberfest in Essen gefunden: Das Flughafengelände.
Foto: Essen
Was wir bereits wissen
Das Essener Oktoberfest soll künftig auf dem Gelände des Flughafens Essen-Mülheim stattfinden. Die Stadt hat noch keinen Antrag vorliegen.

Essen.. Von Rüttenscheid geht's auf den Flughafen Essen-Mülheim: Der neue Standort für das Essener Oktoberfest ist offenbar gefunden. Das Unternehmen BRT-Event UG hat Anwohner per Brief, der unserer Redaktion vorliegt, vorab informiert. Vom 2. bis 17. Oktober solle das Fest an "sechs bis zehn" Veranstaltungstagen stattfinden. Die Behörden hätten demnach bereits "grünes Licht" gegeben, schreiben sie.

Bei der Stadt Essen gibt man sich zurückhaltender. Der Veranstalter habe in dieser Woche die Verwaltung über das Oktoberfest auf dem Flughafengelände informiert. Ein Antrag liege aber noch nicht vor. Eine Genehmigung etwa des Ordnungsamtes wäre Voraussetzung für das Oktoberfest. Diese Genehmigung war beim vergangenen Oktoberfest in Rüttenscheid aber genau das Problem - wegen der Lautstärke des Festes.

Dekra mit Lärmschutzgutachten beauftragt

Beim Thema Lärmbelästigung will der Veranstalter die Anwohner mit seinem Schreiben nun beruhigen. Die Musik werde um 0 Uhr ausgeschaltet, Gäste müssten bis 1 Uhr in der Nacht aus dem Festzelt raus sein. Montags bis donnerstags sowie sonntags bleibe das Festzelt geschlossen - wobei eben vier weitere Tage "optional" geplant seien. Für ein Lärmschutzgutachten sei die Dekra bereits beautragt. Darüber hinaus könnten mobile Schallschutzwände eingesetzt werden.

Veranstalter Ted Terdisch sagte unserer Redaktion, man sammele noch die notwendigen Gutachten ein - und sei beim Lärmschutzgutachten zuversichtlich. Im Juni solle es vorliegen - und die Dekra signalisiere, dass es günstig ausfällt.

Die Anwohner habe man nicht aus der Presse von dem Oktoberfest erfahren lassen wollen - darum das Schreiben. Rund 100 Haushalte haben die Veranstalter angeschrieben. Terdisch: "Wir sind positiv überrascht vom guten Feedback." Für den Weg zum Oktoberfest am Flughafen und zurück wolle man einen Shuttle-Service mit der Evag auf den Weg bringen, kostenlos und vom bisherigen Standort in Rüttenscheid. Der Flughafen könnte so zur langfristigen Lösung fürs Oktoberfest werden.

Aus Rüttenscheid wegen des Lärms verbannt

In Rüttenscheid hatten Anwohner wegen der Lautstärke gegen das Oktoberfest geklagt - und in erster Instanz Recht bekommen. Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen sah das Oktoberfest nicht als Veranstaltung von öffentlichem Interesse. Die Stadt habe die umfassende Genehmigung zu Unrecht erteilt. Eine höhere Lautstärke sei nicht zu rechtfertigen.

Zwischenzeitlich war die Messe als Veranstaltungsort für das Oktoberfest ins Gespräch gekommen. Die Veranstalter Ted Terdisch und Werner Rzepucha hatten auch angedroht, die Stadt Essen ganz zu verlassen. (Juwe)