Essener Bürgerinitiative fordert Stromnetz in Bürgerhand
18.02.2013 | 20:01 Uhr 2013-02-18T20:01:00+0100
Essen. Zum 1. Januar 2015 wird die Stadt Essen die Konzession für das Stromnetz neu vergeben. Schon jetzt steht der Rat vor der Frage: Wer soll den Zuschlag erhalten? Ein Gruppe von Bürgern will selbst mitmischen und gründet nun eine Genossenschaft.
Zum 1. Januar 2015 wird die Stadt Essen die Konzession für das Stromnetz neu vergeben. Schon jetzt steht der Rat vor der Frage: Wer soll den Zuschlag erhalten? Erneut der Stromriese RWE , der die Konzession seit fast 20 Jahren hält? Genau dies will die in Gründung befindliche Genossenschaft mit dem Namen „Energie-Netz-Rhein-Ruhr - ENeRRgisch“ verhindern. Ihr Credo lautet: Das Stromnetz gehört in Bürgerhand!
Eine Handvoll Aktivisten, darunter bekannte Gesicher vom Runden Umwelttisch Essen, warben gestern vor dem Rathaus für ihr Anliegen. „Eines wollen wir mit der Aktion deutlich machen“, sagte Sprecher Rolf Schwermer. „Es geht nicht mehr ohne die Bürger.“
Die Zeit ist knapp bemessen
Im Ratssaal, wo die Wirtschaftsberatungsgesellschaft KPMG, auf Einladung von Oberbürgermeister Reinhard Paß über die nächsten Schritte hin zu einem neuen Konzessionsvertrag, informierte, erhielten die Umweltaktivisten kein Rederecht. Ob ihre sich Genossenschaft überhaupt um den Konzessionsvertrag wird bewerben dürfen - auch dahinter steht ein Fragezeichen. Die Zeit ist knapp bemessen. Bis zum 1. April sollen sich potenzielle Interessenten erklären, zum Jahresende will der Rat eine Entscheidung treffen. Per Gesetz ist die Stadt gehalten, bei der Vergabe darauf zu achten, dass die Stromversorgung durch den Inhaber der Konzession sichergestellt bleibt. Gefragt sei also jemand, der technische und wirtschaftliche Kompetenz mitbringt und niemand, der meine, er habe da „ein schickes Bürgerbeteiligungsmodell“, betonte der Vertreter der KPMG. Eine Genossenschaft könne sich allerdings durchaus mit jemandem zusammentun, der das nötige Know how mitbringe, so der Wirtschaftsberater. Für eine Genossenschaft bliebe die Tür also einen Spaltbreit offen.
Rolf Schwermer und seine Mitstreiter verbinden mit einem solchen Beteiligungsmodell die Hoffnung, die Energiewende ein Stück weit in die eigenen Hände nehmen zu können, so dass der Anteil erneuerbarer Energien steigt. Die Konzession wäre dafür allerdings nicht der Schlüssel, vielmehr schreibt der Gesetzgeber die Trennung von Netz und Vertrieb vor. Folglich darf die Stadt gar nicht ausschreiben, welche Art Strom es denn bitteschön sein soll, ob Öko - oder Atomstrom .
Die Stadt kann aber Kriterien formulieren, die der potenzielle Netzbetreiber zu erfüllen hat. Eine Selbstverpflichtung zum Ausbau „intelligenter Netze“ könnte ein solches Kriterium sein. Die Berater von KPMG warnen jedoch davor, technische Standards festzuschreiben, denn auch der kommende Konzessionsvertrag könnte 20 Jahre gelten.

09:56
Jo, endlich wieder Versorgungsposten für unqualifizierte Politiker!
05:33
Es ist nicht einfach, gegen die mäfiösen Strukturen der Energieversorger und deren willfährigen Handlanger, die korrupten Parteien anzukämpfen!
16:07
ob dezentrale Energiegewinnung, Kraft/Wärmekopplung usw. wirtschaftlich ans Netz kommt. Also alles das wovor sich Unternehmen fürchten die Megakraftwerke haben.
Eine Genossenschaft kann über Unterverträge für Teilaufgaben die deutlich kürzer laufen als die üblichen 20 Jahre dann wirklich Wettbewerb im Netz etablieren. Warum soll nicht ein geeignete Elektrofirma vor Ort die lokale Entstörung übernehmen.
Wir erinnern uns doch noch als beim letzten großen Stromausfall die Prioritäten nach den Wohnorten des oberen und mittleren Management von RWE gesetzt wurden. Pech hatten da viele Kleinbetriebe außerhalb der bevorzugten Gebiete. Ihre Produkte verrotteten weil sie bis dahin nicht verstanden hatten, dass ein privatisiertes Netz auf Kante genäht ist und deshalb wie im afrikanischen Busch Notstromaggregate unverzichtbar sind.
Man kann alle Kommunen nur raten ihre Netze zu behalten, denn wie #8 richtig feststellt, ein Zurückholen ist schwierig und risikobehaftet.
15:34
Und eine "bürgerlich" organisierte Genossenschaft ist dann gefeit vor Gewinnabsichten, Intransparenz und Postengeschacher? Und die kleine lokale Genossenschaft kann effektiver und günstiger arbeiten, als ein schon lange im Geschäft agierender Marktführer? So schön sich das anhört, bei mir bleiben deutliche Zweifel.
Letztlich ist das dann auch nicht "Bürgerhand", sondern "Genossenhand". Ähnlich wie ein Aktionär von RWE muss ich dann also Genossenschaftsanteile erwerben und erwarte eine jährliche Rendite. Der kleine Mann von Nebenan wird davon überhaupt nichts haben, denn die Konzessionsabgabe an die Kommune wird nicht geringer, die ist ja wohl festgeschrieben. Und die Genossenschaft muss erst einmal verstehen, was sie da mit dem Netz von RWE übernommen hat, womöglich sind noch Ablösungen für die Infrastruktur zu zahlen... Ich sehe bislang keinen Vorteil. Vielleicht kann die WAZ da ja mal tiefer nachfragen, wie die Herren sich das vorstellen?
14:37
Nicht nur das Netz sondern die gesamte Energieversorgung!
Genau Wettbewerb unter den Energieversorgern abschaffen! Damit reduzieren wir die Preise...
Wie soll das finanziert werden? Ach ja, Steuergelder. Bingo!
oh ha....
10:40
und der strom würde dann natürlich preiswerter
ich lach mich weg.
08:48
Räuber Wucherer und Erpresser
07:54
...........wäre sicher nicht die schlechteste Idee, wenn man sich die Beteiligung von Fachleuten sichern kann.
Immerhin hätte es der Verbraucher dann einfacher zu verhindern, daß an jeder Ecke ein Absahner die Hand ausstreckt.