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Brandschutzmängel

Zu lange Fluchtwege in der Mercatorhalle - Brandschutzkonzept fordert Außentreppen

12.04.2013 | 06:00 Uhr
Weitere Sorgen bereitet das neue Brandschutzkonzept für das City-Palais und die Sanierung der Mercatorhalle.Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.  Die Fluchtwege in der Duisburger Mercatorhalle sind viel zu lang, dass womöglich außen Fluchttreppen angebaut werden müssen. So steht es in einem neuen Brandschutzkonzept, das die Eigentümerfirma des City-Palais beauftragt hatte. Die Umbauten lassen eine Wiedereröffnung 2014 unmöglich erscheinen.

Das neue Brandschutzkonzept zum City-Palais und zur Mercatorhalle lässt schlimmste Befürchtungen aufkommen, dass Brandschutzmängel durch den Pfusch von Firmen und Sachverständige, aber auch bauliche Fehlplanungen die Sanierung der Mercatorhalle nochmals teurer machen und die bisherige Hoffnung gefährden, zumindest 2014 den großen Saal wieder öffnen zu können.

Die Rathausspitze und der Immobiliendienst IMD wurden bereits über das Gutachten des renommierten Sachverständigenbüros „Corall Ingenieure“ aus Meerbusch informiert. Details will aber niemand öffentlich machen.

Feuerfluchtreppen an der Außenfassade als Notlösung

Es heißt aber, dass „massive Eingriffe“ in das Gebäude und die Mercatorhalle notwendig sind. Gar von Feuerfluchttreppen an der Außenfassade ist als Notlösung die Rede, weil die Fluchtwege in der Mercatorhalle zu lang seien. Nach den Überprüfungen des Brandschutzexperten sind danach gravierende bauliche Änderungen vorzunehmen, um sichere, rauchfreie Fluchtwege und kleinräumigere Brandschutzabschnitte zu schaffen. So soll auch das repräsentative Foyer ein Gefahrenpunkt sein.

Bauskandal
Mercatorhallen-Sanierung kostet Duisburg 2,5 Millionen Euro

Die Kosten für die Sanierung der Duisburger Mercatorhalle steigen höher und höher. Mittlerweile rechnet die Stadt damit, dass die Behebung der Brandschutzmängel 2,5 Millionen Euro kostet. Mietausfälle und Schadenersatzforderungen sind darin noch nicht berücksichtigt.

Beauftragt mit dem Gutachten wurde „Corall Ingenieure“, ein Büro mit üppiger Referenzliste, nach den ersten Skandalmeldungen aus der Mercatorhalle im vergangenen Jahr durch die Eigentümerin des City-Palais, die Hannover Leasing. Der vorherige Brandschutzexperte soll vor die Tür gesetzt worden sein. In einer dürren Pressemeldung bestätigte der Immobilienfonds aus München gestern die neuen Brandschutz-Gutachten für das City-Palais und beeilt sich, wortreich klarzustellen, dass keine „Notwendigkeit“ besteht, weitere Bereiche im Gebäude zu sperren und „eine Gefährdung für Mieter und Besucher der übrigen Bereiche nicht gegeben ist“, so Pressesprecherin Barbara Popp.

Kann der IMD die Riesenbaustelle allein schultern?

Der Stadt drohen damit offenbar noch weit höhere Kosten als die bisher schon von IMD-Chef Rohde genannten 2,5 Millionen Euro. Außerdem drängt die Zeit. Im Mai, so war eigentlich mit der Duisburg Marketing DMG vereinbart, sollte es einen verlässlichen Zeitplan geben, ob die DMG für den den Sommer 2014 – dann nach zweijähriger Schließung – in die Planung und Belegung des wiedereröffneten Großen Saals gehen kann. Ob der Kleine Saal nach den jüngsten Hiobsbotschaften im September öffnen kann, ist ungewiss.

Fraglich ist auch, ob der IMD, der ohnehin schon unter der Brandschutzlast für viele andere städtischen Gebäude an seine Grenzen gerät, die Riesenbaustelle Mercatorhalle personell allein schultern kann. Zudem wird das juristische Dickicht der rechtliche Fragen um Beweissicherung, Schadensersatz und Verantwortlichkeiten immer unübersichtlicher.

Mercatorhalle in Duisburg

 

Oliver Schmeer


Kommentare
15.04.2013
08:19
Musik brennt, Geld nicht ???
von HartaberWahr | #12

So, so, die Brandgefahr beschränkt sich nur auf Mercatorhalle/City Palais, das Casino ist nicht betroffen ?????

Wer das glaubt, setzt sich auch den Hut mit einem Hammer auf.

Die Stadt knickt nach wie vor ein vor den mächtigen "Investoren" (Hannover Leasing), die Zeche zahlt der Bürger, bravo.

DUISBURG, wir können alles, außer RICHTIG !!

13.04.2013
16:42
Zu lange Fluchtwege in der Mercatorhalle - Brandschutzkonzept fordert Außentreppen
von astor97 | #11

....und so wird es dann die unendliche Geschichte.. immer neue Änderungen ...immer neue Ideen...immer neue Fehlerquellen... schönen Tag noch..

12.04.2013
17:56
Zu lange Fluchtwege in der Mercatorhalle - Brandschutzkonzept fordert Außentreppen
von hobbesdu | #10

Brandschutz ist natürlich wichtig. Jeder, der in eine Brandsituation kommt ist heilfroh, schnell aus der Gefahrenzone herauszukommen. Man sollte aber hinterfragen, ob die gesetzlichen Verschärfungen die zur Zeit dazu führen, dass viele öffentliche Gebäude plötzlich nicht mehr nutzbar sind, weil z.B. Fluchtwege fehlen, wirklich der Weisheit letzter Schluss sind. Kann es sein, dass hier über das Ziel hinaus geschossen wurde? Sind demnächst alle Häuser mit hölzernem Treppenhaus auch unbewohnbar?

12.04.2013
17:40
Zu lange Fluchtwege in der Mercatorhalle - Brandschutzkonzept fordert Außentreppen
von stan44 | #9

Die Stadtverwaltung Duisburg - seit Jahrzehnten ein einziger riesiger Dilettantenstadl. Wenn man das einmal akzeptiert, wundert einen nix mehr.
Vor diesem Hintergrund ist die Frage, ob das IMD die Baustelle alleine schultern kann, wohl eher ironisch gemeint.

12.04.2013
17:38
Details will aber niemand öffentlich machen.
von taosnm | #8

Diese Aussage aus dem Bericht halte ich für sehr bemerkenswert. Es gibt seit einigen Monaten, der mit dem im Wahlkampf veröffentlichten Ausspruch von "Transparenz" angetreten ist. Nun wird immer klarer, dass das "mein dämliches Geschwätz von gestern" ist und wie weiland Münterfering es wahrscheinlich "nicht fair findet", an seinen Wahlkampfaussagen gemessen zu werden.

Die Bürger der Stadt Duisburg finanzieren dieses Desaster und werden wahrscheinlich sparsam gucken, wenn demnächst aus Geldmangel weitere Einrichtungen geschlossen werden müssen - nur wissen dürfen sie nicht, wofür sie bezahlen müssen!!!

2 Antworten
Zu lange Fluchtwege in der Mercatorhalle - Brandschutzkonzept fordert Außentreppen
von taosnm | #8-1

Sorry, es muss natürlich heissen:

"Es gibt seit einigen Monaten einen OB, der ...

Und könnte mit der Frage enden: Wer stoppt soviel Ignoranz und Arroganz?

Zu lange Fluchtwege in der Mercatorhalle - Brandschutzkonzept fordert Außentreppen
von tom009 | #8-2

tja

die alt obs krings und zieling steckten ja lieber geld in diese unnötige u-bahn anstatt sich mal um die sanierung von schulgebäuden zu kümmern.

das es jetzt soweit gekommen ist das gebäude geschlossen werden müssen ist diesem arrogantem verhalten dieser beiden ach soooooo tollen alt spd oberbürgermeistern zu verdanken.

jetzt wo es zu spät ist jetzt wird geweint was das zeug hält.

12.04.2013
16:54
Zu lange Fluchtwege in der Mercatorhalle - Brandschutzkonzept fordert Außentreppen
von DU-Kersten | #7

Das Casino sollte doch Geld in die klamme Stadtkasse spülen.
Nach einer Gesamtbetrachtung könnte man zu der Überzeugung kommen,
dass es eher ein Verlustgeschäft für die Stadt ist.
Dazu kommen hohe Mieten für die DMG, da es sonst wohl noch mehr
Leerstände im City-Palais geben würde.
Vielleicht fragt der Stadtrat mal nach.
Hannover-Leasing hat ein gutes Geschäft gemacht, denn die Miete für die
Mercatorhalle wird schon das Palais finanzieren. Die anderen Mieteinnahmen sind dann das Sahnehäubchen.

1 Antwort
Zu lange Fluchtwege in der Mercatorhalle - Brandschutzkonzept fordert Außentreppen
von tom009 | #7-1

tja

warum fragen sie nicht mal bei den alt obs krings bzw zieling nach die diese gnze sache ja praktisch zu verantworten haben.

unter deren federführung wurde ja da alles geplant und sozusagen vermietet.

diese wollen ja unbedingt ein casino
unbedingt eine neue mercartorhalle nachdem man die alte halle hat systematisch verrotten lassen

12.04.2013
13:06
Zu lange Fluchtwege in der Mercatorhalle - Brandschutzkonzept fordert Außentreppen
von ProfDrHonigtauBunsenbrenner | #6

Das wird eine "Never Ending Story"!
Bis das fertig gestellt ist, gibt es wieder neue Bestimmungen die dann wiederum behoben werden müssen.

Ich frage mich, macht überhaupt ein "Weiterbau" noch Sinn!

Wir sollten hier keine weiteren Gelder mehr verprassen. Alle geplanten Veranstaltungen sollten wir nach Oberhausen in die "Königs Pilsner Arena" verlegen.

Schade für Duisburg, aber alles andere macht in meinen Augen keinen Sinn.

12.04.2013
11:51
Und was ist mit den anderen Teilen des City-Palais???
von FredBasset | #5

Man kann mir nicht erzählen, daß in den anderen Teilen des City-Palais alles koscher ist. Nur traut man sich da nicht ran; eine Spielbank schließen kostet das Land Millionen und Duisburg nimmt ihrerseits Millionen nich ein. Bei den Geschäften drohen auch Millionen-Schadenersatzforderungen.

Da spielt man lieber das Spiel, "der Pfusch ist haarscharf beschränkt auf den städtischen Teil, es hat auch nur ein einzelner Mitarbeiter die Verantwortung etc."

12.04.2013
11:21
Zu lange Fluchtwege in der Mercatorhalle - Brandschutzkonzept fordert Außentreppen
von jojo2008 | #4

Zu lange Fluchtwege? Das hätte doch schon bei dem Bauantrag auffallen müssen! Ist aber offensichtlich nicht. Trotz Gutachter. - Stimmt bei diesem "Leuchturmprojekt" eigentlich irgendetwas?

Fazit: Politik und Verwaltung in Du sind ein einziger Dilettantenstadl, der uns Bürger auch noch eine Unmenge an Geld kostet - in Szene gesetzt von verantwortungslosen Strippenziehern/innen. Mir tun auch die Menschen leid, die sich z.B. in der Verwaltung redlich bemühen, aber von den verantwortungslosen Verantwortlichen abgeblockt werden. -

Dilettanten aller Länder, vereinigt Euch!

Harald Jochums / Archetekt

1 Antwort
Zu lange Fluchtwege in der Mercatorhalle - Brandschutzkonzept fordert Außentreppen
von Nix-wird-besser | #4-1

Ja, von der Planung, Genehmigung bis zur Abnahme soll dies niemandem aufgefallen sein? Unvorstellbar eigentlich.

12.04.2013
09:40
Neue Sorgen?
von ucausdu | #3

Das alles hätte vermieden werden können, wenn man seinerzeits die Bauplanungsphase vernünftig zu Ende gebracht hätte. Aber es mußte ja schon mit dem Bau angefangen werden, wo die endgültigen Pläne hinten noch nicht einmal auf dem Papier standen. So wird es ja heute nur noch gemacht und was bringt es: KOSTEN! Siehe BER, siehe Philharmonie Hamburg, Stuttgart 21,.... Bei all diesen Projekten wird schon gebaut, da ist die Planung nicht fertig, da ist dann zum Ende der Planung hin Zeitdruck, der sich dann auch auf den Bau selbst überträgt und dann in Pfusch und Fehlern am Bau mündet. Gebt den Bauleitern fertige, entgültige Pläne in die Hand und dann auch die Zeit, das alles gescheit zu kontrollieren und dann sehen wir mal was billiger ist, längere Bauzeit finanzieren, oder teure Mängelbehebung, bzw. Umbauten.

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