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Werkstudenten erheben schwere Vorwürfe gegen Tochter der DVV

14.12.2012 | 06:00 Uhr
Werkstudenten erheben schwere Vorwürfe gegen Tochter der DVV
Die DVV-Verwaltung.Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.   Werkstudenten der EnergieGut GmbH erheben schwere Vorwürfe gegen das Tochterunternehmen des DVV-Konzerns.

Kein Urlaub und keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall: Bernd Müller und Jana Meier (beide Namen geändert), Werkstudenten der EnergieGut GmbH, seit Jahresbeginn ein Tochterunternehmen des DVV-Konzerns mit Sitz in Rheinhausen und im Stromhandel tätig, erheben schwere Vorwürfe gegen die Geschäftsführung. Beide wollen aus Angst vor einem Rausschmiss anonym bleiben.

Das komplette Tagesgeschäft

Bernd Müller erzählt: 30 Werkstudenten seien bei EnergieGut in der Buchhaltung für Netznutzungsabrechnungen verantwortlich – ausgestattet mit befristeten Verträgen mit einer Laufzeit von drei bis sechs Monaten.

40 bis 80 Stunden arbeiteten die Werkstudenten pro Monat bei einem Stundensatz von 11 Euro. Bei nur 15 Festangestellten erledigten sie laut Jana Meier fast das komplette Tagesgeschäft.

Stellungnahme
Führungskräfte werden befragt

Ein DVV-Sprecher nimmt zu den Vorwürfen der Werksstudenten Stellung: „Sollten Vorgesetzte gegenüber Mitarbeitern die vorgeworfenen Aussagen gemacht haben, widerspräche dies den strengen Verhaltensregeln des Konzerns. Dies werde von der EnergieGut-Geschäftsführung nicht toleriert. Allen Angestellten, auch Werksstudenten, stünden, so der Sprecher weiter, der gesetzliche Urlaubsanspruch sowie eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zu. Die Geschäftsführer sollen nun die Führungskräfte zum Thema befragen und deutlich machen, dass Verhaltensregeln strikt eingehalten werden müssen.

Es sei zudem richtig, dass bislang bei EnergieGut angestellte Werkstudenten nun das Angebot erhalten, bei Admito zu arbeiten. Admito müsse als Servicegesellschaft im Wettbewerb ihre Leistungen zu marktüblichen Konditionen erbringen. Deshalb sei es dem Unternehmen nicht möglich, die bisherige Vergütung für Werkstudenten weiterhin anzubieten.

„Wenn ich oder andere mal versucht haben, Urlaub einzureichen, ist uns mit dem Hinweis auf anstehende Vertragsverlängerungen nahe gelegt worden, darauf zu verzichten“, sagt die Werkstudentin. Müller erinnere sich an Aussagen wie: „Sie wollen doch noch länger hier arbeiten, oder?“ Diese stammten aus Teilen der Geschäftsführung sowie von Abteilungsleitern, so Müller.

Angst vor Rausschmiss

Ähnliches hätten die Werkstudenten auch gehört, wenn sie einen Krankenschein einreichen wollten. Vielmehr seien bei einem krankheitsbedingten Ausfall „Minusstunden“ aufgeschrieben worden. Müller: „Wer ausfiel, musste die entsprechenden Stunden nacharbeiten.“ Aus Angst vor einem Rausschmiss beziehungsweise aus Angst, keinen neuen Vertrag zu bekommen, hätten sich die Werksstudenten bisher nicht gewehrt.

Nun werde allerdings die Buchhaltung zum 1. Januar 2013 in die Admito GmbH, ein weiteres Tochterunternehmen des DVV-Konzerns, ausgelagert. Um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten, seien die Studenten plötzlich gegen Ende dieses Jahres aufgefordert worden, Überstunden abzubauen und Urlaub zu nehmen.

Fass zum Überlaufen gebracht

„Bei Admito sollen wir nun problemlos Urlaube und Krankenscheine einreichen können. Allerdings verdienen wir dort künftig 9 statt 11 Euro pro Stunde“, so Müller. Das habe das Fass zum Überlaufen gebracht, zumal die Verträge erst kurzfristig vorgelegt worden seien. Der Betriebsrat bestehe aktuell nur noch aus einer Person, habe keinen Einfluss.

Müller: „Wir sind Leistungsträger im Unternehmen, fordern deshalb 11 Euro pro Stunde wie bisher und das, was uns gesetzlich schon längst zusteht: Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.“

Daniel Wiberny



Kommentare
15.12.2012
19:36
@sentinel...a propos auf "LINKS" drehen
von Zentrum | #13

Wo ist die Linke in Duisburg - soziale Ungerechtigkeit sollte eigentlich Kernthema dieser "TRUPPE" sein.

Er drängt sich der Eindruck auf, dass da seit geraumer Zeit eine Dierkesche-Kernschmelze ohne Aussage und Inhalt von Statten geht - shalom !

Wann werden die "roten Socken" endlich wach ?

Glückauf

15.12.2012
16:43
taos - Vom Schleckern & scheinheilgen Volksvertretern
von mightymouse | #12

Als die Fa. Schlecker Leiharbeiter über Menjar beschäftigte, gab es bundesweite Diskussionen. Die Vertreter der CDU sprachen sich gegen Ausbeutung à la Schlecker, DVV u. Konsorten aus! Was ist seither geschehen? NIX! Die glauben ernstahaft, wir merkeln nichts.
Zitat: So hatte der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Karl Josef Laumann (CDU) in einem Brief an die Schlecker-Mitarbeiter systematische Tarifflucht vorgeworfen, die "das soziale Gefüge in Schieflage" bringe, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet hatte.Leiharbeit sei dazu da, betriebliche Auftragsspitzen abzufangen oder im Falle von Urlaub oder Krankheit Vertretungen bereitzustellen. Sie dürfe nicht dazu missbraucht werden, "um mit ihrer Hilfe Stammbelegschaften zu ersetzen".
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/umstrittener-umgang-mit-leiharbeit-schlecker-lenkt-ein-1.70013

15.12.2012
13:18
Sehr toll was die Stunden erleben dürfen.
von Shy_Eye | #11

Die Mentalität einiger Firmen kannst du echt in die Tonne kloppen!

Sie sind kein Vorbild!!! Peinlichkeit

15.12.2012
12:51
Werkstudenten erheben schwere Vorwürfe gegen Tochter der DVV
von Sentinel | #10

Die DVV hat viele Tochtergesellschaften gegründet um Aufgabengebiete so zu verlagern dass die Mitarbeiter aus der alten Tochtergesellschaft gekündigt werden können aber für weniger Geld in der neugegründeten Gesellschaft einen neuen Arbeitsvertrag erhalten, da natürlich erstmal befristet. Neue Bahn-/Busfahrer die nach der Ausbildung für die DVG arbeiten werden, kommen über eine Tochtergesellschaft der OCTEO zum Einsatz, Durch die Gründung von immer mehr Tochtergesellschaften ist ein undurchsichtiges Konstrukt aufgebaut werden um "Billigkräfte" rekrutieren zu können ohne wirklichen Arbeitsrechtschutz. Bin mal gespannt wann die verantwortlichen Behörden bei der DVV einfallen und den Laden mal kräftig auf LINKS drehen.

15.12.2012
12:46
Werkstudenten erheben schwere Vorwürfe gegen Tochter der DVV
von RennYuppieRenn | #9

Gegen den Sozialterror der Arbeitnehmer! Gegen Konsumterror! Leute, verzichtet auf das Geld und kündigt. Was nützt euch Geld, wenn ihr keine Zeit und kein Leben habt. Deutsche, wehrt euch!

3 Antworten
Werkstudenten erheben schwere Vorwürfe gegen Tochter der DVV
von RennYuppieRenn | #9-1

Ups, ein faux pas in der Hitze des sozialumstürzlerischen Moments. Es soll natürlich Arbeitgeber heißen.

Werkstudenten erheben schwere Vorwürfe gegen Tochter der DVV
von wtf85 | #9-2

Toller Kommentar! Und was schlägst du so vor? Harz4 beantragen oder doch Eltern anpumpen?

Werkstudenten erheben schwere Vorwürfe gegen Tochter der DVV
von RennYuppieRenn | #9-3

Auf jeden Fall nicht von Arbeitgebern ausnutzen lassen. Nicht auf die Werbung hören. Nicht auf "gute" Tipps von anderen hören. Die Absichten von jedem Menschen prüfen. Die Augen aufhalten, wo Gleichgesinnte sind.

14.12.2012
21:07
Werkstudenten erheben schwere Vorwürfe gegen Tochter der DVV
von taosnm | #8

Als bekannt wurde, dass Schlecker eine eigene Leiharbeitsfirma gegründet hatte, um sich selbst billige Arbeitskräfte, die vorher regulär angestellt waren, auszuleihen, entstand ein neues Gesetz, dass genau dieses Unwesen verbietet. Insofern könnte es gut möglich sein, dass die DVV sich hier illegaler Methoden bedient. Allerdings muss natürlich berücksichtigt werden, dass die ansehnlichen Vergütungen und grossen Dienstwagen der Häuptlinge erwirtschaftet werden müssen, was wohl nur möglich ist, wenn die Indianer versklavt werden.

14.12.2012
14:00
Siehe Stellungnahme: Admito Servicegesellschaft...
von mightymouse | #7

Iich habe unter http://www.admito.de/ Informationen eingeholt. Admito ist wiederum eine Tochter der Städtischen DVV, bzw. eine konzerninterne Leiharbeitsfirma der Stadt um offensichtlich zwingende Arbeitnehmerschutzrechte zu umgehen (z. B. Lohnfortzahlung, Kündigungsschutz, Tarifgeltung), um die studentischen Erfüllungsgehilfen auszubeuten. Da sollte man mal recherchieren ob es sich etwa evtl. um illegale Arbeitnehmerüberlassung in einem kommunalen Unternehmen handelt. Das wäre ein Skandal. Wieso ist da kein Betriebsrat der sich dazu äussert? Dem kann die Fülle der Studenten im Betrieb doch kaum entgangen sein. Pfui Teufel!

14.12.2012
11:50
@1 Zentrum - "Selbiges hört man von der DMG"
von Melmoth | #6

So weit ich das sehe, haben die Studenten bei der Duisburg Marketing keine Anspruch auf Lohnfortzahlung. Die werden augenscheinlich stundenweise bezahlt. Wer krank wird hat Pech gehabt.

https://www.uni-due.de/imperia/md/content/stellen/externe/07_07_stellenausschreibung_aushilfe_uni.pdf

Aber ein lukrativen Job für einen zweiten Geschäftsführer, und eine Gehaltserhöhung von 10.733,24 Euro für Uwe Gerste ist bei der DMG drin. Für die Urlaubskasse?

http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/janssen-muss-seinen-stuhl-im-duisburger-rathaus-raeumen-id7381410.html

http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/das-verdienen-die-manager-der-stadt-duisburg-id7210982.html

1 Antwort
PS
von Melmoth | #6-1

Die angesprochenen "Mobbingbedingungen" sind bestimmt im Lohn enthalten...

14.12.2012
11:48
Schwere Vorwürfe gegen Tochter der Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV)
von wtf85 | #5

Ist natürlich ganz clever gemacht vom Management. Studenten regeln das Tagesgeschäft für einen Spottlohn, der Arbeitgeber zahlt kaum Abgaben und beschäftigt gleichzeitig qualifiziertes Personal.Und da man als Student auf das Geld angewiesen ist, muss man sich diese Umstände noch gefallen lassen. Ich will nicht wissen was da noch alles abgelaufen.
Da sind die Stadtwerke in der Lage die Rede eines Steinbrücks mit 25.000 Euro zu honorieren aber zu pleite um Werkstudenten ein angemessenes Gehalt zu zahlen. Herrlich! Willkommen in der deutschen Wirtschaftspolitik :)

14.12.2012
10:42
Schwere Vorwürfe gegen DVV-Tochter
von CaptainWillard | #4

Bei der DVV wird die Buchführung von Werkstudenten gemacht. Dieser Tatbestand alleine rechtfertigt schon den Rauswurf von Herrn J.

Auch die Frage, warum die "DVV"-Tochter St. seit geraumer Zeit ihre Kundenbuchhaltung nicht in den Griff bekommt, dürfte damit geklärt sein

Dahilft nur: Anbieterwechsel

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