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Beate Abraham lässt Ferch und Ochsenknecht blass aussehen

Beate Abraham lässt Ferch und Ochsenknecht blass aussehen

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Die Dortmunder Schauspielerin Beate Abraham ist dem WDR-Publikum bestens bekannt als schrille „Frau Schagalla“ aus Stratmanns Comedy. Abraham kann aber weit mehr. Im ZDF-Film „Ein vorbildliches Ehepaar“ zeigt sie’s zusammen mit den Top-Stars Heino Ferch und Uwe Ochsenknecht.

Dortmund. 

Sie könnte in Köln leben, in München, in Hamburg. Die Schauspielerin Beate Abraham indes hat sich entschieden, dem Ruhrgebiet treu zu bleiben. Dortmund ist seit langem ihr Revier. Die Region prägte sie mit trockenem Witz. In der Komödie „Ein vorbildliches Ehepaar“ (ZDF, 20.15 Uhr) ist das sehr schön zu besichtigen. Sie spielt ein dominantes Muttertier mit so viel augenzwinkerndem Charme, dass es die beiden Top-Stars Heino Ferch und Uwe Ochsenknecht schwer gegen sie haben.

Beim Interview sitzt sie auf ihrer riesigen Terrasse am Rande der Dortmunder Innenstadt. Aus dem Augenwinkel sieht die gebürtige Ostpreußin der Spätherbst-Sonne bei der Arbeit zu. Ein gut genährtes braunes Eichhörnchen pirscht sich heran, schnuppert, feines Tee-Aroma und der Duft edler Pralinees ziehen in den Garten, als Beate Abraham von den Dreharbeiten für den Film erzählt: „Ich habe drei Sachen gleichzeitig gemacht und war deshalb viel unterwegs.“

„Stratmann“ und „Die Lottokönige“

Zunächst hielt der WDR die Schauspielerin auf Trab. Zwei „Stratmann“-Folgen standen an. In der Kneipencomedy von Ludger Stratmann mimt sie die schrille „Frau Schagalla“ mit deftigem Ruhr-Humor. „Dann“, fügt Beate Abraham hinzu, „fingen die Dreharbeiten zu der neuen WDR-Serie ,Die Lottokönige’ an, die übrigens fortgesetzt wird.“ Obendrein musste sie fürs Lustspiel um zwei Herren, die eine Notgemeinschaft à la „Männerwirtschaft“ bilden, nach München jetten.

Leuchtet München? Beate Abrahams wasserblaue Augen blitzen beinahe amüsiert auf. „Ich fand die Stadt langweilig und zu voll. Nicht meine Stadt. Und zu teuer ist sie auch“, sagt die 67-Jährige, und ihre Worte kommen, kurz, trocken, direkt, wie eine Gerade der Klitschko-Brüder. „Da kaufe ich meine Sachen lieber woanders.“

Eine Liebeserklärung an Dortmund? „Ja“, antwortet Beate Abraham. Lachend schiebt sie nach: „Aber das Klima bei den Dreharbeiten war gut.“ Regisseur Ben Verbong kennt sie: „Wir haben schon eine Komödie zusammen gemacht. Es ist ein Regisseur, der Dir sehr gut sagen kann, was er von Dir will, und zwar, ohne dass er genialisch rumschreit.“ Natürlich ist Beate Abraham Profi genug, um Nettes auch über ihre Schauspiel-Kollegen zu sagen: „Es macht Spaß, sie zu sehen.“

Keine Schenkelklopfer – der Witz kommt leise

Noch mehr Spaß macht es, Beate Abraham zu sehen. Verbong inszeniert sie keineswegs als Ruhr-Mutti mit Nudelholz-Charme. „Ben Verbong macht keine Schwiegermutter-Schenkelklopfer-Komödien; das hätte man aus dem Stoff auch machen können. Genau das hat er mir auch gesagt. Und deshalb ist der Film auch eher leise, aber trotzdem lustig.“

Beate Abraham rauscht im Film in edler Seide durchs Bild, zudem lebt sie, buchstäblich, auf hohem Fuß: „Ich spiele eine reiche Mutter, was unglücklich ist, weil ich sonst eher die Abteilung Kittelschürze bediene. Für mich wurde in den teuersten Geschäften eingekauft (das kenne ich sonst gar nicht). Und für mich wurden hochhackige Schuhe eingekauft, die ich jeden Tag tragen musste. Und abends war ich scheintot. Aber trotzdem habe ich die Schuhe dem Produktionsteam abgekauft: So schön fand ich sie. Seitdem habe ich sie erst einmal angehabt.“