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In Duisburg wankt das Wahrzeichen Stadtwerketurm

28.11.2011 | 14:37 Uhr
Vor allem in der Nacht ist der Stadtwerketurm das Wahrzeichen Duisburgs schlechthin. Foto: WAZ FotoPool

Duisburg.  Mit dem Abschalten eines Heizkraftwerkes brauchen die Stadtwerke den Hochfelder Turm nicht mehr. Zum Jahresende soll feststehen, ob das Duisburger Wahrzeichen abgerissen wird oder erhalten bleiben kann.

Er ist das weithin sichtbare Wahrzeichen Duisburgs schlechthin: Der 200 Meter in den Himmel ragende Stadtwerketurm; vor allem nachts, wenn er grün angestrahlt ist, weist er den Weg. Doch die Tage des Hochfelder „Langen“ sind möglicherweise gezählt. Mit dem Abschalten eines Kraftwerkblocks Ende 2012 stellt sich für die Stadtwerke AG die Gretchenfrage: Bleibt der Turm stehen oder nicht? Ende des Jahres soll nach WAZ-Informationen die Entscheidung fallen.
 

Seit 1967 bläst der Stadtwerketurm aus drei Röhren die Abgase in die Luft, die knapp 200 Meter tiefer in den Heizkraftwerken beim Verbrennen vornehmlich der Kohle, aber auch von Klärschlamm oder Holzpellets entstehen. Unten am Kraftwerkstandort tut sich nun was: Der Heizkraftwerkblock IIb, der im Jahr 140 Megawatt Strom und 160 MW Fernwärme produziert, schafft als „Kind“ der 60er Jahre nicht mehr die ab 2013 strengeren Emissionsgrenzen.

Nachrüstung ist zu teuer

Eine Nachrüstung mit einer neuen Rauchgasreinigungsanlage ist zu teuer, so dass der Block abgeschaltet wird, während das HKW I (Leistung 100 MW Strom/140 MW thermische Energie) nebenan am Netz bleiben kann. Die Stromversorgung für 250 000 Haushalte bleibt davon unberührt, schließlich verfügen die Stadtwerke mit dem Standort in Wanheim über ein hochmodernes Gas- und Dampfturbinenkraftwerk, für das aktuell Erweiterungspläne geprüft werden.

Zudem: Die Stadtwerke sind nicht nur Stromproduzent, sondern mehr und mehr Stromverteiler. Immer größeres Gewicht bekommen ferner die erneuerbaren Energien, so dass in der Zentrale an der Bungertstraße die künftige, mittelfristige Unternehmensstrategie auf der Agenda steht. Und damit richtet sich der Blick auch auf die Zukunft des innerstädtischen Kraftwerkstandortes in Hochfeld. Mit dem Abschalten des HKW IIb wird der Turm aus technischer Sicht nicht mehr benötigt. Für das HKW I ließe sich ein neuer Kamin bauen. Sicher ist auch, dass das ausrangierte Kraftwerk abgebaut wird. Und zu ihm gehört eben der Turm.

Aufsichtsrat entscheidet

Der Stadtwerke-Turm in Duisburg

Stadtwerke-Sprecher Hiermann bestätigt auf WAZ-Anfrage, dass für die Dezembersitzung des Aufsichtsrates Daten zusammengestellt werden. Er soll offenbar entscheiden. Denn auch den Stadtwerken ist klar: Die Turmfrage ist keine rein technische oder finanzielle, sondern eine höchst emotionale. Hiermann verweist darauf, dass „erhebliche Investitionen zu tätigen wären, um den Stadtwerketurm als Landmarke zu erhalten.“ Nach WAZ-Informationen wären einmalig Millionen fällig und danach eine Million Euro jährlich als Unterhalt.

Oliver Schmeer



Kommentare
28.11.2011
18:35
Kölner Dom
von russkopp | #33

Der Dom verursacht seit Jahrhunderten Kosten in unvorstellbarer Höhe. Die Kath. Kirche schrumpft.
Fazit: Weg damit.
Welche Funktion (Emotionen ausgenommen) hat das Brandenburger Tor?
Fazit: Weg damit.
usw.

28.11.2011
17:27
Fehlende Kreativität
von Potthead88 | #32

Ich bin mir leider ziemlich sicher, dass die Entscheidung gegen den Turm fallen wird - aus Kostengründen. Und dabei bräuchte es eigentlich nur innerhalb der Entscheidungsstrukturen jemanden, der ein bisschen Herzblut und Kreativität in die Frage investieren würde, denn das Kostenproblem ist doch nun durchaus lösbar!

Die Stadtwerke suchen nach einem neuen Image, wollen mehr auf erneuerbare Energien setzen? Warum kommt denn dann eigentlich niemand auf die Idee, den Turm zu einem Windkraftwerk mit Vertikaldreher(n) an der Spitze umzubauen? Diese relativ neue Art der Windräder wird doch in Bottrop bereits im Rahmen der Innovation City Ruhr erprobt und würde perfekt in die Architektur des Turms passen. Mit so einem deutlichen Zeichen des Wandels würde man sich die Landmarke (für Duisburg) UND das Markenzeichen (für die Stadtwerke) schlechthin schaffen!

Ich muss zugeben, dass ich kein Experte bin und mir bewusst ist, dass die Leistung einer solchen Windkraftanlage vergleichsweise sehr gering ist, aber 1) kann mir niemand erzählen, dass an der Mündung der Ruhr in den Rhein in 200 Metern Höhe keine günstigen Windverhältnisse herrschen (vor allem, da Vertikaldreher unabhängig von Windrichtungen funktionieren) und 2) wäre es doch schon genug, wenn die Stromgewinnung die jährlichen Kosten für Beleuchtung und Instandhaltung decken würden. Dann müsste man eben einmalig investieren, um den Turm dauerhaft zu sichern. Und ansonsten gibts ja noch genug Möglichkeiten, die Investitionskosten zu reduzieren, wie die Wiedereinrichtung der Aussichtsplattform (die drei äußeren Rohre wären dann ja frei für zusätzliche Fluchtwege), eine Aufnahme in die Route der Industriekultur und die damit verbundene Beteiligung des RVR oder der Emschergenossenschaft.

Ich sage nicht, dass es ein Schnäppchen wäre, den Turm zu erhalten, aber es ist durchaus möglich, die Kosten massiv und dauerhaft zu senken. Es ist hier nur eine Frage des Wollens - und ich glaube leider, sie wollen nicht...

07.10.2011
14:46
Das Wahrzeichen Stadtwerketurm in Duisburg wankt
von Duisburger9999 | #31

Die können doch meinen Ganzjahres-Weihnachtsbaum nicht abreißen ;-)

(wenns zu teuer ist, ihn zu unterhalten natürlich doch)

27.09.2011
22:16
Das Wahrzeichen Stadtwerketurm in Duisburg wankt
von AxelKrause | #30

#29 von tommysurfer

Wen Sie das für ne gute Idee halten, kann ich Ihnen auch nur empfehlen, sich in die Materie einzulesen.
Ist allerdings zeitaufwendig.

Nur ein Tip. Der Entwurf für den Schuhkarton stammt aus dem Jahre 1925.

27.09.2011
20:58
Das Wahrzeichen Stadtwerketurm in Duisburg wankt
von tommysurfer | #29

@ #22 AxelKrause:
Die anderen Probleme sind selbstverständlich wichtiger. Nur bringt es nichts das eine gegen das andere auszuspielen.
Küppersmühlenerweiterung halte ich immer noch für eine absolut richtige Idee. Nur weil die Umsetzung übelst war, kann die Idee deswegen nicht herhalten.

27.09.2011
20:42
Das Wahrzeichen Stadtwerketurm in Duisburg wankt
von rickylee | #28

@27
Habe ich.
Kenne mich mit Unternehmenspraktiken nicht so gut aus, denke aber, dass wenn die Stadtwerke als Gesellschaft unter diese Bettdecke gekrochen sind, auch in dem Sinne nicht mehr eigenständig existieren. ( So haben wir doch beide eigentlich Recht, was die Entscheidungsfähigkeit angeht ).
Übrigens gelesen, dass auch octeo und admito -personal und finanzdienstleistungen unter dieser Decke stecken ?
Octeo- a propos Hausmeisterjobs für Duisburger Schulen !

27.09.2011
20:30
Das Wahrzeichen Stadtwerketurm in Duisburg wankt
von AxelKrause | #27

#26 von rickylee

Die Stadtwerke gehören zum DVV-Konzern, viele andere städtische Gesellschaften auch. Musste mal lesen. Dann schreiben.

27.09.2011
20:22
Das Wahrzeichen Stadtwerketurm in Duisburg wankt
von rickylee | #26

@24
Axel, das sind die früheren Stadtwerke !

27.09.2011
20:21
Das Wahrzeichen Stadtwerketurm in Duisburg wankt
von rickylee | #25

@23 tutor
Wenn das stimen würde dann wären diese Kosten ja schon immer da gewesen.

Nein, die Stadtwerke argumentieren, dass, wenn durch den Turm nix mehr durchgeht, dass er dann nach und nach marode und von innen morsch würde.
Das entzieht sich meiner Laienkenntnis , aber vielleicht gibt es da ja Sachkundige !

Was die neue Ausrichtung dann kostet und was für ein Wahnsinn das ist, dass können dann die entsetzten Duisburger fragen. Das wird in die zig Millionen gehen. Und jetzt sind Sie wieder dran! Hohe Stromkosten etc. .........!!

Genau, also mit dem Argument kommen die Stadtwerke nicht durch !

27.09.2011
20:14
Das Wahrzeichen Stadtwerketurm in Duisburg wankt
von AxelKrause | #24

#23 von Tutor

Das planen doch nicht die Stadtwerke sondern der DVV-Konzern.

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