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PCB-Skandal

Millionenverluste bei Envio im Jahr 2010

01.11.2011 | 12:43 Uhr
Millionenverluste bei Envio im Jahr 2010
Folgen des PCB-Skandals: Millionenverluste für 2010 vermeldete nun die Dortmunder Entsorgerfirma Envio.

Dortmund.   Die Dortmunder Skandal-Firma Envio meldet Millionenverluste. Der PCB-Skandal und seine Folgen zeigen wirtschaftliche Wirkung: Das Unternehmen von der Kanalstraße meldet in seinem verspätet vorgelegten Bericht für das Geschäftsjahr 2010 einen Verlust von 10,4 Millionen Euro.

Der PCB-Skandal hat sich auf die Firmen-Bilanz der Dortmunder Enstorgerfirma Envio ausgewirkt. Das Unternehmen von der Kanalstraße meldet in seinem verspätet vorgelegten Bericht für das Geschäftsjahr 2010 einen Verlust von 10,4 Millionen Euro.

Verantwortlich für das Minus sei die Zwangs-Stilllegung des PCB-Recyclingbetriebs von Envio im Hafen im Mai 2010, heißt es. Aber auch das Geschäft mit PCB-Entsorgung in Südkorea habe gelitten, teilte das Unternehmen mit, das mittlerweile seinen Sitz von Dortmund nach Hamburg verlegt hat.

Stillgelegt

In Dortmund hatten die Behörden im Mai 2010 extrem erhöhte PCB-Werte auf dem Firmengelände und später auch im Blut von Mitarbeitern festgestellt. Der Recyclingbetrieb wurde daraufhin komplett stillgelegt. Inzwischen wartet man auf die Sanierung des Geländes mit dem zum Teil massiv mit Giftstoffen verseuchten großen Hallen. Ergebnisse des Ausschreibungsverfahrens sollen vielleicht noch dieses Jahr vorliegen. Der Start der Sanierung ist noch unklar. Ähnliche Vorwürfe wie in Dortmund tauchten später auch mit Blick auf die Envio-Tochter in Südkorea auf.

Die Folgen der Skandals schlagen sich nun in der Bilanz nieder: Die Kosten stiegen für die Envio AG demnach im Jahr 2010 auf 6,9 Mio. Euro. 4,9 Mio. Euro davon gehen auf Abschreibungen und Forderungen im Zusammenhang mit dem PCB-Skandal und der Insolvenz der Tochterfirma Envio Recycling GmbH & Co. KG zurück. Durch die hohe Summe an Abschreibungen sei bei der Envio AG mehr als die Hälfte des Grundkapitals bereits aufgebraucht.

DerWesten

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Kommentare
08.11.2011
00:39
Envio-Skandal
von akaz | #7

Nach der Doku "Grünkohl, Gifte und Geschäfte - Der Skandal um die Firma Envio" im WDR muss man die Verantwortung allein bei der Bezirksregierung sehen. Die vorgebrachten Entschuldigungen sind in keiner Weise zu tolerieren. Egal ob anonyme Hinweise, Offene Briefe, ja sogar Meldungen aus dem Ausland, nichts konnte die zuständigen Leute in Arnsberg aus der Ruhe bringen. Überprüfungen wurden rechtzeitig angemeldet, und dann nur lückenhaft durchgeführt.
Nur von der Dortmunder Skandal-Firma Envio zu sprechen ist zu wenig. Die Medien müssen auch von der Arnsberger Skandal-Bezirksregierung sprechen.

Bis auf den ehemaligen Geschäftsführer und ein paar Leute von Envio hat die Staatsanwaltschaft alle Ermittlungen gegen Behörden eingestellt. Somit sind die Dortmunder Politgrößen ebenso fein raus, trotz zweifelhafter Nähe zu Envio.

1 Antwort
Sehr richtig...
von beka48 | #7-1

...und ich frage mich, wie lange die Staatsanwaltschaft noch "ermitteln" will, es ist doch alles sonnenklar und eindeutig! Die Geschaftsführung von ENVIO gehört schon lange hinter Schloss und Riegel, der Betrieb komplett dicht gemacht inklusive sämtlicher Niederlassungen auf aller Welt und die betroffenen vergifteten Mitarbeiter entsprechend entschädigt!!

Das Vorgehen der Behörden, der Arnsberger Bezirksregierung sowie der untätigen Staatsanwaltschaft ist ein absoluter Skandal!

04.11.2011
19:58
ENVIO
von akaz | #6

Eine der leichtesten Übungen ist eine Insolvenz, um sich vor der Verantwortung zu drücken. Armrechnen geht ebenso gut.
Seit wann gibt es die Envio Recycling GmbH & Co. KG?

Am Montag, den Montag, 07. November 2011, 22.00 - 22.45 Uhr in WDR-TV
Grünkohl, Gifte und Geschäfte
Der Skandal um die Firma Envio"

03.11.2011
04:00
Liebe DerWesten-Redaktion
von vaikl | #5

Die "Dortmunder Entsorgerfirma Envio" ist die GmbH und Co. KG, die Insolvenz anmeldete und nur einen *Teil* der Envio AG gebildet hat. Dass diese Insolvenz sich auch im Konzernergebnis widerspiegelt, war schon seit Mitte letzten Jahres klar, also lässt sich daraus weder eine neue Nachricht noch ein Neuaufguss bekannter Fakten laborieren.

Die von Ihnen verorteten, angeblichen "Kosten" in Höhe von 6,9 Mio. Euro existieren nicht, da dieses Geld nie aufgewendet wurde - selbst die lt. Ihrer Rechnung verbleibenden 2 Mios nicht. Ein Blick in die lange Liste der lokalen WR-Berichte hätte genügt, aber war anscheinend zu aufwendig. Abschreibungen und Forderungen können nur auf *real* getätigte Aufwendungen in der Bilanz auftauchen, die aber so nicht existieren, wenn Sie sich den Geschäftsbericht mal durchlesen würden.

Eine derart amateurhafte und unkritische Berichterstattung über einen der größten Umweltskandale der Bundesrepublik ist für den Anspruch der WAZ unentschuldbar, aber nach den Entwicklungen der letzten Tage durchaus nachvollziehbar.



03.11.2011
03:22
@meigustu #3
von vaikl | #4

Sie würden sich wundern, was gerade bei sog. "Altlasten" hier in NRW alles möglich ist, wenn Sie sich mal mit der Historie des Altlastensanierungs- und Altlastenaufbereitungsverbandes NRW AAV befassen möchten.

Da zahlen chemische und Stahl-/Ex-Kohle-Industrie sowie die Entsorgungswirtschaft Peanuts pro Jahr ein und lassen sich per Verbandssatzung von Land und Kommunen dafür Befreiungen von den Pflichten des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes KrW-/AbfG garantieren. Was übrigens unter Bärbel Höhn und Jupp Rau nach schwerstem Störfeuer der Industrie gegen Altlasten-Auflagen der Bundesregierung begann und nach Uhlenberg mit Remmel noch längst nicht aufhört.

Im Gegenzug werden solche Pleite- und Seuchenimmobilien wie Envio im Dortmunder Hafen von Töchtern dieser Großunternehmen saniert und dann den Mitgliedern des AAV übertragen - die übrigens vorher gerne selbst Kunden solcher von NRW ausgezeichneten und geförderten "Umweltretter" waren.

Der "Kreislauf" von Herstellung, Vertrieb, Einsatz, Entsorgung und Zu-Geld-machen solcher Umweltgifte wird also in NRW sehr wörtlich genommen und denen überlassen, die hier in NRW schon immer das Sagen über Arbeit und Umwelt hatten. Die Politik ist seit und durch Rau und Clement außen vor.

01.11.2011
19:53
Nur wenn Eigentümer, Manager, Shareholder persönlich haften
von meigustu | #3

wird zu verhindern sein, dass sich ähnliches wiederholt.

Es kann nicht sein, das im Schutze von Haftungsbeschränkungen der Firmen oder durch Pleite kriminelle Machenschaften ungesühnt bleiben und die Folgekosten auf alle Bürger abgewälzt werden.

Von den Folgen für die direkt Vergifteten ganz zu schweigen.

01.11.2011
17:15
@#1
von vaikl | #2

Unter Anderem sind es solch unsinnige Anzeigen, die unsere Gerichte überfluten und deren eigentliche Arbeit behindern. Vielleicht das nächste Mal vorher einen Anwalt fragen...

01.11.2011
14:17
Envio
von juergengojny | #1

Man muß endlich an das Privatvermögen von Neupert und Konsorten ran. Ich habe schon vor geraumer Zeit gegen Envio-Chef Neupert Strafanzeige wegen versuchten Mordes gestellt, aber bei der demoralisierten Justiz tut sich nichts.

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