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Vom Winde verweht

22.02.2012 | 18:54 Uhr
Vom Winde verweht
Windkraftanlage , Windrad , Overhagener Feld . Inhaber Jörg Umberg . 22.2.2012. Reparaturarbeiten : Kopf muss ausgetauscht werden . Foto: Franz Naskrent / WAZ FotoPool

„Eigentlich sollte der Austausch des Windrad-Kopfes längst über die Bühne gegangen sein“, bemüht sich Martin Krämer um Geduld, „aber für Montagearbeiten in 63 Metern Höhe ist das einfach zu windig.“ Nach 13 Jahren wird das „Oberstübchen“ einer der beiden Windkraftanlagen am Overhagener Feld ausgetauscht.

„Eigentlich sollte der Austausch längst über die Bühne gegangen sein“, bemüht sich Martin Krämer um Geduld, „aber für Montagearbeiten in 63 Metern Höhe ist das einfach zu windig.“ Dabei sind der Aufbauleiter der Auricher Firma „Enercon“ und sein Team Wind gewohnt: alle stammen aus Ostfriesland, wie deutlich zu hören ist.

Seit Montag lautet ihr windschnittiger Auftrag: Austausch des kompletten Kopfes der Windkraftanlage am Overhagener Feld. Vor genau 13 Jahren, im Februar 1999, ließ Bauer Jörg Umberg die Flügel des ersten Windrades am Overhagener Feld rotieren. Als „schon etwas ungewöhnlich“ bezeichnete er gestern lakonisch den doch recht schnellen Verschleiß des Herzstückes der Anlage. Schließlich, die Reparatur wird teuer. Die Summe dürfte sich im fünfstelligen Bereich bewegen.

Denn bis auf den 63 Meter langen „Spargel“ wird das gesamte technische Oberstübchen ausgewechselt: Getriebe, Generator, Bremse, Mess-In-strumente, Nabe, drei Rotorblätter, Gondel. Vor Ort arbeiten fünf Enercon-Experten. Sie werden unterstützt von zwei regionalen Servicekräften von Enercon aus Kamp-Lintfort und einem Kranführer. Er steuert die millimetergenaue Filigranarbeit in luftiger Höhe. Sein Kran hievt Schwergewichte bis zu 500 Tonnen in die Höhe. Das reicht locker für den Kopf des Windrades, dessen Gewicht Aufbauleiter Martin Krämer auf 23 Tonnen beziffert. Zum Vergleich: Ein Rotorblatt wiegt bei 40 Metern Länge schlappe 900 Kilogramm.

Wann die Männer von Enercon mit der Kopfarbeit an der Windkraftanlage starten können, hängt von der Windstärke ab. „Normalerweise sind wir dann in ein, zwei Tagen fertig“, so Krämer. Untergebracht sind die fünf Monteure seit Montag im Parkhotel Marl. Die Hotels in der Kirchhellener Umgebung waren zu Beginn der Woche ausgebucht – wegen Karneval.

Vier Windkraftanlagen stehen bisher in Kirchhellen. Nach neuesten Plänen sollen drei weitere entlang der A 31 hinzukommen. Es gibt darüber hinaus noch weitere Interessenten für neue Windkraftanlagen. Sie befinden sich in Gesprächen und planen die Bildung einer Gesellschaft zur Finanzierung von Windenergie-Anlagen, in die sich Geldgeber einbringen können.

Franz Naskrent

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