Neuer Tarifvertrag und neue Hoffnung fürs Bochumer Opel-Werk
26.10.2012 | 18:25 Uhr 2012-10-26T18:25:00+0200
Bochum. Lösungen ohne eine Werksschließung wollen Geschäftsleitung, Betriebsräte und IG Metall von Opel in kommenden weiteren gemeinsamen Verhandlungen erzielen. Das wurde am Freitag einvernehmlich in einem Tarifvertrag besiegelt, sagte der Bochumer Betriebsratsvorsitzender Rainer Einenkel der WAZ Mediengruppe.
Die Sorge, dass in Bochum die Opelwerke Ende 2016 geschlossen werden könnten, ist vorerst vom Tisch. Geschäftsleitung, Betriebsräte und IG Metall vereinbarten am Freitag in einem Tarifvertrag, die Probleme bei Opel in weiteren Verhandlungen ohne Werksschließung zu lösen, sagte der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel der WAZ Mediengruppe gegenüber.
Kluge Lösung gefunden
„Ich bin erleichtert“, bemerkte er dazu. „Ich glaube , wir haben heute eine kluge Lösung gefunden, im Zusammenhang mit den 4,3 Prozent Tariferhöhung, die die Belegschaft dem Unternehmen seit Mai gestundet hat.“
Über die Einzelheiten der „Paketlösung“, die einvernehmlich von allen Verhandlungspartnern beschlossen wurde, werden die IG Metall-Mitglieder von Opel Bochum am Sonntag, 28. Oktober, im Jahrhunderthaus von der IG Metall im Beisein von Einenkel unterrichtet. Dann werde auch mitgeteilt, was mit dem gestundeten Geld der Belegschaft, es sind drei bis vier Millionen Euro, passieren soll.
Befürchtung GM würde Ford folgen
Wäre die Verhandlungsrunde ergebnislos auseinander gegangen, hätte Opel am 1. November diese Summe komplett auszahlen müssen. Wie auch an die Belegschaften der anderen Opelwerke. Offenbar ist dies nicht der Fall.
Wie der Betriebsratschef weiter sagte, hatte man schon befürchtet, General Motors werde dem Beispiel des Automobilunternehmens Ford, das sein Werk in Genk schließen will, folgen.
Es sei ein „interessantes, vielfältiges Lösungspaket“, das man gefunden habe, „ohne brutale Folgen“. Einenkel: „Wir haben dadurch Zeit gewonnen, um an einer klugen Lösung zu arbeiten.“
Verhalten der Bundesregierung sei ein Armutszeugnis
„Ein Armutszeugnis“ sei das Verhalten der Bundesregierung beim Ringen um Opel. Die französische Regierung tue alles, um Peugeot zu unterstützen, dagegen zeichne sich die Bundesregierung durch „Schlafmützigkeit“ aus, kritisierte der Betriebsratschef. Dagegen zeige die Landesregierung Engagement: Am Donnerstagabend sprach Einenkel noch mit dem NRW-Wirtschaftsminister über die Probleme bei Opel.
Erst einmal Aufatmen
Mit der neuen Vereinbarung dürfte in den Reihen der Bochumer Belegschaft erst einmal Aufatmen angesagt sein. Die Werksschließung wurde abgewendet und die Frage gilt nun, welche Marken an diesem Standort ab 2017 produziert werden könnten. Der Betriebsrat hatte in den Verhandlungen dazu sehr detaillierte Vorschläge macht. Sie reichen von der Produktion des nächsten Zafira-Modells bis zu anderen GM-Marken.

10:05
Am letzten Freitag hieß es in der Bochumer WAZ Printausgabe, dass Opel Bochum über 2016 gerettet wäre und es jetzt nur noch um die Verhandlung der zu bauenden neuen Modelle ab 2017 gehen würde.
Heute schreibt die WAZ "Dass die kommende Verhandlungsrunde bei Opel eine Werksschließung vermeiden soll, ist die wichtige Botschaft.."
Was denn nun? Ist Opel Bochum über 2016 gerettet oder nicht? Man sollte nicht mit den Gefühlen der Opelaner spielen.
16:04
Opel, Peugeot, Citroen, Renault, Fiat usw..., der europäische Automarkt wird wohl in den nächsten Jahren eingedampft werden, nur die Großen werden überleben. Der asiatische Markt ist für diese Massenware kein Überlebens-Markt, die Chinesen kaufen, wenn es schon billig sein muß ihre heimischen Produkte, welche zu Millionen produziert werden.
11:39
Man ist schon sehr gespalten was die Meldungen bzgl. Opel angeht, nun ist erstmal eine Beruhigungspille verabreicht worden.
Dennoch wird die verfehlte Modellpolitik ihr Tribut fordern. Es "müssten" bessere Modelle mit bessere Qualität auf den Markt geworfen werden. Wichtiger als das ist es, die Mitarbeiter dahingehend motivieren, das diese einen sicheren Arbeitsplatz inne haben. Dieses ist in den letzten Jahren komplett abhanden gekommen.
Als aussenstehender kann man sich schlecht ein gutes Bild von Opel machen, wenn man die negativen Schlagzeilen der letzten Jahre sieht...
Hoffe das es einen guten Ausgang für alle Opelaner haben wird.
09:05
Die Meldungen in anderen Zeitungen und via dpa lauten anders: "Gespräche über Bochumer Opel-Werk gescheitert" (so die Rheinische Post)
08:55
Diese für Bochum und das Ruhrgebiet gute Entscheidung ändert nichts daran, dass Opel heftige Überkapazitäten hat. Daran wird sich auch absatzseitig nichts ändern, da Opel in die einzigen Auto- Wachstumsmärkte der Welt (Indien, China) nicht exportieren darf durch Dekret von GM.
Also wird GM entweder weiter Milliardenverluste in Europa machen oder muss ein anderes Werk schliessen. Ford hat da schneller gehandelt und in Begien und England gleich 3 Werke dichtgemacht. Da kann man für die Bochumer nur hoffen, dass es Ellesmere Port in England trifft.
08:28
Jetzt ist das Bochumer Opel-Werk schon so oft gerettet worden, dass sich der Verdacht aufdrängt, dass über das ewige Auf und Ab Leute entscheiden, die selbst nicht mehr zu retten sind.
06:51
In Detroit geht man immer noch davon aus, das zumindest 1 bis 2 Opelwerke in Europa
geschlossen werden. Huber (IGM) sieht es ähnlich. ( Münchener Abendzeitung).
Unsere Meinung:
Warum sollte GM bei Opel weiterhin Milliarden Dollar verbrennen, wenn sie später doch nur Millionen Dollar verdienen können.
Weitere Investitionen zum Ausbau der der Marke Chevrolet in Europa.
23:41
Ein erster Schritt in die richtige Richtung für viele Familien und Firmen in Bochum und Langendreer !Was dann schlussendlich raus kommt wird man dann sehen.
22:24
Hauptsache die Belegschaft ist erst mal beruhigt
20:00
Opel Geschäftsleitung vom 26.10.2012 / 17:08 Uhr
Verhandlungen werden fortgeführt
Die Geschäftsleitung der Adam Opel AG, die IG Metall und die Betriebsräte der deutschen Standorte haben heute vereinbart, dass die Verhandlungen über ein Zukunftskonzept für Opel fortgeführt werden. Ziel ist es, sobald wie möglich zu einer Vereinbarung zu kommen.
Stephen Girsky, Vice Chairman bei General Motors und Opel- Aufsichtsratsvorsitzender sagte: „Wir sind zuversichtlich, dass wir zusammen eine tragfähige Lösung für unsere Zukunft in Deutschland und Europa finden werden. Wir müssen die schwierige Situation auf dem unsicheren europäischen Markt meistern.“
Alle Beteiligten haben das gemeinsame Ziel, das Unternehmen so schnell wie möglich zu Profitabilität zurückzuführen und eine nachhaltig positive Zukunft für Opel/Vauxhall, seine Beschäftigten, Händler und Zulieferer zu sichern.