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Karfreitag

Bochumer Atheisten provozieren mit Monty-Python-Satire „Das Leben des Brian“

27.03.2013 | 19:55 Uhr
Bochumer Atheisten provozieren mit Monty-Python-Satire „Das Leben des Brian“

Bochum.   „Jeder nur ein Kreuz“: Die Monty-Python-Satire „Das Leben des Brian“ aus dem Jahr 1979 ist Kult. Bochumer Atheisten wollen den unfreiwilligen Messias und dessen grenzdebile Jünger trotz Filmaufführungsverbot am Karfreitag genau an diesem Feiertag nicht missen – und rufen zum demonstrativen Brian-Rudelgucken auf.

„Gezielte Provokation“ nennt Sprecher Martin Budich das Vorgehen der 2011 gegründeten Initiative „Religionsfrei im Revier“: rund 30 Aktivisten aus Bochum und Umgebung, die jede friedliche Form von Religion und deren Ausübung tolerieren, für sich indes eine radikale Religionsfreiheit in Anspruch nehmen und eine konsequente Trennung von Staat und Kirche einfordern.

Der Karfreitag dient der Gruppe als krassestes Beispiel für „überkommene klerikale Vorschriften in deutschen Gesetzen und Verordnungen“. An dem hohen Feiertag, schreibt ein Landesgesetz vor, ist unter anderem. die Aufführung von Filmen verboten, die das Kultusministerium als „ungeeignet“ ansieht.

"Zu depressivem Verhalten genötigt"

Die Ungläubigen machten die Probe aufs Exempel. In Schreiben an die Landes- und Bezirksregierung und die Stadt fragte die Initiative an, ob es erlaubt sei, „Das Leben des Brian“ am Karfreitag zu zeigen. Nicht öffentlich, sondern bei einem internen Filmabend, „wo keine Christenseele gestört wird“.

In ihrer Antwort bestätigt die Bezirksregierung Arnsberg das generelle Verbot: „Soweit ein nicht geeigneter Film außerhalb von Wohnungen vorgeführt wird, ist dies (...) auch bei privaten unterhaltenden Veranstaltungen am Karfreitag nicht erlaubt.“

Dass die Jesus-Satire auf dem Karfreitags-Index steht, erfuhr Budich auf Nachfrage bei der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK). Abfinden mag er sich damit nicht: „Wir respektieren, dass Christen an diesem Tag der Ermordung ihres Religionsstifters gedenken. Nicht akzeptabel ist allerdings, dass auch alle anderen Menschen an einem solchen Tag zu depressivem Verhalten genötigt werden und jede Form von Unterhaltung untersagt wird.“

Mitglied werden auf Zeit

Als „gezielter Regelverstoß“ und trotz Bußgeld -Risikos wird Brian morgen gezeigt. Wer mag, kann zum Finale mit einstimmen: „Always look on the bright side of life...“

Trotz des Vorführungsverbots wird „Das Leben des Brian“ am Karfreitag im Sozialen Zentrum an der Josephstraße 2 gezeigt. Beginn ist um 19 Uhr.

Offiziell ist es eine interne Veranstaltung der Initiative. Willkommen ist aber jeder: „Am Eingang wird man formlos Mitglied, nach Filmende tritt man wieder aus.“

Jürgen Stahl


Kommentare
28.03.2013
21:06
Bochumer Atheisten provozieren mit Monty-Python-Satire „Das Leben des Brian“
von kadiya26 | #52

Das haben wir in den 80ern schon gemacht, wieso kommt man heute deswegen in die Zeitung?

Always look on the bright side of life!

28.03.2013
20:23
Bochumer Atheisten provozieren mit Monty-Python-Satire „Das Leben des Brian“
von Plastia | #51

@knutknutsen
Solange sie nicht einen lustigen Film, Karikatur oder eine Dokumentation über eines der Millionen Opfer der Islamisten öffentlich ankündigen und dann zeigen, ist ihre "Bestürzung" gegen die bösen Christen feiger Selbstbetrug! Ihr seit einfach nur dumme Kinder die glauben, mit Selbstbetrug die Realität zu besiegen!

28.03.2013
20:18
Christliche Feiertage sind auch gesellschaftliche Errungenschaften @Neronimo und andere
von vbrockho | #50

Das ist nur zum Teil richtig. Die arbeitsfreien Frühlingstage (Karfreitag und Ostermontag) sind eingerichtet worden, um einer damals überwiegend christlich orientierten Gesellschaft die Zeit und den Raum zu geben, ihren religiösen Gefühlen Ausdruck geben zu können. Diese Feiertage sind also keine Naturgesetze, sie sind noch nicht einmal gottgegeben. Wenn sich jetzt immer mehr Menschen inhaltlich von diesen Festen entfernen und sogar einfordern, sie entgegen der religösen Hintergründen feiern zu wollen, setzen sie die Existenz diese Feiertage aufs Spiel. Zur Erinnerung: bis 1994 war der Bußtag im November arbeitsfrei. Er wurde damals wirtschaftlichen Interessen geopfert. Soll das so weitergehen?

28.03.2013
20:08
Bochumer Atheisten provozieren mit Monty-Python-Satire „Das Leben des Brian“
von vbrockho | #49

Der Film ist doch überhaupt keine Kritik am Christentum an sich. Er ist eine Satire auf Dogmatismus, Intoleranz und eine verquere Theologie, die den Tod Jesu als Geschenk Gottes an die Menschen versteht. Der Film bietet Anlass zu einer kritischen Betrachtung gesellschaftlicher und kirchlicher Ungereimtheiten und bietet damit viele hilfreiche Impulse gerade für gläubige Menschen.
Allerdings frage ich mich darum sehr ernsthaft, warum der Film am Karfreitag nicht öffentlich gezeigt werden darf.

28.03.2013
20:00
Bochumer Atheisten provozieren mit Monty-Python-Satire „Das Leben des Brian“
von Neronimo | #48

Noch nicht einmal 6 % der in der Bundesrepublik lebenden Menschen sind gläubige praktizierende Christen. Die Kirchen zwingen aber den anderen 94 % auf wie sie sich am Karfreitag und am Ostersonntag verhalten müssen. Dies ist deshalb möglich, weil das Grundgesetz in sich nicht schlüssig ist. In Art. 3 heißt es: „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich“. Im weiteren werden aber den christlichen Kirchen Privilegien eingeräumt. Dies widerspricht dem Art. 3 des Grundgesetzes. Trennung von Staat und Kirche ist dies auch nicht. Es wird Zeit, dass das Grundgesetz dem Anspruch nach Trennung von Staat und Kirche angepasst wird.

28.03.2013
18:32
Bochumer Atheisten provozieren mit Monty-Python-Satire „Das Leben des Brian“
von wombat555 | #47

An bloss-keine-klatsche
Meinen Sie Ihre Frage und die Erklärung ernst?

Davon abgesehen, kenne ich den Film sehr gut und kann auch gut darüber lachen. Er darf auch an 364 Tagen öffentlich gezeigt werden. Nur an einem Tag halt nicht. Und das vergleichen Sie mit Karikaturen, die zu Toten geführt haben?

28.03.2013
18:22
Bochumer Atheisten provozieren mit Monty-Python-Satire „Das Leben des Brian“
von bloss-keine-Katsche | #46

Wer soll sich denn eigentlich provoziert fühlen?
Der Film ist eher eine Satire auf die vielen K-Gruppen der siebziger und 8+achtziger Jahre,
auf die vielen (palästinensischen) Freiheitsbewegungen, usw usf!
Ich hoffe, dass die Kanzlerin,
Verfechterin der Meinungsfreiheit (wenns um Mohamedkarikaturen geht) in Bochum erscheint und sich auf die Seite der Filmgucker stellt.

28.03.2013
18:14
Bochumer Atheisten provozieren mit Monty-Python-Satire „Das Leben des Brian“
von Plastia | #45

@wombat555
Die "mutigen" Atheisten wissen schon gegen wen sie richtig austeilen können, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen und gegen wen es besser ist "tolerant" zu sein, die Klappe zu halten und unterwürfig den Kriechgang einzuschalten.

1 Antwort
Bochumer Atheisten provozieren mit Monty-Python-Satire „Das Leben des Brian“
von knutknutsen | #45-1

Unterwürfiger Kriechgang eingeschaltet gegenüber alles durchschauendem Topchecker wie du es einer bist, Plastia!
Wer immer wieder so mutig von Fettnapf zu Fettnapf hopst der hat doch auch mal langsam einen Preis verdient, oder?

28.03.2013
18:09
Höchst amüsant...
von Humankapital | #44

... die Diskussion.
Nebenbei, Ostern ist ein altes Frühlingsfest.
Benannt nach der germanischen Göttin Ostara, lang vor der Entstehung des Jesuskultes.

28.03.2013
17:08
Bochumer Atheisten provozieren mit Monty-Python-Satire „Das Leben des Brian“
von wombat555 | #43

Laaaaaangweilig! Der Film hat soooo einen Bart. Das den am Karfreitag zu sehen ist doch auch schon tausend Mal passiert.
Liebe Atheisten: Macht mal was spannendes Neues, das wirklich noch jemanden provoziert. Ein Film über eine Verwechselung eines anderen Religionsstifters würde im Gegensatz zum Leben des Brian mal wieder für Diskussionen oder mehr sorgen. 20 Jahre lang immer den gleichen Film zu sehen, ist doch eigentlich nur peinlich.

3 Antworten
Bochumer Atheisten provozieren mit Monty-Python-Satire „Das Leben des Brian“
von lapadulle | #43-1

Nein. Peinlich ist, "Das Leben des Brian" seit 20 Jahren immer wieder verbieten zu wollen.
Würde dieses Filmverbot nicht immer wieder auf den Tisch kommen, würde keiner mehr explizit am Karfreitag diesen Film sehen wollen.

Bochumer Atheisten provozieren mit Monty-Python-Satire „Das Leben des Brian“
von Pase_Lacki | #43-2

Wieso langweilig, ich guck doch auch Silvester immer Dinner for One.

Bochumer Atheisten provozieren mit Monty-Python-Satire „Das Leben des Brian“
von wombat555 | #43-3

Wieso ist der Film verboten? Es geht doch um die öffentliche Aufführung am Karfreitag. Warum muss man den Film öffentlich aufführen? Da geht es doch nur um eine Provokation. Und das nach 20 Jahren noch machen zu müssen, ist schon lächerlich.
Schön den Feiertag mitnehmen und frei haben, aber auf den Rest schei*en. Das ist peinlich und pubertär.

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