Zurück in die Zukunft

Ronny Lindemann und der BCC Witten wollen in der kommenden Saison wieder nach oben durchstarten.
Ronny Lindemann und der BCC Witten wollen in der kommenden Saison wieder nach oben durchstarten.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Ronny Lindemann über Ziele, Umbruch und Sponsorenprobleme beim BCC Witten. Neue Ausländerregelung spielt dem Club in die Karten. Zwei Neuzugänge für kommende Saison

Witten..  Mit der Titelverteidigung wird’s für den BCC Witten in dieser Saison nichts mehr. Der amtierende Deutsche Dreiband-Meister wird sich nach dem Wechsel von Top-Spieler Stefan Galla zu Ligakonkurrent GT Buer hinter den Spitzenteams aus Ravensburg und Bergisch-Gladbach einreihen. Eine dauerhafte Verschiebung der Kräfteverhältnisse soll das aber nicht sein, wie Ronny Lindemann (34) WAZ-Mitarbeiter Maximilian Pleger im Gespräch verriet.

Nach zwei Deutschen Meistertiteln in Folge und dem Pokalsieg im vergangenen Jahr muss es frustrierend sein, die Konkurrenz diesmal ziehen lassen zu müssen, oder?

Lindemann: Eigentlich war uns nach dem Weggang von Stefan im Vorfeld klar, dass es in dieser Saison knifflig werden würde ganz oben anzugreifen, wenngleich wir mannschaftsintern der Meinung waren, in Top-Form eventuell für eine Überraschung sorgen zu können - fast hätte das ja auch wirklich noch geklappt.

Stimmt, beinahe hätten Sie mit ihrem Team tatsächlich noch eine Titelchance gewahrt.

Gegen den Spitzenreiter Ravensburger BC waren wir Anfang Januar ganz knapp dran am Sieg, da habe ich es allerdings am Ende verbaselt. Bei einem Erfolg hätten wir einen Tag später nicht gegen Abstiegskandidat BSV München verloren und die Tabellenspitze noch einmal attackieren können, da bin ich mir ganz sicher.

Nun werden Sie sich mit dem dritten Platz begnügen müssen. Wie sehen die Ziele für die neue Saison aus?

Wenn wir am Ende Vierter werden ist das auch okay. Fest steht, dass wir schnell wieder zurück zu alter Stärke wollen. Die neue Ausländerregelung spielt uns dabei natürlich in die Karten.

Was hat es mit der neuen Regel auf sich?

Man darf anstatt einem nun zwei ausländische Akteure in die Partien einsetzen. Dazu werden wir unser Team ein wenig umbauen. Kersten Reinartz wird aus privaten Gründen kürzer treten und mit zwei neuen Spielern werden bereits Gespräche geführt - Namen kann ich allerdings noch nicht nennen. Wir wollen die neuen Statuten aber regelmäßig ausnutzen, vorausgesetzt die Kosten sind tragbar.

Wie ist’s denn um die Finanzen beim BCC Witten bestellt?

Viele Sponsoren haben ihr Engagement reduziert, die Sparkasse hat’s sogar ganz eingestellt. Das wirkt sich auf unsere sportliche Konkurrenzfähigkeit aus. Im schlimmsten Fall können wir zukünftig nur mit einem Ausländer antreten - und dann wird’s erneut ganz schwer.

Anspruchsvoll wird’s auch ab dem 26.Februar in Viersen bei der Dreiband-WM für Nationalmannschaften. Sie sind inzwischen fest im Nationalkader etabliert und gehen mit Stefan Galla an den Start. Was rechnen Sie sich aus?

Mit unserer Erfahrung können wir in dieser lösbaren Gruppe weiterkommen. Das haben wir mit dem B-Team schon im letzten Jahr erstmals seit 20 Jahren wieder geschafft.