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Kramer-Interview

Was Leverkusens Christoph Kramer dem VfL Bochum wünscht

02.03.2016 | 19:12 Uhr
Christoph Kramer (rechts) mit unserem Reporter Tim Müller. Foto: Lars Heidrich

Leverkusen.  Christoph Kramer spielt im Mittelfeld bei Bayer Leverkusen. Im Interview spricht er über Trainer Roger Schmidt, den VfL und eine spezielle Angst.

Seit dieser Saison trägt Christoph Kramer wieder das Trikot von Bayer Leverkusen, zuvor hat der Weltmeister unter anderem für den VfL Bochum und Borussia Mönchengladbach gespielt. Wir haben den 25-Jährigen zum exklusiven Interview getroffen.

Christoph Kramer, mit 25 Jahren haben Sie Beachtliches erreicht. Sie sind Stammspieler bei einem der Topvereine der Bundesliga, Sie sind Nationalspieler und Weltmeister. Da ist die klassische Frage aus jedem Bewerbungsgespräch angebracht: Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Christoph Kramer: Das ist eine interessante Frage. Hätte man mir die vor fünf Jahren gestellt, dann hätte ich sicher nicht gedacht, dass ich mit 25 hier sitzen würde. Daher ist das immer schwer zu beantworten. In fünf Jahren kann so viel passieren, besonders im schnelllebigen Fußballgeschäft. Deswegen muss man schätzen was man hat und dankbar dafür sein. So banal es klingt, man darf auch nicht vergessen, wo man herkommt und dass man viel Glück auf seinem Weg hatte. Wenn die nächsten fünf Jahre so sind wie die letzten, dann bin ich sehr glücklich.

Was sind Ihre kurzfristigen Ziele?

Europa League
BVB trifft im Achtelfinale der Europa League auf Tottenham

Keine leichten Lose für die deutschen Teams. Borussia Dortmund trifft auf Tottenham Hotspur. Bayer Leverkusen muss gegen den FC Villarreal antreten.

Christoph Kramer: Ich bin ehrlich gesagt nie ein Typ Mensch gewesen, der sich Ziele gesetzt hat. Ich freue mich, dass ich gesund bin und Fußball spielen darf. Ich habe mir im Leben eigentlich noch nie ein Ziel gesetzt und bin damit gut gefahren. Ich kann fast sagen: Ich habe Angst, mir Ziele zu setzen. Deswegen lebe ich einfach ohne eine konkrete Zielsetzung und probiere, immer mein bestes Tennis zu geben. Der Schlüssel zu allem ist es, möglichst viel Spaß auf dem Platz zu haben. Wenn man das hat, dann trainiert man lieber, mehr und intensiver. Dadurch wird man besser und alles andere ergibt sich von selbst .

Ihr Verein hat sich hingegen Ziele gesetzt. Wie wichtig ist das Erreichen der Champions League für Leverkusen?

Christoph Kramer: Da müssen wir nicht drüber reden. Das Ziel ist es, auch in der kommenden Saison international zu spielen, am besten natürlich in der Champions League. Und das wollen wir als Mannschaft erreichen. Aber natürlich ist es ein schweres Stück Arbeit. Wir müssen unsere Leistung komplett abrufen, um auch am Ende der Saison im oberen Bereich der Tabelle zu stehen.

Glauben Sie, dass Bayer Leverkusen Titelchancen in der Europa League hat?

Christoph Kramer: Ich würde uns nicht unbedingt als Titelfavoriten bezeichnen, aber man hat immer Chancen, und wir wollen weit kommen. Es ist ein richtig interessanter Wettbewerb. Mit Tottenham und Dortmund treffen aus meiner Sicht die beiden Favoriten aufeinander. Bei Manchester United gegen Liverpool kommt auch nur einer weiter. Wir haben mit Villareal eine schwere Aufgabe vor uns. Das ist vielleicht kein großer Name, aber eine sehr gute Mannschaft: die sind klarer Vierter in Spanien! Aber auch Sporting Lissabon war eine echte Hausnummer, die musste man erst mal packen. Wenn wir uns jetzt gegen Villareal durchsetzen könnten, wären wir schon im Viertelfinale...

Zuletzt mussten Sie ohne Ihren gesperrten Trainer Roger Schmidt antreten. War das ungewohnt?

Christoph Kramer: Für mich persönlich hat es keinen großen Unterschied gemacht, da die Vorbereitung auf das Spiel in gewohnter Form ablief. Während der 90 Minuten hat es ein Trainer ohnehin schwer, die Spieler auf dem Platz zu erreichen. In der Pause ist das vielleicht etwas anderes. Aber wir sollten die Niederlage nicht darauf schieben. Das haben wir selbst verbockt.

Was ist Ihre Meinung zur Sperre des Trainers?

Christoph Kramer: Er selbst und der Verein haben die Sperre ja akzeptiert, das muss dann auch für uns Spieler gelten. Auf beiden Seiten ist nicht alles perfekt gelaufen. Grundsätzlich geht es jetzt darum, mit der Situation vernünftig umzugehen. Sie ewig zu diskutieren, bringt niemandem etwas.

Ist Roger Schmidt grundsätzlich ein impulsiver Typ, oder ist er in der Kabine ganz anders als am Rand eines Spiels?

Christoph Kramer: Wenn man den Sport liebt – und das tut er – dann ist man schon mal emotional und impulsiv. Klar ist er auch in der Kabine mal laut, aber ich finde das eigentlich gut und es gehört auch dazu.

Ist es für Sie nervig, wie groß die Wellen sind, die so eine Aktion wie die von Roger Schmidt schlägt?

Christoph Kramer: Ich wollte es ja nicht mehr diskutieren. Also ist es auch klar, dass derartige Begleitumstände, die ganzen Fragen manchmal nervig sind. Aber ich bin weit weg davon, mich darüber zu beschweren. Der Fußball ist in den letzten Jahren noch mehr in den Fokus der Menschen gerückt. Dass das Interesse so groß ist, hat für uns alle ja auch Vorteile. Ich finde, wir sollten uns in unserem Geschäft, bei unserem privilegierten Leben nicht über solche Sachen beschweren.

Verfolgen Sie noch die Entwicklung Ihres Ex-Vereins VfL Bochum?

Ja. Mich freut es enorm, dass es so gut läuft. Ich hoffe, dass Bochum irgendwie an Rang drei knabbern kann. Ich habe gedacht, St. Pauli stolpert mal in Duisburg, aber leider ist das auch nicht passiert. Es wird nicht einfach für den VfL, aber ich glaube, Bochum ist in dieser Saison sehr gefestigt und wird nicht mehr so viele Punkte liegenlassen.

Also glauben Sie, dass der VfL schon in dieser Saison den Aufstieg packen kann?

Christoph Kramer: Ich wünsche es ihnen sehr.

Mit Borussia Mönchengladbach hat ein anderer Ex-Verein von Ihnen ein großes Auf und Ab hinter sich. Hat Sie die schwache Anfangsphase der Gladbacher in dieser Saison überrascht?

Christoph Kramer: Das ist ja immer temporär.  Einmal verlierst du in Dortmund, dann verlierst du unglücklich zuhause gegen Mainz und stehst mit dem Rücken zur Wand. Da wird dann von außen viel Feuer entfacht, wo eigentlich keines war. Ich fand das für Lucien Favre extrem schade. Sein Rücktritt hat mich überrascht.

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Kommentare
03.03.2016
12:19
Was Leverkusens Christoph Kramer dem VfL Bochum wünscht
von gorgon | #1

Sehr symphatischer junger Mann. Er macht einen authentischen bodenstämmigen Eindruck. Ich wünsche Ihm alles Gute, keine Verletzungen und noch viele...
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Was Leverkusens Christoph Kramer dem VfL Bochum wünscht
Was Leverkusens Christoph Kramer dem VfL Bochum wünscht
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http://www.derwesten.de/sport/fussball/was-leverkusens-christoph-kramer-dem-vfl-bochum-wuenscht-id11616407.html
2016-03-02 19:12
Christoph Kramer, Bayer Leverkusen, VfL Bochum, Roger Schmidt, Bundesliga
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