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Schalker A-Jugend fehlt ein einziges Spiel bis ins Finale

08.06.2012 | 19:37 Uhr
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Schalker A-Jugend fehlt ein einziges Spiel bis ins Finale
Schalkes Rene Klingenburg gegen den Wolfsburger Maximilian Arnold.Foto: Getty Images

Wolfsburg/Oer-Erkenschwick.   Zum Halbfinal-Rückspiel um die Deutsche Meisterschaft erwarten die A-Junioren des FC Schalke 04 am Sonntag um 11 Uhr im Stimberg-Stadion in Oer-Erkenschwick den VfL Wolfsburg. Nach dem 2:2 vom Mittwochabend geht es wieder bei null los.

Es lief die 24. Minute im Halbfinal-Hinspiel um die Deutsche Meisterschaft der A-Juniorenfußballer, als sich René Klingenburg im Porsche­stadion klasse durchsetzte, auf Ridvan Balci ablegte und dieser den Ball über das Tor des VfL Wolfsburg drosch. „In so ‘nem Spiel musst du die Dinger machen“, rief Norbert Elgert, der Trainer des FC Schalke 04. 0:1 stand es, und am Ende wurde daraus ein 2:2 , das der U 19 der Königsblauen das Tor zum Finale um die Deutsche Meisterschaft zumindest ein kleines bisschen geöffnet hat. Obwohl es letztlich bei null losgehen wird, wenn am Sonntag um 11 Uhr im Stimberg-Stadion in Oer-Erkenschwick das Rückspiel angepfiffen wird. Klasse-Fußball scheint garantiert zu sein.

Es sind die Bundesliga-Spiele der Profis, die die Massen locken und elektrisieren. Und sicherlich ist auch der Einwand berechtigt, dass viele dieser Akteure aus der A-Junioren-Bundesliga nie bekannte Profis werden. Dennoch: Nicht nur der tolle Mittwochabend in Wolfsburg hat gezeigt, dass die Top-Mannschaften dieser Jahrgänge – zurzeit also 1993 und 1994 oder auch, um Schalkes U-17-Nationalspieler Max Meyer zu nennen, Jahrgang 1995 – herausragende Leistungen abliefern. Vor allem begeisternde Leistungen: mit Herz und Leidenschaft.

Schalke-Trainer Elgert lobt Hinspiel als "taktisch hochklassig"

„Das war taktisch hochklassig“, sagte Schalkes Trainer Nobert Elgert nach dem Hinspiel. Und genau diese Qualität ist auch für das Rückspiel zu erwarten. Wie es ausgehen wird, mag Norbert Elgert nicht zu prophezeien. Aber nach dem Hinspiel-Auftritt geht es dem 55-jährigen Fußball-Lehrer – auch bei allem Respektes für das Team von VfL-Coach Stephan Schmidt – zumindest nicht schlechter. „Du siehst, warum die Wolfsburger Deutscher Meister waren“, sagt er. „Aber wenn sie im Moment einer packen kann, dann sind wir das.“ Was nicht bedeuten soll, dass es sich um ein vorweggenommenes Endspiel handelt. Sowohl dem FC Bayern München als auch Hertha BSC Berlin attestiert der Schalker Coach herausragende Qualitäten – die bekanntlich im Hinspiel zu einem Münchner 3:1-Erfolg geführt haben.

Wie auch Wolfsburgs Trainer Stephan Schmidt geht Norbert Elgert davon aus, dass es am Sonntag im Stimberg-Stadion bei null losgehen wird. Zumal die Auswärts-Tore – anders als im Europapokal – ja nicht doppelt zählen. Allerdings könnte der Heimvorteil, auch in Oer-Erkenschwick, ein Plus sein. „Die Fans, die uns auch in Wolfsburg sensationell unterstützt haben“, sagt Norbert Elgert, „könnten unser zwölfter Mann werden.“

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Finale ist für Schalker A-Jugend in Reichweite
Finale ist für Schalker A-Jugend in Reichweite

Ob es ein Zeichen war? Als Drittliga-Schiedsrichter Malte Dittrich das Halbfinal-Hinspiel um die Deutsche Meisterschaft der A-Juniorenfußballer am Mittwochabend abpfiff, sanken die Spieler des VfL Wolfsburg zu Boden, während die des FC Schalke 04 feierten. Obwohl sich vor dem Rückspiel am Sonntag (11 Uhr) im Stimberg-Stadion in Oer-Erkenschwick nichts geändert hat. „Vorher stand es 0:0, jetzt steht's 2:2. Es bleibt alles 50:50“, sagte auch Schalkes Trainer Norbert Elgert nach dem 2:2 (1:1), das seinem Team allerdings erst in der 88. Minute gelungen war.

2097 Zuschauer sahen zwei Mannschaften, die im Porschestadion flitzten. Und dabei war Norbert Elgert nicht nur von seinem Team sehr begeistert. „Das war ein U-19-Niveau, das mit Jugendfußball überhaupt nichts mehr zu tun hatte“, sagte der 55-jährige Fußball-Lehrer. Und wenn es denn nötig sein sollte, aus dem Team der Königsblauen zwei Akteure herauszuheben, dann sind es ein Innenverteidiger und ein Sechser.

Starke Leistung von Noah Korczowski

Noah Korczowski zeigte neben seinem Kapitän Sead Kolasinac vor den Augen des Bundesliga-Trainers seines kommenden Klubs 1. FC Nürnberg eine herausragende Leistung. „Er war noch nie so stark wie in Ennepetal. Dort hat er uns überzeugt“, erinnerte Norbert Elgert an den Spax-Cup am Sonntag vor einer Woche. „Noah hat einen großen Vorteil, seine extreme Physis. Den kriegst du nicht kaputt.“

Indes beendete Nils Zander das erste Halbfinale mit zwei Scorer-Punkten. In der Defensive sowieso stark, setzte der 19-Jährige auch in der Offensive immer wieder Impulse. Während er das 1:1 durch Philipp Hofmann, der als einziger Schalker in einem kurzärmeligen Trikot spielte und den Ball volley ins lange Eck jagte, mit einer tollen Flanke vorbereitete, erzielte er das 2:2 selbst. Zwei Minuten vor dem Ende, nachdem VfL-Kapitän Jonas Sonnenberg – wieder nach einer Standard-Situation – sein Team in der 81. Minute im Nachsetzen zum zweiten Mal in Führung gebracht hatte.

Kaan Ayhan schlug einen Eckball, von dem Wolfsburgs Patrick Drewes mindestens bis Oer-Erkenschwick wohl noch häufiger träumen wird. Der 19-jährige VfL-Schlussmann kam nicht richtig an den Ball und konnte diesen nur leicht verlängern – eben genau zu Nils Zander, der dann ganz clever aus spitzem Winkel abschloss, „Wie immer in dieser Saison sind wie wiedergekommen“, freute sich Trainer Norbert Elgert.

2:2. Allerdings hätte es zu diesem Zeitpunkt auch ganz anders stehen können. Klar für den FC Schalke 04, wenn dieser seine Chancen in der ersten Halbzeit konsequenter genutzt hätte. Klar für den VfL Wolfsburg, wenn dieser seine Möglichkeiten in der zweiten Hälfte besser genutzt hätte. Da verdiente sich auch Torwart Lukas Raeder ein Sonderlob, obwohl er den vor dem 2:2 von Giovanni Millemaci knallhart geschossenen Freistoß nicht hatte entscheidend abwehren können. „Er hat sich exzellent präsentiert“, sagte Norbert Elgert.

VfL Wolfsburg - FC Schalke 04 2:2 (1:1)

Tore: 1:0 Jonas Sonnenberg (15.), 1:1 Philipp Hofmann (41.), 2:1 Jonas Sonnenberg (81.), 2:2 Nils Zander (88.).

FC Schalke 04: Raeder – Ayhan, Korczowski, Kolasinac, Borgmann (68. Babic) – Klingenburg (84. Harder), Beus, Zander, Balci (90. Fagasinski)– Hofmann, Max (68. Meyer).

Vor diesem Rückspiel hat der Trainer, der seinem Team vor allem auch zum Ausschlafen einen freien Donnerstag gönnte, allerdings ein paar Punkte angesprochen, die besser laufen könnten, besser laufen sollten als am Mittwochabend. „Wir müssen die Außenbahnen noch geschlossener kriegen“, sagt er, nachdem der VfL Wolfsburg dort doch vor allem in der zweiten Halbzeit für reichlich Wirbel gesorgt hatte. So hatte Norbert Elgert in der Schlussphase auch reagiert und seinen bärenstarken Innenverteidiger Noah Korczowski im Tausch mit Kaan Ayhan auf den rechten Verteidiger-Posten geschickt.

Gefährliche Wolfsburger Standards

Ein zweiter wichtiger Aspekt ist für Norbert Elgert, dass „wir versuchen müssen, bei den Standards noch wacher zu sein“. So hatte Wolfburgs starker Kapitän Jonas Sonnenberg, der Innenverteidiger, nach einer Ecke von Jungbin Park auf den kurzen Pfosten per Kopf zum 1:0 getroffen und nach einem Freistoß von Giovanni Millemaci im Nachschuss zum 2:1. Aber auch das passte zu dem, was Norbert Elgert nach 90 tollen Fußball-Minuten so beschrieb: „Beide Mannschaften haben relativ viel zugelassen. Vielleicht spricht’s auch für zwei starke Angriffsreihen.“ Auf die sich die Fußball-Fans am Sonntagvormittag im Stimberg-Stadion in Oer-Erkenschwick schon mal freuen können.

Andree Hagel

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