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Derby-Boykott

Warum die Polizei beim Revier-Derby härter durchgreift

04.10.2015 | 23:10 Uhr
Warum die Polizei beim Revier-Derby härter durchgreift
Die Ultras Gelsenkirchen unterstützen das Schalke-Team in Dortmund diesmal nicht.Foto: imago

Gelsenkirchen.  Wegen der Sicherheitsauflagen der Polizei wollen Schalke-Ultras das Revierderby beim BVB boykottieren. Ein Fanforscher versteht ihren Standpunkt.

Der einflussreiche Schalke-Fanklub "Ultras Gelsenkirchen" (UGE) verzichtet in diesem Jahr auf die Auswärtsfahrt zum Revierderby bei Borussia Dortmund (Sonntag, 8. November, 15.30 Uhr). Das gaben die Ultras am Sonntagabend auf ihrer Homepage bekannt. Sie begründeten ihren Schritt damit, dass "die Reduzierung des Kartenkontingents und die vorgeschriebenen Anreisemöglichkeiten nicht hinnehmbar sind." Die Ultras sehen "das Grundrecht auf Bewegungsfreiheit massiv eingeschränkt."

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Der Fanklub bemängelt, dass Schalke nicht mehr das komplette Gästekartenkontingent von etwa 8000 Tickets verteilen kann, sondern nach Absprache mit der Polizei und dem BVB nur noch 6500. Zudem bewirbt Schalke nach Ultra-Angaben "massiv die geschlossene Anreise per Bus". Eine alternative Anreisemöglichkeit wäre eine Fahrt mit der S-Bahn vom Dortmunder Hauptbahnhof zum Stadion. "Allerdings werden immer nur so viele Personen in die Bahn gelassen wie Sitzplätze zur Verfügung stehen. Aus Erfahrungen der Vergangenheit (...) führt dies zu einer erheblichen Verzögerung der gesamten Anreise", schreiben die Ultras.

Fans, die weder mit dem Bus noch mit dem Zug anreisen, müssten nach Ultra-Angaben "umfangreiche Kontrollen über sich ergehen lassen und werden das Spiel aller Voraussicht nach nicht besuchen dürfen". Das wollen die Ultras nicht hinnehmen: "Es muss möglich sein, selbst entscheiden zu können, wie man zu einem Fußballspiel anreist." Die Ultras hoffen, dass sich weitere Fanklubs dem Boykott anschließen.

Das sagt die Polizei Dortmund

Die Polizei in Dortmund erklärt auf Nachfrage, dass sie für die Derby-Planungen vor allem die Ereignisse des letzten Derbys in Dortmund im Februar 2015 berücksichtigt hat. Obwohl die Behörde selber von einer "gewaltbereiten Minderheit" spricht, müssten die Sicherheitsanforderungen weiter erhöht werden.

Die Polizei erklärt, dass Schalker Ultragruppierungen "zum wiederholten Male die aus Sicherheitsgründen vom Arbeitskreis Derby empfohlenen und umfangreich kommunizierten Anreisewege" missachtet hätten. So hätten der Ausstieg mehrerer hundert Angehörige von Schalker Ultras an der S-Bahn-Haltestelle in Dortmund-Barop und der sich anschließende "rechtswidrige Fanmarsch in Richtung Stadion" dazu geführt, dass der Verkehr massiv gestört worden sei. "Die Ultras überrannten anschließend unkontrolliert eine Kontrollstelle an der Westfalenhalle und konnten erst am Stadionvorplatz angehalten und überprüft werden. Hier kam es zu erheblichen Behinderungen anderer Stadionbesucher", so die Polizei.

Weil außerdem mehrere U-Bahnen durch "Schalker Gewalttäter" beschädigt worden seien, was zu "massiven Behinderungen des gesamten Dortmunder ÖPNV" geführt habe, habe die DSW 21 angekündigt, zukünftig deutlich weniger Personen in ihren U-Bahnen zum Stadion zu befördern. Deshalb könnten in dem üblichen Zeitfenster vor dem Spiel deutlich weniger Gästefans in Richtung Stadion befördert werden.

Mehr Gewalttaten beim Derby

Die Dortmunder Polizei betont überdies, dass es beim Derby im Februar "zu einem erheblichen Anstieg der Straftaten gekommen war". Während des Derbys im Jahr 2014 zählte die Dortmunder Polizei 35 Straftaten, davon neun Gewalttaten. Bei der Begegnung im Februar 2015 wurden 119 Straftaten zur Anzeige gebracht, darunter 51 Gewalttaten. Deshalb seien die erhöhten Sicherheitsmaßnahmen nötig, die im Einzelnen so lauten:

  • Reduzierung des Gästekartenkontingents auf gut 4000 Karten.
  • Durchführung einer organisierten Anreise von Fans von Schalke 04, insbesondere mit Bussen und PKW direkt in den Veranstaltungsbereich
  • Nutzung eines Vouchersystems und einem personalisierten Ticketing, um hiermit eine koordinierte Anreise zu garantieren
  • Ausschluss von Problemfangruppierungen des Gastvereins.

Diese Forderungen, die im Einklang mit den Forderungen des Innenministeriums stünden, konnte die Behörde bei den Vereinen BVB 09 und Schalke 04 jedoch nur zum Teil durchsetzen, erklärt die Dortmunder Polizei.

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Kommentare
07.10.2015
02:11
Warum die Polizei beim Revier-Derby härter durchgreift
von HerrKulles | #34

Es wird mir eindeutig zuviel "Geschisse" um diese Delinquenten" + ein paar "Unschuldige" gemacht. Langsam reicht es!

Sie sollen sich benehmen, schon...
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1 Antwort
Warum die Polizei beim Revier-Derby härter durchgreift
von HerrKulles | #34-1

Ergänzend:

Sie wissen um ihren Status in der Gesellschaft. Deswegen liest man man von denen auf Plattformen wie diesen auch nichts...

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http://www.derwesten.de/sport/fussball/s04/schalke-ultras-boykottieren-das-revierderby-beim-bvb-id11156522.html
2015-10-04 23:10
Sport,Fußball,Revierderby,Schalke,BVB
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