Schalke 04 geht für 15 Mio shoppen: Diese Spieler will Horst Heldt

Das erste gemeinsame Bild in dieser Saison: Schalke-Manager Horst Heldt (l.) und Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies.
Das erste gemeinsame Bild in dieser Saison: Schalke-Manager Horst Heldt (l.) und Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
15 Millionen Euro - so viel Geld steht Schalke-Manager Horst Heldt für Zugänge und Vertragsverlängerungen zur Verfügung. Heldts Liste ist lang.

Gelsenkirchen.. Als sich Clemens Tönnies am Freitagabend verabschiedete, wünschte er allseits „schöne Weihnachten“ – spannende Feiertage hätte es aber wohl besser getroffen. Denn Schalke 04 will sich in der Winterpause auf bis zu drei Positionen verstärken, und Manager Horst Heldt hat das ehrgeizige Ziel, dies möglichst schnell umzusetzen. „Das Ziel ist es, eine nahezu komplette Mannschaft im Trainingslager zu haben“, erklärte er am Freitag nach dem 1:0-Sieg gegen die TSG Hoffenheim. Am 4. Januar fliegt Schalke nach Florida – die zwei Wochen bis dahin dürften entsprechend spannend werden.

Schalke-Kandidat Renato Augusto verbringt gerade seine Flitterwochen

Noch gibt es keine Abschlüsse: Der Brasilianer Renato Augusto, als Königstransfer im Visier, verbringt gerade seine Flitterwochen auf den Malediven – das macht aber nichts, weil Schalke ohnehin erst mit dessen Klub Corinthians Sao Paolo handelseinig werden muss. Zwar will der brasilianische Meister den früheren Leverkusener nicht abgeben, aber nach Informationen dieser Zeitung kann er sich dem Transfer nicht total verweigern: Denn als Renato Augusto im Winter 2012/13 nach Brasilien zurückkehrte, behielt Bayer Leverkusen einen Teil der Transferrechte –wenn eine gewisse Summe geboten wird, muss Corinthians Sao Paulo dem Wechsel zustimmen. Ab einer Ablöse zwischen fünf und sieben Millionen Euro würde Bayer Leverkusen dann noch einmal mitkassieren.

Zu- und Abgänge Zusätzlich möchte Schalke noch einen schnellen Spieler für die Außenbahn verpflichten: Kandidaten sind hier der österreichische U21-Nationalspieler Alessandro Schöpf (21) vom 1. FC Nürnberg und der Frankfurter Stefan Aigner (28), für den die Hessen aber fünf bis sechs Millionen Euro Ablöse aufrufen. Das könnte zu viel sein, da auch noch ein erfahrener Mann fürs zentrale Mittelfeld kommen soll: Entweder der ablösefreie Brasilianer Mauricio (27, Terek Grozny) oder der Schweizer Gökhan Inler (31, Leicester City), dessen Verpflichtung sich Trainer André Breitenreiter schon im Sommer gewünscht hatte. Horst Heldt wird da geschickt taktieren müssen – aber das ist eine Übung, auf die sich Schalkes Sportvorstand gut versteht.

Schalke-Boss Tönnies will Heldt durch den Mainzer Heidel ersetzen

Für Heldt ist es die mutmaßlich letzte Transferperiode mit Schalke 04, und in die geht er mit einem echten Faustpfand: Er hat sich vom Aufsichtsrat des Klubs ein festes Budget festschreiben lassen, in dessen Rahmen er Personalentscheidungen treffen kann. „André Breitenreiter und ich entscheiden, welche Spieler wir verpflichten. Es bedarf keiner großen Aktion, jemanden zu fragen, was wir mit diesem Budget machen“, bestätigt Heldt. Damit umgeht er geschickt der Möglichkeit, dass ihn der Aufsichtsrat bei einzelnen Transferentscheidungen ausbremsen könnte. Schließlich will ihn dessen Vorsitzender Clemens Tönnies ab dem Sommer durch den Mainzer Christian Heidel ersetzen.

Transferfenster Normalerweise muss sich Heldt jede Personalentscheidung, die über 300.000 Euro liegt, vom Aufsichtsrat genehmigen lassen. Es wäre deswegen denkbar gewesen, dass sich Tönnies vor der Zustimmung bereits mit seinem Wunsch-Manager Heidel bespricht – beide hätten dann theoretisch die Aktivitäten von Heldt torpedieren können. Der Aufsichtsrat fand diesen Gedanken in seiner Mehrheit unpassend und genehmigte Heldt deswegen ein festes Budget – es beträgt nach Informationen dieser Zeitung 15 Millionen Euro plus die Einnahmen aus eventuellen Transfererlösen. Das 15-Millionen-Euro-Budget umfasst neben Transferausgaben auch die Kosten für mögliche Vertragsverlängerungen (Matip, Höwedes) in der Winterpause. So lässt es sich erklären, dass Heldt noch am Freitag Kritikern, die ihn als „lame Duck“ (lahme Ente) bezeichneten, entgegnete: „Was andere Leute erzählen, ist Mumpitz. Die sind da nicht so gut informiert.“

Vielmehr ist es so, dass Heldt in diesem Winter sogar mächtiger denn je auf Schalke ist: Denn ein fest geschriebenes Budget hat es in dieser Form und in dieser Höhe für ihn noch nie gegeben. Spannende Feiertage auf Schalke.