MSV feiert den Aufstieg - Mickie Krause schickt eine Perücke

Der King ganz cool. Im Hintergrund tobt die Menge. In der Kabine tobten später die Duisburger Spieler. Und Kingsley Onuegbu verschönerte sich mit einer Mickie Krause-Perücke.
Der King ganz cool. Im Hintergrund tobt die Menge. In der Kabine tobten später die Duisburger Spieler. Und Kingsley Onuegbu verschönerte sich mit einer Mickie Krause-Perücke.
Foto: imago/Revierfoto
MSV-Stürmer Kingsley Onuegbu bog nach dem Kiel-Spiel in den Schlagermodus ein. In der Kabine legte er einschlägige Musik auf, nach dem Duschen zog er eine Perücke auf, die ihm Mickie Krause geschickt hatte.

Duisburg.. Allein mit dem Bier, das die Spieler des MSV Duisburg am Samstag nach dem Schlusspfiff in den Katakomben der Arena verschütteten, hätten sie mehrere Betriebsfeste sponsern können. Selbst MSV-Boss Ingo Wald bekam eine Bierdusche ab. „Ich muss heute Abend noch zu einer Hochzeit. Dann rieche ich eben nach Bier“, nahm es Wald mit Humor. Weitere Vorstandsmitglieder, Trainer und Sportdirektor Ivica Grlic mussten ebenso im Gerstensaft duschen wie auch die Pressevertreter. „Für die schlechten Benotungen“, wie Feierbiest Kevin Wolze grinsend anmerkte.

Mannschaftsfahrt Stürmer Kingsley Onuegbu bog nach dem Spiel schnell in den Schlagermodus ein. In der Kabine legte der King einschlägige Musik auf, nach dem Duschen (in diesem Fall mit Leitungswasser) zog er eine Perücke auf, die ihm Schlagersänger und Mallorca-Experte Mickie Krause extra für diesen Anlass geschickt hatte. „Mickie hatte bei seinen Auftritt in unserer Arena vor ein paar Wochen versprochen, dass er bei der Aufstiegsparty dabei sein würde. Weil er jetzt aber keine Zeit hat, hat er mir zwei Perücken geschickt“, erzählte der Nigerianer. Zwischendurch schnappten sich Kevin Wolze und Dennis Grote die falsche Haarpracht und trieben damit im VIP-Bereich ihr Unwesen.

Nico Klotz feiert auf der Tribüne

Flügelspieler Nico Klotz war am Samstag „Opfer“ der U-23-Regel – Youngster Marcel Stenzel gehörte dem Kader an – und drückte von der Tribüne aus die Daumen. Beim frühen 0:1 verlor Klotz nicht den Glauben: „Ich saß neben einem Freund und hab ihm nach dem Treffer sofort gesagt, dass wir es auf jeden Fall schaffen.“

Steffen Bohl war vom Jubel auf dem Spielfeld nach dem Match überwältigt: „Wahnsinn. Mich haben wildfremde Leute angesprungen.“ Schon vor dem Spiel spürte der Allrounder viel Unterstützung – auch von ehemaligen Mannschaftskameraden. Rund 80 Kurzmitteilungen mit aufmunterndem Inhalt gingen in der letzten Woche auf Bohls Handy ein.

"Mit Leib und Seele gekämpft"

Die beeindruckende Erfolgsbilanz der Duisburger in der finalen Saisonphase ist für den Kapitän das Ergebnis konzentrierter Arbeit: „Jeder in der Mannschaft kennt die finanzielle Situation des Vereins. Jeder weiß, welche Bedeutung der Aufstieg für den Klub hat.“

Für Mittelfeldspieler Enis Hajri war es in mehrfacher Hinsicht ein besonderer Tag. Er hatte sich 20 Karten gesichert, die Familie samt Töchterchen Emilia und die besten Freunde saßen auf der Tribüne. Ausgerechnet in diesem Spiel erzielte Hajri seinen ersten Saisontreffer und leitete nach dem Rückstand mit dem Ausgleich die Wende ein.

In der zweiten Halbzeit verhinderten die Zebras mit einem enormen Kampfgeist ein Comeback der Kieler. Hajri: „Jeder hat sich mit Leib und Seele in die Zweikämpfe geworfen. Was der King vorne geleistet hat, war Wahnsinn.“ Kurz vor Schluss nahm Lettieri Hajri aus dem Team. Der Spieler dankte es dem Coach: „Bei mir war nichts mehr da. Zum Glück wurde ich erlöst.“