BVB kündigt Dauerkarten, um VIP-Bereich auszubauen

Knapp 200 Dauerkartenbesitzer weichen nun teureren Plätzen.
Knapp 200 Dauerkartenbesitzer weichen nun teureren Plätzen.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Der Schock sitzt bei rund 200 Dauerkartenkunden von Borussia Dortmund tief. Ihr Lieblingsklub hat ihnen das Abonnement für den Stammplatz im Fußballstadion gekündigt. Der Grund: Der BVB schafft Platz für VIPs. Die Stammtischebene wird erweitert.

Dortmund.. Große Enttäuschung bei den treuen Anhängern des BVB: Auf der Westtribüne des Signal-Iduna-Parks verlieren knapp 200 schwarz-gelbe Anhänger ihren Stammplatz. Stattdessen erweitert der Klub dort zur Spielzeit 2014/2015 die sogenannte Stammtischebene. Einen teureren Bereich im Stadion mit Bewirtung und Buffet. Feste Preise gibt es für diese Plätze nach Angaben des Klubs nicht. Er ist für Gruppen gedacht, Preise werden individuell ausgehandelt. Borussia Dortmund verweist darauf, dass es für dieses Stammtisch-Paket eine gestiegene Nachfrage gebe.

Die von der Kündigung Betroffenen jedoch sind verunsichert. Sie sorgen sich, ob sie künftig einen vergleichbaren Sitz im Dortmunder Stadion erhalten werden. Denn ihre Dauerkarte ist vorerst nicht mehr gültig. Der BVB hat seinen Fans das Abo gekündigt, verspricht aber für Ersatz zu sorgen.

Borussia verspricht Ersatz

"Alle Dauerkarteninhaber wurden zuvor persönlich kontaktiert und darüber informiert, dass allen betroffenen Stadionbesuchern in den kommenden Wochen ein Alternativangebot persönlich und individuell vorgestellt wird", so der Klub. Mögliche Lösung: Sie könnten in den Unterrängen auf der West- und Osttribüne untergebracht werden, sollten die dortigen Dauerkartenbesitzer ihrerseits ihr Abo nicht verlängern.

BVB-Dauerkarten Der Klub bemüht sich, dass sich der Ärger für die betroffenen Fans in Grenzen hält. Eine Angestellte des Vereins kümmert sich fortan um die um ihren Stammplatz gebrachten Anhänger. Zwar sei man sich klar, dass dies für den Fan nicht zufriedenstellend sein könne, doch man bemühe sich um geeignete Lösungen. Fans, die langjährig nebeneinander gesessen haben, will der Klub dies weiterhin ermöglichen.

Stadionkapazität durch Umbau verringert

Ein Entgegenkommen von Borussia Dortmund können die Anhänger offenbar durchaus erwarten. Der Klub verspricht: Passt das vorgelegte Angebot nicht, werde neu verhandelt und nach Alternativen geschaut. Auch könnten die Kunden höhere Preiskategorien wählen.

Eine Folge des nun anstehenden Umbaus auf der Westtribüne ist insgesamt eine Verkleinerung der Stadionkapazität. Das Platzangebot im Signal-Iduna-Park verringert sich von derzeit 80.645 auf zwischen 80.500 bis 80.600 Plätze, bestätigte der BVB. Am meisten schmerzt dies wohl die Fans, die dort seit Jahren sitzen. Betroffen sind die Anhänger in der Nähe zu Block 27: die Bereiche 20 bis 26.

BVB erhöhte Preise für Dauerkarten

Erst vor wenigen Tagen hatte der BVB die neuen Dauerkartenpreise für die nächste Bundesliga-Spielzeit bekanntgegeben. Wer die 17 Heimspiele von Borussia Dortmund auf der Südtribüne verfolgen möchte, muss nun 204 Euro statt ehedem 190,50 Euro bezahlen. Das sind pro Partie 80 Cent mehr. Damit bezahlen Heimfans für einen Stehplatz deutschlandweit am meisten Eintritt.