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Da gewöhnst du dich dran - Torsten Frings über Interviews unter der Dusche

Torsten Frings freut sich, nicht erkannt zu werden
So kennt man ihn: Thorsten Frings im Zweikampf.

Sprechen wir über das Drumherum. Die Stimmung in den Stadien ist …

Torsten Frings: … gar nicht so schlecht, wie man denkt, sondern richtig gut. Zu uns in Toronto kommen 20.000 Fans, da ist das Stadion fast voll. Und die machen gute Stimmung. New York hat ein supergeiles Stadion, in Seattle kommen 50.000 Fans.

Das Reisen…

Torsten Frings: … habe ich total unterschätzt. Es ist super anstrengend. Du fliegst sechs Stunden zu einem Spiel in Los Angeles oder Vancouver und hast noch drei Stunden Zeitunterschied. Und wir fliegen nicht Charter, sondern Linie. Die ganze Mannschaft ist über den Flieger verstreut und sitzt dort, wo was frei ist. Das Gute: Du siehst viel von den USA. Ein beeindruckendes Land.

Die Medien…

Torsten Frings: … die Spiele werden live im Fernsehen übertragen. Aber meist sind nur drei oder vier Journalisten-Männeken dabei plus die Jungs von unserem Klubsender. In München oder Dortmund war das ganz anders. Die Journalisten dürfen hier allerdings direkt nach dem Spiel in die Kabine und dich unter der Dusche interviewen. Auch da gewöhnst du dich dran. Und in der Stadt erkennt mich zum Glück eh keiner.

Das ist anders als in München oder Dortmund.

Torsten Frings: Das ist das Allerbeste. Ich wollte immer mal in einer Großstadt leben. Ich kann mich frei bewegen und werde nicht ständig fotografiert und beobachtet. Toronto ist eine schöne Stadt. Ich kenne niemanden, dem sie nicht gefällt. Ich kann nur jedem einen Besuch empfehlen. Die Stadt ändert sich jeden Monat. Ständig wächst ein neuer Wolkenkratzer. Der Wahnsinn. Im Sommer ist es mit dem Riesensee und den Stränden wie am Mittelmeer. Im Winter allerdings arschkalt. Dann bin ich froh, in Deutschland zu sein.

Toronto ist auch eine Sportstadt. Und Sie sind ausgewiesener Sportfan.

Torsten Frings: Das passt auch. Die Klubs haben hier denselben Eigentümer, das ist bei den Tickets praktisch. So kann ich Eishockey bei den Maple Leafs, Basketball bei den Raptors und Baseball bei den Blue Jays schauen. Da hänge ich auch oft rum, wenn es passt. Die Hälfte der Spieler wohnt in meinem Appartement-Block. Da geht man auch mal Essen.

Wie machen Sie es mit Ihrer Familie?

Torsten Frings: Meine Freundin ist bei mir in Toronto. Meine Kinder besuchen mich in den Ferien. Das gefällt ihnen. Und ich bin ja auch zwei- oder dreimal im Jahr in Deutschland.

Wir fassen zusammen: Alles richtig gemacht.

Torsten Frings: Ja, ich bin froh, dass ich mich so entschieden habe und fühle mich dort sehr wohl.

Wie geht es weiter? Wie lange spielen Sie noch?

Torsten Frings: Ich hatte gerade einen kleinen Eingriff an der Hüfte. Aber alles wieder okay. Im Januar reise ich rüber und starte in die Vorbereitung. Ein Jahr noch, dann reicht es aber auch. Ich will nicht noch länger Fußball spielen.

Thorsten Schabelon

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