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Training soll Notlagen auf Kreuzfahrtschiffen vorbeugen

06.09.2012 | 05:45 Uhr
Training soll Notlagen auf Kreuzfahrtschiffen vorbeugen
Technikzentrum Schiffsbrücke: Die Kreuzfahrt-Reederei Aida schult ihre Seemänner in einem eigenen Trainingszentrum.Foto: getty

Rostock.  Die Brücken auf heutigen Kreuzfahrtschiffen sind so voller Technik, dass man schnell den Überblick verlieren kann. Deshalb müssen Seeleute alle drei Jahre einen Lehrgang besuchen, um up to date zu bleiben - und damit es gar nicht erst zu Unglücken wie auf der "Costa Concordia" kommt.

Ein großes Kreuzfahrtschiff zu steuern, ist nicht einfach. Besonders aufpassen müssen die Seeleute, wenn sie in einen Sturm geraten und die Wellen meterhoch schlagen. In einem neuen Trainingszentrum in der Stadt Rostock im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern können sie das jetzt üben.

Eingerichtet hat das Trainingszentrum die Reederei AIDA . Ihr gehören neun Schiffe, auf denen viele Tausend Menschen übers Meer fahren und Urlaub machen. Etwa 400 Mitarbeiter der Reederei arbeiten als Offiziere auf den Kreuzfahrtschiffen. Jeder von ihnen soll in dem Trainingszentrum alle drei Jahre bei einem Lehrgang mitmachen. Sie sollen üben, sich in einer Notlage richtig zu verhalten. Sie sollen aber auch lernen, wie sie im Team gut zusammenarbeiten, damit bei Gefahr alles reibungslos läuft. "Wir haben heute viel Technik an Bord, man muss sie aber auch sicher beherrschen können", sagt Burkhard Müller.

Der Kapitän hat nicht mehr nur das Sagen

Der Kapitän leitet das neue Zentrum, in dem es eine voll eingerichtete Schiffsbrücke gibt. Wie stark Wind, Wellen und Strömung sind oder wie oder schlecht die Sicht ist, lässt sich einstellen. Auf einem Bildschirm erscheinen eine Fahrrinne der Ostsee oder die Hafeneinfahrten von New York oder Bangkok.

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Giglio, 14.08.12: Sieben Monate nach der Havarie der "Costa Concordia" boomt auf der italienischen Insel der Tourismus. Zwar ist die Zahl der Übernachtungen zurückgegangen, doch dafür brummt das Geschäft mit Tagesgästen, die das Wrack sehen wollen.

Bei jeder Übung werden die Schiffsoffiziere genau beobachtet. Hinterher bekommen sie Tipps, was sie besser machen können. "Auf der Brücke hat nicht mehr wie früher nur das Kapitän das Sagen, heute gilt das Teamprinzip", erklärt Burkhard Müller.

Weil Menschen Fehler machen können, steuert einer das Schiff und ein anderer kontrolliert. Ansonsten können schlimme Unfälle wie im Januar vor der italienischen Insel Giglio passieren. Damals war die "Costa Concordia " verunglückt. Das riesige Schiff war gegen einen Felsen gefahren und kaputt gegangen. Einige Menschen überlebten das nicht. Der Kapitän wird vorgeworfen, das Unglück verursacht und sich nicht richtig verhalten zu haben. (dapd)

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