Keine Gefahr für Pinguine durch Antarktis-Touristen
05.09.2012 | 08:46 Uhr 2012-09-05T08:46:00+0200
Frankfurt a. Main/New York. Eine Zählung der Pinguin-Brutpaare auf der Antarktis-Insel Deception Island hat ergeben: Die deutlich angestiegene Zahl der Touristen in diesem Gebiet ist nicht die Ursache dafür, dass es dort immer weniger Pinguine gibt. Vielmehr würden die flugunfähigen Vögel unter dem Klimawandel leiden.
Freispruch für Antarktis-Touristen: Die wachsenden Besucherzahlen sind offenbar nicht schuld daran, dass es immer weniger Pinguine auf der Antarktischen Halbinsel gibt. Das zeigt die erste Volkszählung unter Zügelpinguin-Brutpaaren auf der Antarktis-Insel Deception Island - einem der beliebtesten Ziele von Antarktis-Touristen.
Der Pinguin-Bestand auf dieser Insel hat demnach seit 2002 um fast 40 Prozent abgenommen. "Die Pinguine werden aber auch dort weniger, wo überhaupt keine Touristen hinkommen", erklärt Thomas Müller vom Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) in Frankfurt am Main, einer der Autoren der Studie.
1354 Besucher in einem Jahr
Das zeige, dass der Tourismus nicht der Grund für den starken Rückgang der Zügelpinguine sei. Die Forscher gehen stattdessen davon aus, dass der Klimawandel und die damit verbundenen Umweltveränderungen den flugunfähigen Vögeln zu schaffen machen, wie sie im Fachmagazin "Polar Biology" berichten.
Die großen Pinguinkolonien auf Deception Island sind eines der bekanntesten und beliebtesten Ziele für Antarktis-Besucher. In der Saison 2010/2011 hätten allein 1354 Touristen die Kolonie am Baily Head besucht, sagen die Forscher. Zwar umfasse diese Kolonie weniger als ein Prozent der weltweiten Population der Zügelpinguine, dennoch sei bisher umstritten gewesen, ob die zunehmenden Besucherzahlen den Tieren schaden.
Kaum konkrete Informationen
Auf den letzten Treffen der Mitgliedsstaaten des Antarktisvertrages sei unter anderem deshalb diskutiert worden, ob Touristen der Zugang zur Insel und speziell dieser Kolonie verboten werden sollte. "Konkrete Informationen dazu, wie viele Zügelpinguine es auf Deception Island gibt und wie sich ihre Anzahl verändert hat, gab es bisher nicht", schreiben Ron Naveen von der Organisation Oceanites und seine Kollegen.
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