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Zusatznamen auf den Ortsschildern - Okay für elf NRW-Städte

19.03.2012 | 08:19 Uhr
Erst ab, jetzt wieder dran: Hagen darf künftig den Zusatz "Stadt der Fernuniversität" auf seinen Ortsschildern aufbringen lassen.Foto: WP Michael Kleinrensing

Düsseldorf.   Das NRW-Innenministerum hat nach einigem Hin und Her Zusatznamen für elf Kommunen genehmigt. Die Städte Hagen, Attendorn und Hückeswagen dürfen ab sofort ihre Ortsschilder ergänzen, teilte das Ministerium am Montag mit. Eine der Folgen: NRW hat bald drei offizielle "Hansestädte".

Kleines Ratespiel: Was haben Wipperfürth, Warburg und Attendorn mit Bremen und Hamburg gemeinsamen? Ein Tipp: Es ist nicht ein Hafen. Das Land NRW sorgt jetzt dafür, dass die drei NRW-Gemeinden sich neue Ortsschilder anfertigen dürfen - mit Zusatznahmen. Elf NRW-Kommunen werden dazu in den nächsten Tagen schwarz auf weiß die Genehmigung in der Post haben, teilte das NRW-Innenministerum am Montag mit. Damit wird vollzogen, was der Landtag im vergangenen Oktober beschlossen hatte.

Zu den ersten Kommunen, die in Düsseldorf um Zusatznamen ersucht hatten, gehören Wipperfürth, Warburg und Attendorn, die sich ab sofort ganz offiziell "Hansestadt" nennen dürfen, wozu einst im Mittelalter - auf dem heutigen Gebiete NRWs - unter andererm Soest, Münster, Dortmund und Köln gehörten.

Zusatznamen sollen "kommunales Selbstbewusstsein stärken"

„Mit dem offiziellen Zusatz können Gemeinden und Kreise ihre Einzigartigkeit bekannt machen. Das stiftet Identität und stärkt das kommunale Selbstbewusstsein“, sagte Ralf Jäger am Montag, der als Innenminister auch für die Kommunen zuständig ist. Zusatznahmen auf Ortsschildern dürften sich damit in Kürze auf diesen Städten und Gemeinden finden:

Die elf neuen Zusatznamen

Einfach so dürfen die Kommunen jetzt allerdings nicht Schilder und Briefbögen umgestalten. Die neue Zusatzbezeichnung muss erst in der Hauptsatzung vermerkt sein. Und sie muss im offiziellen Schriftverkehr genutzt werden, schreibt das Ministerum vor.  "Sie darf auch auf Ortseingangsschildern verwendet werden" - muss aber nicht. Pass- und Ausweisdokumente müssten dagegen nicht geändert werden. Dort reicht die Angabe der ausstellenden Behörde, etwa "Stadt Hagen".

Drei-Viertel-Mehrheit in Rat und Kreistag nötig

Im Oktober 2011 hatte der NRW-Landtag die Gemeindeordnung und die Kreisordnung geändert. Seitdem sind amtliche Bezeichnungen erlaubt, die auf die Geschichte oder heutige Bedeutung von Gemeinden und Kreisen hinweisen. Räte und Kreistage müssen mit einer Mehrheit von drei Vierteln der Mitglieder die Bezeichnung bestimmen.

Wären die Vorgaben nicht so eng auf die "Geschichte" bezogen, hätte möglicherweise die Rhein-Erft-Kreis-Stadt Kerpen weniger ihrer Verbindung zur Kolping-Bewegung hervorgehoben; aber der Vorschlag "Schumi-Stadt", um sich mit dem Namen des berühmten rennfahrenden Kerpeners zu schmücken, war vor Ort nicht ernsthaft in der Debatte. Zumal der siebenfache Gasfuß-Weltmeister in der Schweiz lebt.

In Attendorn freut man sich unterdessen über die Nachricht aus Düsseldorf. Bürgermeister Wolfgang Hilleke hatte im vergangenen November die Initiative in den Rat gebracht, um an die "Bedeutung und hanseatische Geschichte" Attendorns zu erinnern.

 

Dagobert Ernst


Kommentare
21.03.2012
19:34
Zusatznamen auf den Ortsschildern - Okay für elf NRW-Städte
von ffolkes | #15

Vor allem: der Zusatz "Stadt der FernUniversität" bringt nix für Hagen. Hier wird kein Studierender einen Wohnsitz nehmen und die heimische Wirtschaft durch Geldausgeben fördern. Weil es eben eine FERNuniversität ist :-)
Und wer an hiesiger Fernuni studieren will, braucht keinen Hinweis auf die Fernuni mittels Ortstafel!
Also: was solls?

21.03.2012
19:24
Zusatznamen auf den Ortsschildern - Okay für elf NRW-Städte
von ffolkes | #14

Egal, ob Universitätsstadt, Hansestadt etc... Was bringt es letztlich?
Wem nützen solche Zusätze? Ob Hamburg nun Hansestadt, Heidelberg Universitätsstadt oder Hagen Stadt der FernUniversität ist oder nicht, Klingenstadt Solingen etc. - wer profitiert (nicht nur finanziell! gesehen) von dieser Information? Wem nützt sie wie?
Wenn solche Infos nur den den geistigen Horizont erweitern sollen - so kann ja das Kultusministerium für die Kosten aufkommen......

20.03.2012
18:50
Zusatznamen auf den Ortsschildern - Okay für elf NRW-Städte
von chinaski | #13

genau so lächerlich wie die geschichte mit den neuen alten nummernschildern.

20.03.2012
16:30
Zusatznamen auf den Ortsschildern - Okay für elf NRW-Städte
von 1980yann | #12

Also die Möglichkeit, dem Namen der Stadt solche Beinamen voranzustellen, ist im Prinzip sinnvoll. Allerdings ist da zwischen Identitätsstifendem und Marketing-Gag zu unterscheiden.
Die Klingenstadt blickt auf eine über 650-jährige Tradition zurück und folgt auch dem Allgemeinen Sprachgebrauch, auch die Benennung nach der Hanse ist durchaus üblich.
Ob allerdings die Bezeichnung Klimakommune als Zusammenfassung für einen politischen Schwerpunkt der letzten vielleicht drei bis vier Ratsperioden unbedingt aufs Ortsschild muss, ist eine andere Frage!
Der Beiname von Hagen spiegelt einen Teil des Bekanntheitsgrades wieder, muss aber nicht unbedingt die derzeitige Eigenschreibweise mit dem großen U in der Wortmitte verwenden.

Hier sind bei der Prüfung durch das Innenministerium leider einige Vorschläge durchgekommen, die entweder absurd-komisch, historisch sehr speziell (Widukindstadt) oder auch sehr allgemein sind (Burgen, Schlösser gibt es überall).

19.03.2012
22:35
Zusatznamen auf den Ortsschildern - Okay für elf NRW-Städte
von Reklame | #11

Der Oberbürgermeister der Stadt Hagen ,der seine Familie in Mühlheim
hat ,tut einiges für das Äußere und seine Stammwählerschaft .Es wird privatisiert ,städtische Grundstücke für Eigenheime vermarktet .Doch all das wird die Schulden der Stadt Hagen nicht beseitigen,selbst wenn alle Beschäftigten der Stadt in Leiharbeitsfirmen überführt werden.Stadtteile wie Wehringhausen,Altenhagen überhaupt Mittelstadt entwickeln sich zu unsauberen Unterschichten Wohnorten.Die Fußgängerzone und der Bahnhofsvorplatz werden täglich gereinigt, doch abseits davon wird es müllig.
Vier Professoren aus dem Ruhrgebiet haben eine Bestandsaufnahme
gemacht und in ein Buch gefasst (vor kurzem erschienen)mit dem Titel"Viel erreicht,wenig gewonnen".Ohne Hilfe vom Bund und Land sind viele Ruhrgebiet-Städte kaum zu retten
.

19.03.2012
22:33
Zusatznamen auf den Ortsschildern - Okay für elf NRW-Städte
von Karl-Napp | #10

Gibt es nix wichtigeres für das die Steuergelder eingesetzt werden können?
Stattdessen wird für solchen Unfug unserer aller Steuergelder verschwendet. Aber ist ja egal was es kostet, da wird dann mal eben wieder die Grundsteuer erhöht um solch einen Quatsch zu finanzieren.
Und als nächstes kommt dann die Forderung nach neuen Autokennzeichen
HAT - Hansestadt Attendorn
HWI - Hansestadt Wipperwürth
HWA - Hansestadt Warburg
BGB - Burggemeinde Brüggen
usw

Für solche Spielereien unserer sogenannten "Stadtväter" bezahlen wir, stattdessen sollten mal wichtige Projekte finanziert werden (KITA, Schulen ....)

19.03.2012
16:22
Hagen hat offensichtlich keine wirklichen Probleme,
von SchwarzerRitter | #9

denn sonst würden sich Politik und Verwaltungsspitze nicht mit solchen Kinkerlitzchen beschäftigen. Wenn dann noch Kosten (Briefbögen, Formulare etc.) auf die Stadt - also auf uns, denn wir bezahlen das, nicht Herr Dehm - zukommen, kann wirklich nur ein Schwachkopf die Umsetzung planen!

1 Antwort
Zusatznamen auf den Ortsschildern - Okay für elf NRW-Städte
von Joe1979 | #9-1

Vielleicht sollten Sie sich einfach ein wenig mehr mit Hagen identifizieren. Die Fernuniversität ist und bleibt nunmal ein Alleinstellungsmerkmal mit dem man meiner Ansicht nach auch nach Außen werben kann und sollte. Aber natürlich gibt es immer die Nörgler, denen die Stadtspitze nichts recht machen kann. Aber solange man sich selbst nur im Internet engagiert, ist doch alles paletti!

Außerdem bedeutet die Verwendung der Bezeichnung auf den Ortsschilder nicht, dass sie auch auf Briefpapier etc. verwendet wird.

19.03.2012
12:40
Zusatznamen auf den Ortsschildern - Okay für elf NRW-Städte
von mensch05 | #8

Warum so destruktiv,

über einige Zusätze kann man sich ja streiten, aber generell finde ich, dass solche Zusätze die Identifikation der Bürger mit ihrer Stadt fördern. Das ist gut und wahrscheinlich auch der Grund der Politiker. Es bietet nun mal für Besucher auf den ersten Blick eine interessante Information. Für Hagen beispielsweise wertet der Zusatz Stadt der Fernuniversität die Stadt doch auf, was kann daran verkehrt oder kritisch sein?

19.03.2012
12:22
Zusatznamen auf den Ortsschildern - Okay für elf NRW-Städte
von tho_mse | #7

Und wieder eine Bahnbrechende Entscheidung unserer Politiker. Da es keine wirklich wichtigen Probleme in unserer Zeit gibt, kann man sich um so etwas (oder auch die neuen Nummernschilder) ruhig kümmern.

Und unsere Zeitung hier beschreibt es als "toll gemacht". Wo bleibt der kritische Journalismus? Ach ja, ist zu schwierig.

1 Antwort
Zusatznamen auf den Ortsschildern - Okay für elf NRW-Städte
von Joe1979 | #7-1

Och Gottchen.

Erstaunlich, dass Politiker mehr als eine Entschidung am Tag treffen können. Sie beschäftigen sich doch auch nicht den gesamten Tag mit diesem Artikel, oder?

19.03.2012
11:36
Zusatznamen auf den Ortschildern ergänzt die Ablenkung durch Werbetafeln,
von findling | #6

so wird es sicher gelingen, die Verkehrssicherheit durch unnötige Informationen noch mehr zu beeinträchtigen.

Was denken sich die Entscheidungsträger dabei, oder machen sie das überhaupt?

1 Antwort
Zusatznamen auf den Ortsschildern - Okay für elf NRW-Städte
von Joe1979 | #6-1

Wenn Sie sich davon wirklich ablenken lassen sollten, sollten Sie besser sofort Ihren Führerschein abgeben.

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