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Unterrichtsausfall – verkürzte Lehrerausbildung bringt Schulen in Nöte

10.10.2012 | 14:31 Uhr
Unterrichtsausfall – verkürzte Lehrerausbildung bringt Schulen in Nöte
Unterrichtsausfall: 2100 Lehramtsanwärter in NRW machen im kommenden Januar ihre Abschlussprüfung - und bringen viele Schulen in NRW damit in Personalschwierigkeiten.Foto: Archiv/Udo Prechtl

Oberhausen.   Mehr Schulpraktika bereits im Studium und dafür ein halbes Jahr weniger Lehrpraxis an der Schule: Nach diesem Prinzip hat die NRW-Landesregierung die Lehrer-Ausbildung reformiert. Bald werden die ersten Lehramtsanwärter ihre Prüfung machen. Die Folge: Sie verlassen die Schule mitten im Schuljahr.

Harald Willert nennt es „einen Glücksfall“. Neun Referendare hat der Schulleiter des Oberhausener Sophie-Scholl-Gymnasiums seit Mai dieses Jahres in seinem Kollegium. In insgesamt 18 Monaten sollen die neun Lehramtsanwärter ‚fit’ werden für den Schulalltag, auch, indem sie ein Jahr lang eigenständig Klassen unterrichten. Die neun Referendare sind im Stundenplan an Willerts Schule eine wichtige Stütze, weil sie „bedarfsdeckenden Unterricht“ leisten müssen, der auch zur Ausbildung gehört. Und obwohl die Ausbildungszeit im vergangenen Jahr vom Land NRW um sechs Monate verkürzt wurde , spricht Schulleiter Willert von Glück: Weil er seine neun Referendare das komplette aktuelle Schuljahr einsetzen kann.

Bei den gut 2100 Referendaren, die im kommenden Januar ihre Abschlussprüfung in NRW machen, ist das anders: Sie werden aus dem Schulbetrieb gerissen, noch bevor das aktuelle Schulhalbjahr beendet ist. Und die Verkürzung der Lehrerausbildung mit neuen Einstellungs-Terminen sorgt dafür, dass dies künftig immer wieder passiert. Die betroffenen Schulen können sich deshalb schon jetzt auf Personalengpässe einstellen. Die Folge: Unterrichtsausfall.

Gewerkschaft beklagt "Konstruktionsfehler" in der Lehrerausbildung

Für Dorothea Schäfer, Landesvorsitzende der Gewerkschaft GEW, ist dies das Ergebnis eines „Konstruktionsfehlers“ der neuen Lehrer-Ausbildung. Damit müssen künftig alle Schulformen im Land klar kommen. Die Gymnasien betrifft es 2013 im Übrigen besonders stark, weil dann zwei Abijahrgänge (G8/G9) gleichzeitig ihre Abschlussprüfung machen; insgesamt laut NRW-Schülerprognose zusammen mehr als 127.000 Schüler.

Harald Willert, Leiter des Sophie-Scholl-Gymnasium in Oberhausen. (Foto: Ulla Emig)

Vieles soll nun besser werden in der Lehrerausbildung. Bis dato war immer kritisiert worden, dass Nachwuchslehrer viel zu spät Praxis-Erfahrungen an den Schulen sammeln. Bei der Umstellung auf Bachelor- und Master-Abschluss wurden deshalb vermehrt Praxis-Elemente ins Lehramts-Studium eingebaut ; schon vor dem Studium wird jetzt zum Beispiel ein mehrwöchiges „Eignungs-Praktikum“ angeraten.

Allerdings: Davon profitieren werden die Schulen in NRW frühestens ab dem Jahr 2015. Die Lehramtsanwärter, die im kommenden Januar und auch 2014 ihre Prüfung machen werden, haben fast alle noch nach der alten Ausbildungsverordnung studiert. Für Harald Willert hört damit der „Glücksfall“in punkto Referendare auf.

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Kommentare
14.10.2012
15:20
Unterrichtsausfall – verkürzte Lehrerausbildung bringt Schulen in Nöte
von OBnrw | #9

Genau das wird uns auch treffen. Die Kollegin hat ihre Prüfung super bestanden und wird jetzt natürlich richtiges Geld verdienen wollen für das, was...
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Unterrichtsausfall – verkürzte Lehrerausbildung bringt Schulen in Nöte
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http://www.derwesten.de/region/unterrichtsausfall-verkuerzte-lehrerausbildung-bringt-schulen-in-noete-id7180266.html
2012-10-10 14:31
Schule,Nordrhein-Westfalen,Lehramtsanwärter,Lehrerausbildung
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