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Wildkatzen erobern den Westen von NRW - Sichtung bei Köln

19.03.2014 | 18:24 Uhr
Benötigt große, ruhige Laub- oder Mischwälder mit viel Unterholz: eine Wildkatze.Foto: Thomas Stephan/BUND

Lohmar.  Wildkatzen breiten sich in Nordrhein-Westfalen aus. Die vom Aussterben bedrohte Tierart kommt unter anderem in den Ardennen und in der Eifel vor. Beinahe hätte sie sogar das Phantasialand erreicht. Landesweit gibt es mehr als 300 Tiere. Möglicherweise sind Wildkatzen im Lohmarer Wald unterwegs.

Baldrian ist purer Sex. Nicht für Menschen, wohl aber für die Wildkatze. Im Lohmarer Wald, nur drei Kilometer Luftlinie von der Kölner Stadtgrenze entfernt, präparieren Naturschützer derzeit Lockhölzer mit Baldriantinktur. „Das Zeug stinkt wie abgestandene Socken“, sagt Holger Sticht, Landesvorsitzender des Umweltverbandes BUND. Für Wildkatzen ist das ein Wohlgeruch. Die Tiere wittern ihn über Kilometer, kommen heran, reiben sich an den Stöcken.

Über hinterlassene Haare lässt sich dann per Labornachweis feststellen, ob es sich wirklich um eine Wildkatze handelt – oder bloß um einen Stubentiger auf Freigang.

Fest steht: Wildkatzen breiten sich wieder in Nordrhein-Westfalen aus. Auf mehr als 300 Tiere wird der Bestand der Rote-Liste-Art mittlerweile wieder geschätzt. Von den Ardennen und der Eifel sowie vom Hessischen Bergland und dem Teutoburger Wald aus besiedeln Wildkatzen das Bundesland. „Im vergangenen Jahr hätten sie es fast bis zum Phantasialand geschafft“, erzählt Sticht. Im Waldgebiet Ville (Rhein-Erft-Kreis) konnten die Umweltschützer Wildkatzen nachweisen, ebenso im benachbarten Kottenforst bei Bonn und im Siebengebirge. Im Lohmarer Wald steht der Nachweis noch aus.

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Infokampagnen bei Jägern

Wildkatzen gehören eigentlich zum Inventar der hiesigen Laub- und Mischwälder, waren früher weit verbreitet. Intensive Bejagung und der Verlust ihres Lebensraumes (große, ruhige Gebiete mit viel Unterholz) hatten aber dafür gesorgt, dass die Raubtiere noch vor einigen Jahren als vom Aussterben bedroht galten. „Durch Naturschutzgebiete, vernetzte Grünzüge und Aufklärungskampagnen bei der Jägerschaft haben wir den Wildkatzen unter die Arme, sprich die Pfoten gegriffen“, sagt Peter Schütz vom Landesumweltamt (Lanuv). Wildkatzen gelten weiter aber als bedrohte Art.

Schütz hält es für möglich, dass über Sauer- und Bergisches Land eines Tages einzelne Wildkatzen in den Süden des Ruhrgebietes vordringen könnten. Woran man sie dann erkennt? „Wildkatzen sind von Statur und Kopfform her bulliger als Hauskatzen, sie haben einen buschigen Schwanz mit stumpfem Ende“, erklärt der Lanuv-Sprecher.

Diese Tierarten gibt es wirklich

Und es gibt laut Peter Schütz noch ein weiteres, sehr einfaches Merkmal: In dem Augenblick, in dem man ein Tier gesehen hat und es rennt nicht sofort weg, kann es eigentlich nur eine Hauskatze sein – „Wildkatzen sind unheimlich scheu“.

Holger Dumke

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