Großbrand von Freizeitbad "Wananas" in Herne verursacht 15 Millionen Euro Schaden
10.11.2011 | 06:45 Uhr 2011-11-10T06:45:05+0100
Herne. Bei einem Großbrand ist das Freizeitbad "Wananas" in Herne am frühen Donnerstagmorgen total zerstört worden. Das Feuer war offenbar in der Halle entstanden. Das 1994 eröffnete Bad hatte eine Holzdachkonstruktion. Der Schaden wird auf 15 Millionen Euro geschätzt. Der Komplex war am Donnerstag wegen Einsturzgefahr gesperrt.
War es Brandstiftung oder ein technischer Defekt? Das Freizeitbad Wananas in Herne-Wanne ist am Donnerstagmorgen durch einen Großbrand vollständig zerstört worden. Gegen 1:44 Uhr hatten Anwohner die Feuerwehr alarmiert. Als der erste Löschzug aus der Wache Wanne-Eickel wenige Minuten später vor Ort war, stand das Hallenbad bereits "in Vollbrand", sagte Michael Benninghoff, Leiter der Feuerwehr Herne auf Anfrage von DerWesten.
Auch am Donnerstag-Vormittag war die Feuerwehr noch vor Ort, um Glutnester zu löschen. Mit bis zu 66 Feuerwehrleuten waren die Rettungskräfte in der Nacht an der Unglücksstelle, davon kamen 40 von den freiwilligen Feuerwehren in Herne. Von der Schwimmhalle ist nur noch eine Ruine übrig. Die Bädergesellschaft erklärte am Mittag, man schätze den Schaden auf 15 Millionen Euro - so viel würde wahrscheinlich der Bau eines gleichwertiges neuen Schwimmbades kosten.
Wananas-Schwimmhalle hatte ein Dach aus Holz
Während das Gebäude der Schwimmhalle, die ein Holzdach hatte, nicht mehr zu retten war, konnten die Feuerwehrleute verhindern, dass das Feuer auch auf den Chlorgasraum der Wasser-Aufbereitung im Keller überging. Feuerwehr-Chef Benninghoff: "Es ist kein Chlorgas ausgetreten". Zudem verhinderten die Löschkräfte, dass die Flammen Bäume der Parkanlage am Schwimmbad in Brand setzten.
Das Wananas-Bad war im Dezember 1994 eröffnet worden. "Inwieweit der Schaden durch die Versicherung abgedeckt ist, werde derzeit geprüft, sagte Jörg Kämper, kaufmännischer Leiter der Herner Bädergesellschaft. Das Feuer war nach Aussage der Feuerwehr in der Schwimmhalle entstanden. Nach der ersten Besichtigung des Brandortes, stellte die Polizei keine Einbruchspuren fest, die möglicherweise auf Brandstiftung hindeuten könnten. Der Brandort lässt sich derzeit nicht genauer untersuchen: "Das Gebäude ist einsturzgefährdet", sagte Polizeisprecher Volker Schütte. Möglicherweise könne die Kriminalpolizei erst am Freitag den Bereich betreten und näher inspizieren.
Bädergesellschaft sucht nach Ersatz-Bädern für Wananas-Kunden
Von den Folgen des Großbrands sind auch 40 Mitarbeiter des Wananas betroffen. "Wir müssen sie erstmal beruhigen", erklärte Jörg Kämper am Morgen. Neben dem Wananas gibt es drei weitere Schwimmbäder in der Stadt. Die Bädergesellschaft versucht nun, die Wananas-Mitarbeiter in den anderen Bädern "Süd-Pool", "Lago-Therme" oder Hallenbad Eickel unterzubringen. Mit Blick auf die Schwimmgäste werde zudem geprüft, ob das Hallenbad im Ortsteil Eickel für Freizeitnutzer geöffnet werden kann; bis dato ist das gut 60 Jahre alte Schwimmbad nur für Schul- und Vereinssport geöffnet.
Die Kriminalpolizei hat am Vormittag mit den Ermittlungen zur Brandursache begonnen, erklärte Kämper. Nach Einschätzung der Feuerwehr dürfte das Feuer mindestens eine Stunde vor dem ersten Notruf von Anwohnern bereits im Gebäude geschwelt haben. Nach Aussage von Jörg Kämper waren zuletzt keine technischen Probleme im Bad bekannt. Arbeiten an den technischen Einrichtungen habe es in den vergangenen Tagen ebenfalls nicht gegeben.
Wananas-Bad hatte jährlich 200.000 Besucher
Das Freizeitbad Wananas war besonders auf Familien ausgerichtet. Die Anlage bot unter anderem einen Wasserspielbereich mit Piratenschiff, Wasserlabyrinth, Wasserrutsche und ein Sportschwimm- und ein Mehrzweckbecken. Zudem gab es verschiedene Sauna-Anlagen, ein Dampfbad und einen Freibad-Bereich mit Schwimmbecken. Laut Bädergesellschaft zählte das Bad jährlich etwa 200.000 Besucher. Viele Gäste kamen auch aus benachbarten Städten wie Bochum oder dem Essener Norden, wo es kein vergleichbares Schwimmangebot gibt.
Als Folge des Großbrands muss die Bädergesellschaft nun viele Dinge regeln, sagt Jörg Kämper. Organisiert wird aktuell etwa eine Rückgabe-Möglichkeit für Kunden mit Dauerkarten. Werbeaktionen und Freikarten-Aktionen müssen gestoppt werden. Ebenfalls abgesagt werden müssen Verträge mit Handwerksfirmen", sagt Kämper: "Wir hatten für den Winter eigentlich Revisionsarbeiten vorgesehen".
Für Hernes Oberbürgermeister Horst Schiereck ist das Unglück "ein schmerzlicher Verlust für die Stadt und für die vielen Familien, die es für Spiel und Sport genutzt haben". Schiereck erkärte, die Stadt wolle ein neues Bad errichten. Dies allerdings "wird nicht einfach sein". Laut Schiereck ist das Gebäude versichert, der Wert des 17 Jahre alten Schwimmbadbaus wurde zuletzt auf 3,5 Millionen Euro beziffert. Der genauere Versicherungswert sei aber noch zu ermitteln. Nach Auskunft der Bädergesellschaft ist das Bad bei der Provinzial in Münster versichert. Auch gegen einen Betriebsausfall habe man sich versichert.
13:27
bald is sommer und der kanal hat immer geöffnet...
09:23
...die haben auch den AQUApark Oberhausen erbaut...Oh,Oh,Oh!!
...nach dem Brand in Stadthagen hat die Firma den Auftrag für den dortigen Neubau erhalten...sehr komisch!!
Oberhausen ist nicht Herne...!
09:17
Also mir war das mit dem Brand im Tropicana in Stadthagen und dem praktisch gleichen Bauwerk gar nicht bekannt.
Wenn es ein technischer Defekt gewesen ist, dann ist das ja Gott sei Dank glimpflich ausgegangen.
Gar nicht auszumalen, wenn der Brand während des Badebetriebes ausgebrochen wäre, so blitzschnell wie sich die Flammen ausgebreitet hatten.
Gibt es denn noch weitere baugleiche Anlagen, z.B: in den Niederlanden (weil ja die Firma dort her kommt)??
21:48
Ich kann mir nicht vorstellen, wie ein Neubau finanziert werden soll. Schließlich ist ja für Pflichtleistungen wie z. B. die Betreuung von U3-Kindern angeblich nicht genug Geld da. Die Ablehnung eines Kita-Platzes für solche Kinder dürfte dann sehr schwierig zu rechtfertigen sein...
21:24
...ist eigentlich der letzte Artikel über einen Brand veröffentlicht worden bei DerWesten, in dem sich nicht die Mehrheit der Nutzer total sicher war, dass es Brandstiftung des Eigentümers zwecks Versicherungsbetrug war?
Alles Gute den Mitarbeitern.
21:11
@9 Du wirst doch nie einen! Solange Du Wi e derstand leistest und Dein Strom
nicht fliesst, sondern gefliest ist wie Deine Küche oder Dein Bad...
Aber woher willst du wissen, dass ich nicht schon einen bin?
Na, dann werde ich wohl besser aufpassen, was genau ich hier schreibe...
21:00
Ich war damals bei den Rohbauarbeiten dabei und etwas später wure von dem Generalunternehmer Pelikaan aus dem Holländischen Tillburg, auch das genau das selbe in Stadthagen gebaut. Auch dort war ich mit dabei und komischweise hat es durch einen Technischen Defekt 1995 den Saunabereich in Stadthagen dahingerafft und 2003 ist wieder durch einen Technischen Defekt das komplette Spaßbad abgebrannt.
Den Bericht zu dem baugleichen Bad gibt es hier:http://www.feuerwehr-bueckeburg.org/Index.php?menu=1&submenu=2&extra=0312tro
Man sieht schon auf den Bildern, das es genau das selbe Bad war. Nur dort hatt man Wert auf ein größeres Außenbecken gelegt.
Es stimmt zwar, daß beide Bäder von Pellikaan als Generalunternehmer errichtet wurden, doch daraus zu schließen, daß quasi ein technischer Defekt "mit eingebaut" wurde, ist doch etwas weit hergeholt. Das dritte baugleiche Bad in Radevormwald ist übrigens bislang nicht abgebrannt. Zudem war Pellikaan nicht für die technischen Anlagen zuständig, die hat natürlich eine andere Fachfirma erstellt, ebenso wie im Wananas. Die abgebrannte Sauna in Stadthagen wurde außerdem von Finnjark gebaut. Finnjark und Pellikaan wurden in Stadthagen außerdem auch mit dem Bau des neuen Bades beauftragt - ein sicheres Zeichen dafür, daß die Schuld nicht dort zu suchen war. Technische Defekte können in Bädern, zudem in diesem Alter, natürlich schnell auftreten und im Schnitt brennt jedes Jahr in Deutschland etwa ein Hallenbad ab. Das ist bei rund 3.000 Hallenbädern allerdings bestimmt keine außergewöhnlich hohe Zahl...
17:47
...Wir waren selber "Stammkundschaft" da und es war so schön dort für die Kinder. Bin echt sehr traurig darüber.Habe noch letzte Woche mit meiner Freundin darüber diskutiert ob wir uns eine 200€ Wertkarte kaufen sollen fürs nächste Jahr weil wir so oft da waren ... Das betrifft uns echt voll krass weil wir uns in den umliegenden Bäder sprich Lago nicht leisten können schwimmen zu gehen und eine Tochter haben die über alles schwimmen liebt ... Das Lago hätte, selbst wenn wir uns das leisten könnten, niemals das bieten können was das Wananas zu bieten hatte für Kinder.
Abgesehen von den Wananas-Burger für 3,50 - der Oberhammer - da konnte selbst Mc D. oder Burger K. nicht mithalten ...
Bin echt sehr erschüttert und hoffe das es bald einen GLEICHWERTIGEN ersatz dafür giebt ... Bitte macht nochmal so ein Bad zu gleichen konditionen auf ... Wenn es Brandstiftung gewesen sein sollte (was ich glaube) dann sollten dejeigen die Finger abfallen ... sorry ...
lg Dennis
Schade, daß man im Ruhrgebiet kaum noch ein Spaßbad-Angebot hat, nachdem die Kommunen fast alle in dieser Richtung versagt haben. Die Oase in Essen wurde ebenso wie das Gildehofbad heruntergewirtschaftet und vernachlässigt und schließlich geschlossen. Dabei wäre die Oase durchaus leicht konkurrenzfähig zu machen gewesen. In Bochum wurde das Aquadrom ebenso verkommen gelassen, dort allerdings vom privaten Betreiber, ebenso wie einst das Tropamare in Dortmund. Auch das Allwetterbad in Schwerte und das Freizeitbad in Unna wurden schlecht betrieben und dann dicht gemacht. Fast schon könnte man dahinter eine Methode entdecken. Nun gibt es nur noch ein einziges Spaßbad mit bezahlbaren Preisen im ganzen Pott, nämlich der Aquapark in Oberhausen. Die Bäder drumherum wie in Hamm, Oer-Erkenschwick, Hagen, Plettenberg, Arnsberg oder Dorsten sind ja weit ab vom Schuß und zudem nicht unbedingt Sonderangebote. Aber vielleicht baut man ja in Herne als Ersatz ein wirklich gutes Freizeitbad - mit den vielleicht von der Versicherung zu erhaltenen Millionen könnte das möglich sein, sofern man in der Stadtverwaltung die Lücke erkennt...
17:43
DAS kann SO nicht stimmen:
"Wir hatten für den Winter eigentlich Revisionsarbeiten vorgesehen".
Damit sind wohl eher Renovierungsarbeiten gemeint. ;-)
17:41
Mir tun nur die vielen Familien leid, die mit ihren Kindern gerne das Wananas besucht haben. Es gibt in Wanne-Eickel kein Alternativ-Bad. Deshalb ist der Brand als Tragödie zu bezeichnen; ganz egal, wie es dazu gekommen ist.