Das aktuelle Wetter NRW 18°C
Karneval

Grippewelle trifft NRW zur Karnevalszeit

05.02.2013 | 19:46 Uhr
Grippewelle trifft NRW zur Karnevalszeit
In der kalten Jahreszeit nehmen die Erkältungskrankheiten wieder zu.Foto: Thomas Nitsche

An Rhein und Ruhr.   Die Wartezimmer der Ärzte werden immer voller: Grippe- und Erkältungspatienten drängen sich dort, denn die Wetter-Kapriolen machen viele Menschen an Rhein und Ruhr krank. Das trübt die Vorfreude auf die Karnevalstage. Und auch das Wetter ist nicht gerade förderlich, um gesund zu werden.

Mit der Weiberfastnacht beginnt die Hochphase der Karnevalszeit. Für so manchen Narren fällt die fünfte Jahreszeit in diesem Jahr aber aus: Er muss das Bett hüten – sei es mit einer hartnäckigen Erkältung oder mit dem Grippevirus im Körper. Auch in den Büros wird derzeit gehustet und geschnieft. Zudem bleiben viele Schüler krank zu Hause.

Im Wartezimmer von Volkher Zähres geht es deshalb zu wie im Taubenschlag. „So einen Andrang hatte ich in den vergangenen drei bis vier Jahren nicht mehr“, sagt der Mülheimer Arzt. Der Grund der Erkältungswelle liegt für ihn auf der Hand: „Die Temperaturen gehen ständig rauf und runter. Das wirkt sich negativ auf das Immunsystem aus.“ Neun von zehn erkälteten Patienten kommen mit einer Virusinfektion in Zähres’ Praxis: „Und bei denen hilft auch kein Antibiotikum.“ Der Mediziner setzt deshalb auf alternative Behandlungsmethoden – die Patienten sollten Tee mit Honig trinken.

Grippewelle rollt durch die Republik

Freilich: Bei einer echten Grippe, Fachleute sagen Influenza, dürfte das nur wenig Linderung bieten. Die Grippewelle rollt derzeit durch die Republik und auch durch Nordrhein-Westfalen. Rund 900 Meldungen hat das Landeszentrum Gesundheit (LZG) bis dato gezählt, die ersten kamen bereits Ende Dezember, auch die Rhein-Ruhr-Region ist betroffen. „Gerade in den letzten Wochen sind die Zahlen noch einmal rasant gestiegen“, sagt Dr. Ulrich van Treeck vom LZG. Das Robert-Koch-Institut bescheinigt NRW eine „deutlich erhöhte Influenza-Aktivität“.

Typisch für die echte Grippe: Die Symptome (Schüttelfrost, Fieber, Gliederschmerzen) sind ungleich heftiger als bei einem normalen Infekt. Chronisch kranken oder älteren Menschen raten Experten selbst jetzt noch zu einer Impfung. „Das kann noch sinnvoll sein, die Grippesaison hält ja noch einige Zeit an“, sagt van Treeck. 2012 rollte die Grippewelle noch den ganzen März hindurch. In diesem Jahr soll die Grippeimpfung besonders wirksam sein: Der Wirkstoff passe besonders gut zum Erreger, heißt es.

Ob nun Grippe oder grippaler Infekt: Da es zwischen Nelkensamstag und Rosenmontag wohl Frost geben wird, könnten sich in den Festzelten und bei den Umzügen die Viren weiter ausbreiten. „Das Wetter ist nicht gerade förderlich, um gesund zu werden“, sagt Rebekka Krampitz vom Wetterdienst meteomedia. Ein kleiner Lichtblick für die Karnevalisten: Der kalte Ostwind verschont laut Vorhersage die Karnevalshochburgen.

Der kalte Ostwind verschont die Karnevalshochburgen

Wer schon angeschlagen zu einer Kostümparty geht, muss auf der Hut sein. „Drinnen atmen die Leute trockene Heizungsluft ein, deshalb sollten sie viel Flüssigkeit zu sich nehmen“, rät der Mülheimer Mediziner Zähres. Dabei spricht der Arzt nicht von Bier und Schnäpsen, sondern von zwei Liter Wasser während eines Abends. Narren, die sich bei einem Umzug trotz des angekündigten Temperatursturzes und Schneefällen an den Straßenrand trauen, sollen laut ärztlichem Rat den Vitamin-Haushalt auf Vordermann bringen. Zähres empfiehlt den Narren, Kiwis und Bananen zu essen, bevor es aus dem Haus geht. „Und wer an die frische Luft geht, der sollte immer durch die Nase atmen.“



Kommentare
06.02.2013
14:37
So ein Hinweis, dass insbesondere zur Karnevalszeit...
von Wurzelputz | #3

...Grippeviren schnell einen großen Teil der Bevölkerung anstecken können sehe ich als vernünftig an.

Den Ärztetipp mit Milch und Honig kannte meine Großmutter schon aber auch, dass eine Nachbarin an der echten Grippe trotz Milch und Honig gestorben ist und der wäre es egal gewesen, ob Ärzte, Apotheker oder die Pharma-Industrie ihr Geld mit Impfstoff verdienen, der hätte sie vermutlich retten können.

Und wer einmal mit einer richtigen Grippe das Bett hüten musste, wird gerne darauf verzichten und sich impfen lassen. Auch jetzt noch!

06.02.2013
11:22
Grippewelle trifft NRW zur Karnevalszeit
von 2013witten | #2

Auch nach der grossen Welle, die jetzt so gnadenlos über uns hereinbricht, ist eine Grippeimpfung eine ganz, ganz dolle Sache. Sehr empfehlenswert und eine echte Bereichung. Besonders für Arzt, Apotheke und Pharma-Industrie.

Danke, liebe WAZ, dass ihr uns so treu und besorgt nahezu täglich darauf hinweist.

06.02.2013
10:22
Grippewelle trifft NRW zur Karnevalszeit
von RennYuppieRenn | #1

Wow 900 Fälle auf 16 mio. Einwohner. Das ist hardcore. Dann sind ja genau 0,005625% der Bevölkerung betroffen. Und die grippalen Infekte: Geschenkt, davon stirbt keiner.

Aus dem Ressort
Skelettierte Babyleichen - Prozess gegen Mutter aus Lünen
Gericht
Gut zwei Jahre nach dem Fund skelettierter Babyleichen in einer ausgebrannten Lüner Wohnung beginnt bald der Prozess gegen die Mutter. Die heute 31-jährige Frau steht ab Dezember vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft, die erst im November 2013 Anklage erhoben hatte, führt schwere Vorwürfe ins Feld.
Bombenentschärfung im Ticker - Entschärfung verschiebt sich
Bomben-Ticker
Das passiert nicht alle Tage: In Herne werden am heutigen Sonntag eine 1,8 Tonnen schwere Luftmine sowie eine 250 Kilogramm schwere Sprengbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. 10.000 Menschen müssen deswegen ihre Häuser im Stadtteil Holsterhausen verlassen. Wir berichten von der Entschärfung.
Revierstädte suchen verzweifelt nach Feuerwehr-Nachwuchs
Feuerwehr
Viele Revierstädte suchen händeringend nach Nachwuchs-Feuerwehrleuten. Das Problem: Die Qualität der Bewerber lässt spürbar nach. Viele scheitern an den Einstellungstests. Offene Stellen können kaum besetzt werden. Nun wollen die Städte gezielt Frauen und Migranten in diesen Beruf locken.
16-jähriger Raser wollte wohl einen Polizisten bestechen
Polizei
Mit bis zu 80 Stundenkilometern war am Donnerstagabend ein Jugendlicher mit seinem Roller in Gelsenkirchen unterwegs. Ein Polizist hielt den 16-Jährigen auf. Um eine Anzeige zu verhindern, soll der Jugendliche versucht haben, den Beamten zu bestechen. Jetzt droht ihm zusätzlicher Ärger.
Beifahrer verbrennt bei Ferrari-Unfall auf der A40
A40-Unfall
Auf der A40 in Dortmund ist am frühen Sonntagmorgen ein Ferrari komplett ausgebrannt — eine Person starb bei dem Unfall, eine weitere wurde schwer verletzt. Der Fahrer hatte wohl die Kontrolle verloren. Die Autobahn war mehr als vier Stunden lang gesperrt.
Umfrage
Die Städte in NRW fordern viele Millionen von Bund und Land, um marode Straßen zu reparieren . Wie zufrieden sind Sie mit dem Zustand der Straßen?
 
Fotos und Videos
Kamp-Lintfort von oben
Bildgalerie
Aus der Luft
Best Of Comedy Arts
Bildgalerie
Comedy
Schmallenberg aus der Luft
Bildgalerie
aus dem Flieger
Stolpersteine in der Wesselbach
Bildgalerie
Stolpersteine