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Rauchwolke

Der Dünger qualmt noch immer

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Der Brand im Krefelder Hafen beunruhigte vor allem die Duisburger: Die Rauchwolke zog über den Stadtsüden hinweg, erst in östlicher Richtung nach Mülheim, später wieder zurück nach Moers. Foto: Stephan Eickershoff / WAZFotoPool

Weil der Dünger aber weiter qualmte und die Wolke dem Boden näher kam, verzichteten die Experten auf eine Entwarnung. Die Stadtverwaltungen Duisburg und Krefeld hatten vorsorglich Maßnahmen ergriffen: Kinder sollten bis nachmittags in den Schulen bleiben. "Von Abhol-Aktionen bitten wir abzusehen", sagte der Krefelder Stadt-Sprecher Manuel Kölker. "Die Kinder sind gut aufgehoben." Die Schulen waren angewiesen, die Schüler auch in den Pausen im Gebäude zu lassen.

Rauchwolke über Duisburg

In drei Kliniken im Duisburger Süden, betroffen waren die Unfallklinik in Buchholz, das St. Anna-Krankenhaus Huckingen und die Wedau-Kliniken, musste die Lüftung abgestellt werden. Das hatte zur Folge, dass nur Notfälle operiert werden durften. Denn ohne Lüftung können die Operationssäle nicht mit steriler Luft versorgt werden.

Gegen Nachmittag gelang es der Feuerwehr dann den Qualm ein wenig einzudämmen. Dazu deckten die Einsatzkräfte große Teile des Brandherdes mit Schaum ab, der keinen Rauch mehr entweichen ließ.

Duisburg-Rumeln liegt im Dunst der Wolke

Die Rauchwolke hatte gegen Mittag den Duisburger Stadtteil Rumeln erreicht und die Stadt Moers erreicht. Wohin sie zieht, ist nicht vollständig absehbar. Der Bochumer Wetterdienst Meteomedia prognostizierte am Vormittag, der Wind werde nachmittags gen Norden wehen, das würde die Wolke Richtung Münsterland treiben. Nachmittags meldeten Twitterer aus Krefeld, der beißende Geruch habe wieder zugenommen.

Die betroffene Lagerhalle gehört zu dem Münsteraner Düngemittelhersteller Compo. Dessen Geschäftsführer schätzte die Gefahr für die Bevölkerung als gering ein. Es entstünden zwar beim Verbrennen der Düngemittel "gewisse Dämpfe", sagte der Geschäftsführer des in Münster ansässigen Herstellers Compo, Jens Averdiek, dem TV-Sender N24. Die brennenden Materialien seien aber "allesamt keine Gefahrgutstoffe".

Betreiber Compo entschuldigt sich für Unannehmlichkeiten

Später entschuldigte sich das Unternehmen via Pressemitteilung "in aller Form für die Unannehmlichkeiten, die durch den Vorfall entstanden sind." Compo dankte der Feuerwehr und versprach, bei der Klärung der Brandursache mit den Behörden zu kooperieren. Hinweise auf Brandstiftung gebe es nicht, teilte das Unternehmen mit.

Compo bezeichnet sich selbst als "einen der führenden Anbieter" bei Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 1100 Mitarbeiter, der Umsatz lag 2010 bei 402 Millionen Euro.

Schiffsverkehr eingestellt, Flugverkehr behindert

Der Schiffsverkehr auf dem Rhein war zwischen Düsseldorf-Wittlaer und Rheinberg-Orsoy auf rund 40 Kilometern von 10.10 bis 11.50 Uhr eingestellt worden. Der Betrieb des Düsseldorfer Flughafen ist nach Angaben einer Sprecherin von der Rauchwolke nicht betroffen. Alle Flüge würden wie gewöhnlich starten und landen können.

Am Düsseldorfer Flughafen wurde der Flugverkehr leicht beeinträchtigt. Startende Maschinen mit Kurs auf Skandinavien und Norddeutschland wurden nach dem Start länger geradeaus geführt und mussten dann in etwa zweieinhalb Kilometern Höhe direkt über Krefeld fliegen, sagte der Sprecher der Deutschen Flugsicherung in Nordrhein-Westfalen, Michael Fuhrmann, am Dienstag der Nachrichtenagentur dapd.

 Normalerweise flögen die Maschinen östlich am Stadtzentrum vorbei. Starts und Landungen mussten aber nicht verschoben oder abgesagt werden, sagte Fuhrmann. Die schwarze Wolke selbst sei nördlich des Flughafens vorbeigezogen.

Kommentare
26.09.2012
11:26
Wieder haben wir alles im Griff - Fenster zu und durch ...
von soddemannwilfried | #53

Die Berichterstattung geht kaum auf die durch den Brand freigesetzten Stoffe ein. „In Krefeld und im Duisburger Süden seien die Messwerte für...
Weiterlesen

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Großbrand in Krefeld - Rauchwolke erschreckt Anwohner
Großbrand in Krefeld - Rauchwolke erschreckt Anwohner
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2012-09-25 08:25
Krefeld, Uerdingen, Duisburg, Düsseldorf, Hafen, Brand, Großfeuer, Feuerwehr
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