Das aktuelle Wetter NRW 10°C
Glücksspiel

Schärfere Auflagen für Glücksspielautomaten auf dem Weg

22.05.2013 | 15:34 Uhr
Schärfere Auflagen für Glücksspielautomaten auf dem Weg
Die Automatenindustrie sowie viele Gaststätten müssen sich auf strengere Auflagen bei Spielautomaten einstellen.Foto: Dennis Strassmeier

Berlin.  Die Automatenindustrie sowie viele Gaststätten müssen sich auf strengere Auflagen bei Spielautomaten einstellen. Ab spätestens 2018 soll nur noch ein Automat zugelassen sein - momentan sind drei Geldspielgeräte erlaubt. Außerdem sind Spielpausen und Regelungen gegen Geldwäsche vorgesehen.

Die Automatenindustrie sowie viele Gaststätten müssen sich auf strengere Auflagen bei Spielautomaten einstellen. Das sieht eine Novelle der Spielverordnung vor, mit der sich das Bundeskabinett am Mittwoch in Berlin befasste.

Nach den Plänen von Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) soll in Gaststätten spätestens ab 2018 nur noch ein Geldspielgerät zulässig sein - bisher sind drei Automaten erlaubt. Vorgesehen sind zudem Spielpausen und Regelungen gegen Geldwäsche. Insgesamt sollen der Jugend- und Spielerschutz konsequenter durchgesetzt sowie Spielanreize und Verlustmöglichkeiten begrenzt werden.

Teile der Gastronomie bedroht?

Ein erster Entwurf war Ende Februar bekanntgeworden. Wesentliche Änderungen enthält die mit der Drogenbeauftragten abgestimmte und vom Kabinett zur "Kenntnis genommene" Verordnung nicht. Die Automatenindustrie hatte kritisiert, sie gehe über die Verbesserung des Spielerschutzes hinaus. Mit den schärferen Spielhallen-Regeln der Länder seien die Branche und Teile der Gastronomie bedroht.

Lesen Sie auch:
13 Millionen an Glücksspielautomaten verzockt

In 2012 werden die Hagener nach Angaben des Blauen Kreuzes rund 13 Millionen Euro an Glücksspielautomaten verzocken. Produktionshelfer Murrat (28/Name geändert) ist spielsüchtig. Immer wieder führt ihn sein Weg in die Spielhalle. Auch, seitdem er sich einer Sozialtherapeutin anvertraut hat.

Nach früheren Schätzungen des Ministeriums müssen in Gaststätten fünf Jahre nach Inkrafttreten der Verordnung voraussichtlich insgesamt 30.000 Geldspielgeräte abgebaut werden. Herstellern wird eine Übergangsfrist eingeräumt.

Spielunterbrechung nach drei Stunden

Eingeführt wird eine Spielunterbrechung nach drei Stunden mit Nullstellung der Geräte. Das "Vorheizen" von Spielautomaten, also das Hochladen von Punkten durch Personal, soll verboten werden. Eine Mehrfachbespielung soll eingedämmt werden durch geringere Geldspeicherung und weniger Automatiktasten. Geräte sollen künftig zudem nur mit einer "Spielerkarte" betrieben werden können.

An der Novelle der seit 2006 geltenden Spielverordnung wird seit längerem gearbeitet. Die Länder müssen dem Gesetz zustimmen. (dpa)


Kommentare
23.05.2013
11:10
Schärfere Auflagen für Glücksspielautomaten auf dem Weg
von KingDesMonats | #4

Diese Geldfresser sollten ganz verboten werden.

22.05.2013
20:58
!?
von 1980yann | #3

Also allein die Tatsache, dass das beschriebene "Vorheizen" (hab ich so hier zum ersten Mal von gehört) zuvor all die Jahre legal war, macht schon fassungslos.
Ein Knackpunkt dürfte die Spielerkarte sein: zwar scheint hier der Verlust begrenzt zu sein, aber ein Spielsüchtiger kann nach 200 verzockten Euros in der nächsten Spielhölle mit einer neuen Karte weiterspielen!

22.05.2013
19:34
Schärfere Auflagen für Glücksspielautomaten auf dem Weg
von MalNachgedacht | #2

Ach, kein Thema! Dann kauft der Gauselmann halt mal wieder einer Partei z.B. eine marode Druckerei ab und zack, war es das mit strengerer Regulierung.^^

22.05.2013
18:46
Schärfere Auflagen für Glücksspielautomaten auf dem Weg
von SchauDichSchlau | #1

Wenn da nur nicht die fetten Steuereinnahmen des Staates wären - hätten wir längs weniger Spielsüchtige !
Ein Automat im Gastraum ist ein Automat zuviel ... die Fußgängezonen sind gestopft mit Spielhallen ... auch diese Mengen sollten auf 10% schrupfen - das hätte Sinn !

Aus dem Ressort
Papst Franziskus fordert in Osterbotschaft Frieden
Kirche
Papst Franziskus und viele Bischöfe zeigten sich zu Ostern besorgt über Kriege und Gewalt. Auch das Flüchtlingselend war ein Thema. Mehrere deutsche Oberhirten treibt noch eine andere Debatte um: Sie bezogen Position gegen Sterbehilfe und forderten mehr Hospiz- und Palliativbegleitung.
Tote bei Kämpfen in der Ostukraine - Moskau beschuldigt Kiew
Ukraine-Krise
Wieder fließt Blut in der Ostukraine, von österlicher Ruhe kann keine Rede sein. Die OSZE spricht von einer schwierigen Lage in der russischsprachigen Region: Die nach Moskau orientierten Uniformierten würden ihre Waffen nicht einfach niederlegen. Und auch Russland schickt warnende Töne.
Bundesagentur will Kleinbeträge nicht mehr eintreiben
Jobcenter
Manchmal sind es 20 bis 30 Euro, manchmal nur wenige Cent - bei der Rückforderung von zu viel gezahlter Hartz-IV-Unterstützung sind Jobcenter penibel. Oft sind die Kosten für das Eintreiben höher als der zurückgeforderte Betrag. Das soll sich jetzt ändern.
Starker Zustrom von Asylsuchenden hält an
Flüchtlinge
Der starke Zustrom von Asylsuchenden nach Deutschland hält an. Insgesamt 37 820 Menschen stellten in den ersten drei Monaten dieses Jahres nach Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg einen Asylantrag.
Großteil syrischer C-Waffen abtransportiert oder vernichtet
Konflikte
Etwa 80 Prozent der syrischen Chemiewaffen sind abtransportiert oder vernichtet worden. Das erklärte die UN-Sonderbeauftragte für die Operation, Sigrid Kaag, am Samstag nach Angaben der Vereinten Nationen.
Umfrage
Vermutlich wegen einer erhaltenen WhatsApp-Nachricht starb am 17. Februar eine 21-jährige Autofahrerin bei einem Unfall auf der B54 in Herdecke. Lassen Sie sich beim Autofahren vom Handy ablenken?

Vermutlich wegen einer erhaltenen WhatsApp-Nachricht starb am 17. Februar eine 21-jährige Autofahrerin bei einem Unfall auf der B54 in Herdecke. Lassen Sie sich beim Autofahren vom Handy ablenken?