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Polizei wehrt sich gegen Dienstnummer

11.08.2010 | 20:16 Uhr
Polizei wehrt sich gegen Dienstnummer

Essen.Vor der NRW-Wahl forderten die Grünen noch eine Dienstnummer für Polizisten auf der Uniform. Im Koalitionsvertrag taucht dieser Begriff nicht mehr auf. Die Polizei ist ohnehin gegen eine Kennzeichnungspflicht.

Die junge Frau begreift nicht wie ihr so eben geschehen ist. Am Rande einer Demonstration linker Gruppen gegen Neonazis in Dortmund geht sie über eine Wiese am Dortmunder Hauptbahnhof. Plötzlich läuft ein Zug einer Einsatzhundertschaft der Polizei an ihr vorbei. Dabei schlägt sie ein Beamter mit einem Knüppel. Nur, wer? In der grünen Montur samt Helm gleicht ein Polizist dem anderen.

Wegen Szenen wie dieser am 4. September 2009 und bundesweit 2955 Ermittlungen gegen Polizisten wegen Körperverletzung im Amt im selben Jahr fordern unter anderem die Menschenrechtsorganisation Amnesty International, der Deutsche Anwaltsverein (DAV) und Berlins Innensenator Erhard Körting (SPD) eine individuelle Kennzeichnungspflicht von Polizisten. Sie ermögliche einen effektiven Rechtsschutz von Bürgern, die sich durch Maßnahmen von Polizisten in ihren Rechten verletzt sehen. Denn bisher kommt es mangels Beweisen nur selten zu einer Verurteilung, da nur die Nummer der Einheit auf dem Helm eingeführt worden ist.

Grüne wollen sich „keine Wege verbauen“

Auch die Grünen in NRW machten sich in ihrem Landeswahlprogramm 2010 für ein wirksames BeschwerdeManagement in den Polizeibehörden stark. „Dazu gehört auch eine Dienstnummer, die deutlich sichtbar an der Uniform getragen werden soll.“ Im Koalitionsvertrag ist jedoch davon nichts mehr zu lesen. In dem rot-grünen Papier heißt es in diesem Zusammenhang nur noch, dass man das Beschwerdemanagement verbessern wolle.

Dazu sagt Matthi Bolte, Innenpolitischer Sprecher der Landes-Grünen, diesem Portal: „Die Formulierungen widersprechen sich nicht.“ Man sei am Beginn von Gesprächen, um mit SPD und den Polizeigewerkschaften für bessere Beschwerdemöglichkeiten für Bürger bei der Polizei zu sorgen. Die Formulierung sei bewusst offen gewählt, um sich bei diesem Prozess keine Wege zu verbauen. Im NRW-Innenministerium hat man sich zu diesem Thema noch nicht positioniert, so ein Sprecher.

Frank Richter, NRW-Chef der Gewerkschaft der Polizei, lehnt die Kennzeichnungspflicht seiner Beamten in geschlossenen Einheiten ab. „Wir befürchten, dass dies nur darauf abzielt, einzelne Beamte mit Verfahren zu überziehen.“

Kommentar: Polizisten kennzeichnen

Gregor Boldt

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Kommentare
15.08.2010
22:53
Polizei wehrt sich gegen Dienstnummer
von Guten Tag | #58

So wie es aussieht geht kein Weg daran vorbei die Kennzeichnung zuzustimmen, damit die Polizei das Vertrauen der Menschen zurükgewinnen kann! Sicher wäre es für die Polizisten und auch für die Menschen die sie beschützen sollen sehr ungünstig wenn die Polizei in Zukunft mehr als je zuvor als Feind betrachtet wird. Es gibt genügend Probleme. Deshalb bitte nicht alles schlimmer sonder besser machen. Polizisten die Ihre Arbeit korrekt machen haben nichts zu verbergen!

13.08.2010
09:17
Polizei wehrt sich gegen Dienstnummer
von moerser | #57

Bei Massenveranstaltungen ( Demos und Fussball ) ist man der Polizei hilflos ausgeliefert.

Durch eine Kennzeichnung mit Dienstnummern oder Namen würden sich manche Beamte davon abhalten lassen selber gegen das Gesetz zu verstossen.

13.08.2010
05:41
Polizei wehrt sich gegen Dienstnummer
von Seltsames DU | #56

@ #44 wassenberg

Aha, was Sie intellektuell nicht raffen, das ist also Unsinn.

12.08.2010
19:56
Polizei wehrt sich gegen Dienstnummer
von kgbweisalles | #55

#50 von matu
...alle Poliziesten unter Generalvedacht zu stellen. ...
Demnach stehen Polizisten in Großbritannien und USA unter Generalverdacht? Wie halten sie das nur durch, und das mit in aller Regel ebenso gelassenen wie freundlichen Auftreten. Sind deutsche Polizisten dazu nicht in der Lage, oder halten sie die Bürger unter Generalverdacht des Mißbrauchs?

12.08.2010
16:06
Polizei wehrt sich gegen Dienstnummer
von breilohn | #54

Es reicht ja nicht die Kennnummer eines Polizisten in einem Verfahren anzugeben und schon wird dieser bestraft!

Man muss ja nach wie vor beweisen, was dieser Polizist gemacht bzw. falsch gemacht hat.

Deshalb verstehe ich nicht, warum so viele Polizisten Angst vor dieser Kennnummer haben

12.08.2010
16:06
Blockierter Kommentar.
von breilohn | #53

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

12.08.2010
16:06
Polizei wehrt sich gegen Dienstnummer
von breilohn | #52

Es reicht ja nicht die Kennnummer eines Polizisten in einem Verfahren anzugeben und schon wird dieser bestraft!

Man muss ja nach wie vor beweisen, was dieser Polizist gemacht bzw. falsch gemacht hat.

Deshalb verstehe ich nicht, warum so viele Polizisten Angst vor dieser Kennnummer haben

12.08.2010
16:06
Polizei wehrt sich gegen Dienstnummer
von breilohn | #51

Es reicht ja nicht die Kennnummer eines Polizisten in einem Verfahren anzugeben und schon wird dieser bestraft!

Man muss ja nach wie vor beweisen, was dieser Polizist gemacht bzw. falsch gemacht hat.

Deshalb verstehe ich nicht, warum so viele Polizisten Angst vor dieser Kennnummer haben

12.08.2010
15:35
Polizei wehrt sich gegen Dienstnummer
von matu | #50

Leider gibt es schwarze Schafe auch bei der Polizei. Aber eine generelle Einführung von Dienstnummern zu fordern heißt, alle Poliziesten unter Generalvedacht zu stellen.
Dann müssten ab jetzt am besten auch alle Bürger eine Nummer tragen, dann wären alle Täter nach Straftaten ja schnell zu finden!!!

12.08.2010
14:38
Polizei wehrt sich gegen Dienstnummer
von Gegennummern | #49

@ # 38 ganz einfache Frage, ganz einfache Antwort, weil Polizisten keine Demonstrationsteilnehmer sind. Deswegen dürfen sie Helme tragen usw.

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