Piraten-Feministin erhält Twitter-Schelte von Parteikollegen wegen Verlobung
03.01.2012 | 15:02 Uhr 2012-01-03T15:02:05+0100
Berlin. Latzhose beschimpft Latzhose. Die Berliner Piratin und selbsternannte Post-Gender-Feministin Julia Schramm will heiraten. Grund für den Piraten Gerwald Claus-Brunner über Twitter gegen seine "rückständige" Parteikollegin zu stänkern.
Der Bund der Ehe, der Vertrag zweier Liebender, gilt für die Piratenpartei als überholt und rückständig. Steuerliche Vorteile für Verheiratete will die Partei abschaffen. Aber eine Piratin meutert nun gegen die Leitlinie ihrer eigenen Partei. Julia Schramm will heiraten. Über Twitter hat die 26-Jährige Berlinerin ihre Hochzeit mit Parteikollegen Fabio Reinhardt (31) angekündigt. Aber Schramm ist nicht einfach nur Piratin. Die selbsternannte "Post-Gender-Feministin" handelt mit der Verlobung gegen ihrer eigenen Grundsätze. Das sieht auch Parteikollege Gerwald Claus-Brunner so. Auf Twitter stänkerte er gegen die Hochzeitspläne der Parteifeministin: "21. Jahrhundert und dann Heiraten, wie rückständig ist das denn?", lästerte der Berliner Abgeordnete, der für seine Latzhosen-Auftritte bekannt ist. "Lieber rückständig als intolerant :-)", konterte die Frischverlobte im nächsten Tweet. "Rückständig" war auch der Weg zu ihrer Verlobung: Im gemeinsamen Ungarn-Urlaub hat der 31-Jährige ihr den Antrag gemacht, ganz klassisch und stilecht. Ein Foto des Verlobungsrings hat Schramm natürlich auch getwittert.
Twitter-Zwist erhält großes Medienecho
Was auf Twitter wie ein spaßiger und für alle Welt nachzulesender Flachs zwischen Parteifreunden klingt, scheint nun doch Wellen zu schlagen. Gefrustet über das Medienecho war Julia Schramm zu keiner Stellungnahme über den Twitter-Zwist und die geplante Hochzeit bereit. Ungewöhnlich für die sonst so medienoffene Piratin.

18:40
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06:11
So ist das doch immer. Solange man selbst in einer solchen Situation nicht ist, auf dem hohen Ross sitzen und andere verurteilen...sieht man doch im Alltag ständig in Bezug auf ganz viele Vorgänge. Die Kehrtwende kommt, wenn man dann manches selbst erlebt. Ich sag immer: man kann vieles erst erkennen, wenn man selbst drin steckt. Von daher nicht immer sofort schelten oder rigorose Meinungen haben.
20:30
In den letzten Jahren hat es ja eine massive Abwanderung von den etablierten Parteien zu Linken, Piraten etc gegeben.
Die deutschen Medien haben es nun in staatsbürgerlicher Verantwortung übernommen, gegen diesen Trend anzuschreiben. Da es schwer ist, Gründe zu finden, warum man zu den etablierten Parteien zurückkehren soll, muss man nun also Gründe finden, warum man z.B. die Piraten oder die Linken nicht wählen darf.
Und eine solche Bemerkung auf Twitter ist natürlich ein gewichtiger Grund, nächstesmal wieder CDU oder SPD zu wählen. :-)
17:33
Mir scheint Herr Bowinkelmann fantasiert frei vor sich hin. Denn es gibt doch wohl keine entsprechende Parteileitlinie.
Aber so ist halt Journalismus bei Boulevardblättern wie der WAZ.
17:08
Die ticken nicht ganz und demontieren sich jetzt schon.
16:56
wo ist denn da der Skandal ?
In einer offenen Partei wird offen drüber geredet. Gut so.
Hauptsache Julia fängt nicht an für die Steuersubventionen der Ehe zu kämpfen. Denn das Geld was kinderlose Ehepaare sparen fehlt den Alleinerziehenden Vätern und Müttern.
16:55
So sind se, die Parteien.
So is Polletick.
...
16:05
Ja, ja, die pöhsen Medien.
In einer Talk Show meinte Frau Schramm über ihr Privatleben würde sie nicht öffentlich reden. Dabei hatte sie kurz vorher einer "Frauenzeitschrift" ein Einblick in ihre Wohnung und in ihr Privatleben gegeben. (Homestory)
Jetzt gibt sie bekannt wo und wie sie einen Verlobungsantrag erhalten hat usw.
Ja ja, alles nur politische Inhalte und die Medien sind an allem Schuld.
16:05
Einen Artikel würde ich auf derwesten.de besonders interessiert lesen. Nämlich über Selbstverständnis der WAZ-Mediengruppe mit Blick auf ihren journalistischen Auftrag.
Mir scheint, es wird zu Boulevardthemen wie "Dschungelcamp 2012" ernsthafter recherchiert und berichtet als zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit, wie zum Beispiel die Ursachen und die Folgen der europäischen und globalen Krisen oder den gesellschaftlichen Wandel in unserem Land. Nein, auf dem Gebiet der politischen Berichterstattung finden sich nur noch Artikel zu Wulff, Guttenberg oder andere Homestorys wie die obige.
Diesem Beitrag stimme ich zu 120% zu.