NRW belebt „Trimm-Dich“-Bewegung

Fit im Wald: Die Trimm-Dich-Pfade aus den 70er Jahren sind vielerorts verfallen. Jetzt könnten sie eine Renaissance erleben.
Fit im Wald: Die Trimm-Dich-Pfade aus den 70er Jahren sind vielerorts verfallen. Jetzt könnten sie eine Renaissance erleben.
Foto: Lars Heidrich/Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Die künftige Vorsitzende der Sportministerkonferenz, Ute Schäfer, will die „Trimm-Dich“-Bewegung neu beleben. Öffentliche Reckstangen sollen helfen.

Düsseldorf.. Wenn es nach NRW-Sportministerin Ute Schäfer (SPD) geht, sollen bei der neuen Trimm-Dich“-Bewegung Bewegungsmuffel ermuntert werden: Sie sollen an Haltestellen beim Warten auf den Bus, in Parks oder auf Bolzplätzen an einfachen Geräten ohne großen Aufwand kleine Übungen machen können. „Wir wollen den Sport zu den Menschen bringen“, sagte Schäfer unserer Zeitung. Die Ministerin wird ihre Initiative „Sport to go“ Anfang 2015 den Sportministern der Länder vorstellen, damit sie die Empfehlung bundesweit unterstützen.

Mit einfachen Reckstangen für Klimmzüge oder Steppern zum Gehen sollen Kinder und Senioren schnell und unkompliziert niederschwellige Bewegungsangebote erhalten. Nach Angaben Schäfers ist Bewegungsmangel die Ursache vieler heutiger Zivilisationskrankheiten. Gerade Herz-Kreislauf- und Stoffwechselkrankheiten seien häufig Folge von Bewegungsmangel. „Der Anteil der Übergewichtigen hat einen Besorgnis erregenden Umfang erreicht“, sagte Schäfer. Bewegung und Sport müssten deshalb stärker in den Alltag integriert werden und vor Ort in öffentlichen Räumen ohne großen Aufwand möglich sein.

Sportvereine sollen mitmachen

Schäfer warb dafür, dass sich Sponsoren wie Krankenkassen, Firmen, Vereine und Kommunen an der Finanzierung der einfachen Geräte beteiligen. „Sport to go“ könne ein Türöffner für den Einstieg in regelmäßiges Sporttreiben sein. „Deshalb ist es wichtig, dass Sportvereine vor Ort mitmachen und mit eigenen Angeboten sichtbar werden“, sagte Schäfer.

So könnten Vereine auf Spielgeräten für die Bewegung in der Gemeinschaft werben. In Ländern wie Brasilien und Spanien ist die Installation einfacher Sportgeräte auf Plätzen und an Haltestellen längst üblich. Schäfer sieht Möglichkeiten nicht nur auf Tausenden von Bolzplätzen in Deutschland, sondern auch auf Schulhöfen oder im Eingangsbereich öffentlicher Gebäude.

Konkrete Bewegungsempfehlungen

Für Kinder und Jugendliche hat NRW in Zusammenarbeit mit dem Landessportbund (LSB) bereits die Aktion „KommSport“ gestartet. In 33 Kommunen nehmen Grundschulkinder an einem Test teil und erhalten anschließend konkrete Bewegungsempfehlungen. Mit dem Landessportbund hat NRW sich auf die Formel „3+2+x“ verständigt. Das heißt: Drei Stunden Schulsport, zwei Stunden Sport im Ganztag und das „x“ steht für Pausensport, Frühsport oder Bewegungselemente im Unterricht.